Spätherbst

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James Blond

Mitglied
Im kalten Wind entblättern sich die Bäume
und überlassen ihm die letzten Fetzen,
ein buntes Flickwerk füllt die Zwischenräume,
am Boden wird es sich zu Schlaf zersetzen.

Geflohen sind die letzten Sonnengäste,
die Nebel raubten ihnen den Dekor,
du blickst umher auf nackte Jahresreste,
und aus den Schatten tritt ein Bild hervor.

Da strecken Finger sich empor und Hände,
als suchten sie an Regenwolken Schutz
und klagen stumm erstarrt ein Lebensende
aus Kälte, Einsamkeit und letztem Trutz.

Noch gehst du staunend über lichtes Feld
und wirst schon bald die schwarzen Rippen zählen,
wenn eingetaucht in jene graue Welt
die späten Tage dich aufs Neue quälen.
 

Trist

Mitglied
Ein wunderbarer Spaziergang der Worte und Bilder, James.
Von einer schönen, eindrucksvollen Sprache begleitet.
Mir gefällt es.

Liebe Grüße
Trist
 

Franke

Foren-Redakteur
Teammitglied
Hallo James,

die Melancholie es Herbstes zu besingen ist immer ein schwieriges Unterfangen, weil es schon so viele vor dir getan haben.
Du hast dies aber in eine herausragende Sprache gekleidet und so wurde es ein Herbstgedicht, das außerordentlich gut gelungen ist.
Ich weiß, du magst das nicht, aber so ein Gedicht muss man einfach empfehlen.

Viele Grüße
Manfred
 

anbas

Mitglied
Hallo James,

ich schließe mich den Worten meiner Vorredner an - nur das mit dem Besternen lasse ich lieber sein ;).

Liebe Grüße

Andreas
 
G

Gelöschtes Mitglied 23673

Gast
Im kalten Wind entblättern sich die Bäume
und überlassen ihm die letzten Fetzen,
das gelbe Laub erfüllt die Zwischenräume,
am Boden wird es sich zu Schlaf zersetzen.

Geflohen sind die letzten Sonnengäste,
der Nebel raubte ihnen das Dekor,
du blickst auf deine nackten Jahresreste,
doch aus dem Schatten tritt ein Bild hervor.

Da strecken Finger sich empor und Hände,
als suchen sie an Regenwolken Schutz,
sie klagen stumm sich in dein Lebensende
aus Kälte, Einsamkeit und letztem Schmutz.

Noch gehst du staunend über lichtes Feld
du wirst schon bald die schwarzen Rippen zählen,
du fragst dich, ob in deiner grauen Welt,
es wird dich wieder eine Liebe quälen
 

James Blond

Mitglied
Ihr Lieben,

euer Lob ist eine gelungene Überraschung! :)
Ich hatte nicht damit gerechnet.
Für den Herbst kam das Gedicht ja etwas spät.
Und sehr schön auch, wenn es andere zu inspirieren vermag.

Liebe Grüße
JB
 

Kaetzchen

Mitglied
Hallo James
Mir gefällt dein Gedicht auch gut, besonders deine Wortwahl und die Stimmung.
Der perfekte Rhythmus ist ganz der eines Musikers.
Liebe Grüße
Kaetzchen
 

James Blond

Mitglied
Liebes Kätzchen,

vielleicht ist die Lyrik ja die Musik der Sprache, dann wäre das Bedichten ein Komponieren.
Danke für deine freundlichen Worte.

Liebe Grüße
JB
 

MIO

Mitglied
Im kalten Wind entblättern sich die Bäume
und überlassen ihm die letzten Fetzen,
ein buntes Flickwerk füllt die Zwischenräume,
am Boden wird es sich zu Schlaf zersetzen.

Geflohen sind die letzten Sonnengäste,
die Nebel raubten ihnen den Dekor,
du blickst umher auf nackte Jahresreste,
und aus den Schatten tritt ein Bild hervor.

Da strecken Finger sich empor und Hände,
als suchten sie an Regenwolken Schutz
und klagen stumm erstarrt ein Lebensende
aus Kälte, Einsamkeit und letztem Trutz.

Noch gehst du staunend über lichtes Feld
und wirst schon bald die schwarzen Rippen zählen,
wenn eingetaucht in jene graue Welt
die späten Tage dich aufs Neue quälen.
 

MIO

Mitglied
Mir gefallen die Beschreibungen des Herbstes gut, allerdings lassen die letzten Zeilen mich etwas depressiv zurück.
LG MIO
 



 
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