Überfahrt

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Auf offener See
wirft das Schiff
seine Treppen ab.

Sie stehen einen Augenblick
im Wasser,
Stufe um Stufe.
Dann kriecht das Meer hinauf.

Unter Deck
brechen die Türen
aus den Rahmen.
In den Kabinen
hebt es die Schlafenden
aus den Mulden
ihrer Betten.

Die Bullaugen saugen sich voll.
Das Schiff holt Luft,
und die Koffer fliegen auf.
Kleider treiben
durch die Gänge.
Ärmel greifen
nach den Händen
der Passagiere.

Schrauben drehen sich
aus ihren Gewinden.
Nieten fallen
in die Tiefe.

Jemand presst seinen
Kabinenschlüssel
gegen die weich gewordene Wand.
Um seine Faust schließt sich
stummes Zittern.

Die Motoren setzen aus.
Das letzte Licht verliert
seinen Halt.

Als der Kiel sich biegt,
reißt am Heck die Flagge.

Noch lange treiben Fetzen
über dem dunklen Rücken.

Darunter
übt ein ungeheures Herz
den nächsten Schlag.
 

Ubertas

Mitglied
Liebe Chandrika,
du hast mir die Orientierungslosigkeit eingefangen.
Ärmel greifen
nach den Händen
der Passagiere.
Darunter verbleibt etwas in der letzten Strophe, dessen Ungeheures beides sein kann.
Für mich ist es ein dong-dong. Es übt gegen den Untergang.
Dein Gedicht ist viel mehr, als mein Unterwasserblick einfing.
Liebe Grüße,
ubertas
 



 
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