umgewertet

HerbertH

Mitglied
trage die jacke
umgewendet
lass nur äußeres nach drinnen
dicht an die haut

stülpe das innere nach außen
aber hüte dich
davor die fetzen
oberflächlich zu betrachten

mit aller kraft zieh
narben um den kern
bis dein mund sich
zum lächeln öffnet

zwangsweise
 

ENachtigall

Mitglied
Schönes Gedicht, lieber Herbert. Rein intuitiv sage ich, sollte die letzte WortZeile besser die vorletzte sein.

mit aller kraft zieh
narben um den kern
bis dein mund sich
zum lächeln öffnet

zwangsweise
mit aller kraft ziehe narben
um den kern deines mundes
dass er sich
zwangsweise

zum lächeln öffnet


... wäre auch ein eindringliches Bild, weil der Kern des Mundes ein Hohl- und Resonanzraum ist!

Lieben Gruß,

Elke
 

revilo

Mitglied
Trage die Seele
umgekrempelt
mit aller Kraft
zieh Narben
um den Kern
bis der Mund
sich
öffnet

LG revilo
 

rogathe

Mitglied
"zieh narben um den kern" :confused:
Man kann mit dem Skalpell z. B. einen Schnitt ziehen, danach heilt die Wunde ggfs. unter Narbenbildung.

LG rogathe
 

HerbertH

Mitglied
Liebe Elke,

vielen Dank für Deine Vorschläge und Deinen wohlwollenden Kommentar.

Dein Vorschlag beinhaltet
* eine Umstellung der letzten beiden Zeilen: Dies würde den Sinn nicht wesentlich verändern, nur die Betonung von "zwangsweise" auf "lächeln" verschieben. Das gibt dem Gedicht eine optimistischere Note. Das werde ich gerne übernehmen.
* Änderungen des Zeilenumbruchs: Hier möchte ich mich noch ein wenig bedenken.
* eine inhaltlich andere Variante für die Bedeutung von "kern": In Deinem Vorschlag ist es der Kern des Mundes, um den neue Narben gezogen werden, so wie ich es verstehe. Das hätte eine ganz neue Interpretation als Hohl- und Resonanzraum. Für mich korrespondiert der kern zum innen/außen der beiden anderen Strophen. Ausserdem sind die Narben in meiner Version eher lesbar als "schon vorhanden". Beides würde verloren gehen bei Deinem Vorschlag. Daher werde ich wahrscheinlich hier nichts ändern.

Liebe Grüße

Herbert
 

HerbertH

Mitglied
Lieber Oliver,

vielen Dank für Deine kürzere Variante. In vielen Fällen finde ich Deine Verdichtungen grandios. Hier geht mir das "innen/außen" leider etwas verloren. Vielleicht stelle ich noch eine andere Variante ein, die mehr verdichtet. Dann wird mir Deine Interpretation sicher weiterhelfen.

Liebe Grüße

Herbert
 

HerbertH

Mitglied
Liebe Rogathe,

die Narben zu ziehen soll hier nicht medizinisch verstanden werden.

Ich stelle mir vor, dass Narben einen Schutz vor weiteren Verletzungen bilden, vor allem wenn man sie "um den kern" zusammenzieht. Der Mund wird dabei "zwangsläufig" aufgezogen, zu einem Lächeln.

Danke für Deinen Kommentar

Liebe Grüße

Herbert
 

HerbertH

Mitglied
trage die jacke
umgewendet
lass nur äußeres nach drinnen
dicht an die haut

stülpe das innere nach außen
aber hüte dich
davor die fetzen
oberflächlich zu betrachten

mit aller kraft ziehe
narben um den kern
bis dein mund
sich zwangsweise

zum lächeln öffnet
 

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