Verträumte Welt

Verträumte Welt
von Willi Corsten

Leise fällt vom Himmelszelt
Schnee auf die verträumte Welt
hellt mit seiner weißen Pracht
glitzernd auf die Winternacht
wärmt wie eine Daunendecke
den Igel in der Kompostecke.

Eingerollt im Stachelkleid
verschläft er still die kalte Zeit
träumt vielleicht, wer kann es sagen
von den schönen Sommertagen
von reifen Äpfeln oder Schnecken
die so trefflich gut ihm schmecken.

Daneben schläft im Kugelnest
ein Haselmäuschen tief und fest
Brust und Kehle glänzen hell
im rötlich-gelben Sametfell
gemächlich pocht das Herze nur
bei vier Grad Körper-Temp'ratur.

Im Haus ist Marlies aufgewacht
geht zum Fenster hin ganz sacht
sieht draußen im Laternenlicht
die Flocken tanzen dicht an dicht
ruft gleich mit einem Freudenschrei
den kleinen Benjamin herbei.

Derweil spannt der Weihnachtsmann
sein Pferdchen vor den Schlitten an
vollgepackt mit tausend Sachen
die Kinderherzen glücklich machen
der brave Mann hat viel zu tun
und keine Zeit sich auszuruh‘n.

So hält die dunkle Jahreszeit
recht viel Gutes doch bereit
man muss es nur erkennen
dankbar auch den Schöpfer nennen
der klug und weise ausgedacht
was uns auf Erden Freude macht.
 
R

Rote Socke

Gast
Lieber Willi,

das ist mal eine Poesie, die nicht nur die neue klimatische Veränderung ankündigt und nicht nur vom Weihnachtsmann erzählt sondern auch eingeht auf Mensch und Tier. Alles ist drin und so stelle ich mir auch die neue Zeit vor, die uns bald wieder ereilen wird.
Gefällt mir super!

LG
Volkmar
 
Lieber Volkmar,
ich bedanke mich ganz herzlich für Dein Lob.
Ja, habe diesmal nicht nur den Weihnachtsmann eingebunden, sondern auch die Menschen, die Tiere und die Natur. Sie erleben ja alle den stillen Zauber der Winterzeit.
Beste Grüße
Willi
 

Brigitte

Mitglied
Lieber Willi,
Da ich sehr naturverbunden bin, stelle ich mir die verträumte Welt so richtig bildlich vor.
Ein sehr schönes Gedicht, das einfach rüberkommen muss..

Liebe Grüsse
Brigitte
 
L

leonie

Gast
lieber willi

da möcht ich doch glatt auch in den winterschlaf und eine runde mitträumen. schön willi, eine zauberwelt in unserer welt, möchte gar nicht mehr aufwachen, auch wenn mir ein kleiner holperer aufgefallen ist. in der zweiten strophe
würde ich statt eingerollt in seinem stachelkleid
eingerollt im stachelkleid
schreiben, so liest es sich flüssiger. übrigens habe ich diese so genannte dunkle zeit, zu keiner zeit als dunkel empfunden und dieses schöne gedicht stimmt mir da völlig zu, was ich wirklich toll finde, da ich meist dumm angeschaut wurde wenn ich gesagt habe das jede jahreszeit ihre dunklen und ihre hellen seiten hat.
ganz liebe grüße leonie
 
schöne Zauberwelt

Hallo Willi,

du hast ein richtig tolles Gedicht geschrieben. Ich fühle schon wie die ersten Flocken meine Nase kitzeln. Ich liebe den Schnee, wie eine Daunendecke legt er sich über die Landschaft. Ich finde es gut, dass du die Tiere mit eingebunden hast, das untermalt die zauberhafte Stimmung, die du wiedergegeben hast. Danke Dafür. :)

Liebe Grüße Lady Darkover
 
Liebe leonie,
vielen Dank für dein Lob.
Die Verbesserungsvorschläge sehe ich mir gleich einmal an. Du hörst noch von mir.
Einen schönen Sonntag wünscht
Willi
 
Liebe Lady Darkover,
auch dir ein herzliches Dankeschön.
Die ersten Flocken kitzeln die Nase, ein schöner Vergleich. Fast wünscht man sich, es wäre schon so weit.
Liebe Grüße
Willi
 
Liebe leonie,
dein Sprachgefühl ist ausgezeichnet. Die Wendung "im Stachelkleid" stand auch im Urtext, wurde aber zugunsten des Acht-Silben-Rhythmus geändert.
Stört dich "in seinem Stachelkleid" wirklich so sehr?
Wir überlegen noch mal und ändern notfalls doch, OK?
Lieb grüßt dich
Willi
 
L

leonie

Gast
hallo willi

wenn ich es laut lese, ist eingerollt in seinem stachelkleid irgendwie zu lang für die zweite zeile, verschläft er still die kalte zeit.
ganz liebe grüße leonie
 

Brigitte

Mitglied
Lieber Willi,
ehrlich gesagt hat mich die Zeile,
ist eingerollt in seinem Stachelkleid auch gleich gestört, wie Leonie sagte, klingt zu lang, lass doch in seinem weg und mach ein "im" draus, du sagtest ja, dass das in deinem Urtext stand. Oder du nimmst Leonies Vorschlag.

Noch einen schönen Sonntagabend
und liebe Grüsse
Brigitte
 
Liebe leonie, liebe Brigitte,
wenn ihr beide meint, "im Stachelkleid" klingt besser, muss wohl etwas Wahres dran sein.
Euer Wunsch ist mir Befehl. Die Stelle ist schon geändert.
Es grüßt euch lieb
Willi
 

Brigitte

Mitglied
Lieber Willi,
Ja, so liest es sich wirklich besser.
Ich hab hier auch ein Wintergedicht liegen, mal sehen, werde es in den nächsten Tagen posten, vielleicht gefällt es Dir ja..........

Liebe Grüsse
Brigitte
 
Liebe Brigitte,
ich warte schon auf dein Wintergedicht. Bitte poste es bald. In Kindergeschichten findest du meine "Fahrradtour", wenn du Interesse hast.
Liebe Grüße sendet dir
Willi
 
Lieber Willi

leider bin ich erst jetzt auf dieses schöne Wintergedicht gestoßen. Es ruft wirklich Wintergefühle hervor, das will bei unserem derzeitigen Schmuddelwetter schon was heißen.
Hast Du noch andere Gedichte oder Kurzgeschichten auf irgendwelchen Seiten stehen, denen ich noch nicht begegnet bin ? Welche Texte und wieviele hast Du in der LL ?

Hast Du meine 2 Mails von heute bekommen ? Oder hast Du nur keine Zeit zu antworten ?

Liebe Grüße
Uschi
 
Liebe Uschi,
freut mich sehr, dass dir das Gedicht gefällt.
Du suchst noch mehr Texte? Schau doch mal ins Forum Ironie in Poesie. Dort stehen weiter unten noch einige Sachen von mir. Lustiges natürlich.
Es grüßt dich ganz lieb
Willi
 
R

Rote Socke

Gast
Lieber Willi,

allein in diesen Zeilen:

"So hält die dunkle Jahreszeit
recht viel Gutes doch bereit"

steckt viel Wahres. So sollte man es betrachten. Mir gefällt das ganze Gedicht prima.

LG
Volkmar
 
Lieber Volkmar,
ja, die dunkle Jahreszeit hält viel Gutes bereit.
Man kann so herrlich an Gedichten und Geschichten basteln.
Hast Du auch wieder etwas Neues in Arbeit?
Es grüßt Dich herzlich
Willi
 

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