Weltraumintoleranz

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Tula

Mitglied
Liebe Ubertas
Ich kreise gerade gerade um das Gedicht wie einst das -Sternenkind' Dave Bowman in Odyssey 2010 durchs All ;)
Aber irgendwie rauschen wir ja alle durchs Endlose, schlängeln uns ein Weilchen durch, bis uns als (noch eben im Kopf glühende?) Würmchen das Licht ausgeht.
Vielleicht ist es aber auch ein Gedicht über das nächtliche Schreiben? "im Kopf tobt Leib" finde ich in dieser Hinsicht besonders treffend.

LG Tula
 

Ubertas

Mitglied
Lieber Tula, lieber klausKuckuck,

einen lieben Dank für euer Lesen und die Sternenbeleuchtung im Leselupenraum:). Ich freue mich sehr.
@Tula :
Lieber Tula,
willkommen in der Umlaufbahn - du bist bereits mit bester Gravitation um den Text unterwegs!
Dein Kreisen beschreibt es vortrefflich. Hoffen wir in diesem Sinne, dass uns die Würmchen dort oben noch lange leuchten;)
Denn so können wir uns auch gerne weiterhin im nächtlichen Schreiben zwischen Kopf und Leib treiben lassen..

Kosmische Grüße sendet euch
ubertas
 

Ubertas

Mitglied
Liebe Aniella,

einen lieben Dank für dein Lesen und die wunderbare Bewertung.
Ich freue mich sehr darüber :) .

Liebe Grüße,
ubertas
 

wiesner

Mitglied
hier, liebe Ubertas, will mir der rechte Zugang nicht gelingen
die Klein/Großschreibung und anderes ...

'Im Kopf tobt Leib' ist allerdings ein starkes Sprachbildangebot (Tula hat's vorweggenommen)

Gruß
Béla
 

John Wein

Mitglied
Werte Ubertas,
das ist eins der schönsten Wurmgedichte, die ich in der letzten Zeit gelesen habe, aber ich muss auch gestehen, viele waren es noch nicht. Das Wort Zeitvertreib gefällt mir sehr gut, man sollte sich jenes viel mehr gönnen. Du hast sicher noch kein Copyright angemeldet, ich werde es hin und wieder in meinen Substraten verwursten.....ööh,verwurmen.
Habe die Ehre,
John
 

Ubertas

Mitglied
Lieber Béla, lieber John Wein,

mit reichlicher Verspätung meinerseits aufgrund nicht linearer Zeitzerreignisse:
Einen ganz lieben Dank für Euer Lesen und die wunderbaren Eindrücke zu meinem Gedicht. Ich freue mich sehr darüber:)
@wiesner :
Lieber Béla,
da liegst du völlig richtig. Das Gedicht macht einem den Zugang wahrlich nicht einfach. Es windet sich mehr, um sich "frei zu zerdrehen" und gleichermaßen selbst zu verschlingen. Da trifft auch Tulas Kreisen absolut in den Kern der hier auftretenden Substanz. Dass sich mit "Im Kopf tobt Leib" für dich dieses Bildliche hineingeschlängelt hat, das ist wunderbar:). Im Rest ist der Wurm drin - er wankt, so wie es der Wechsel zwischen Klein- und Großschreibung anzudeuten versucht.
@John Wein :
Habe di Chrisam,
dad da Bayer drauf song;) . Da bin ich ganz deiner Meinung! Zeitvertreib, jenes Wort, dass sich nicht nur zu buchstabieren lohnt. Schließlich braucht es eine gute Worm-Life-Balance, um im Weltraum zu bestehen! Und selbstverständlich steht einer Weiterverwurmung nichts im Weg. *Hüstel, wer braucht schon ein Copyright, wenn es um die Wurst geht -öha, wo ist der Wurm nur hin??

Liebe Grüße (ernsthaft),
ubertas
 

fee_reloaded

Mitglied
Wow! Das schlängelt sich aufs Schönste mir in Ohr und vor inneres Auge, liebe Ubertas!

Bei den
Spiralenwurmlaibgängen
bin ich mir nicht ganz sicher, ob es tatsächlich ein Laib anstelle eines Leibes sein soll, aber das tut der Wirkung so gut wie keinen Abbruch.

Ich weiß nicht, ob das für dich Sinn ergibt: aber das ist ein Text, der mich findet, noch bevor ich einen Zugang finden müsste. Der spielt mit mir - klanglich, bildlich und im herrlichsten Denkverdrehungswurmwindungssinne.

Wirklich toll!
Liebe Grüße,
fee
 

Ubertas

Mitglied
Liebe Fee,

zu nächtlicher Stunde: einen ganz lieben Dank für dein Lesen und deine Worte. Sie freuen mich und ich muss gestehen, in meiner erstweiligen Verfügung aus Bleistift und kariertem Block stand da in der letzten Zeile tatsächlich etwas von Leib, zwischen "wurm und gängen". Doch gleichzeitig befiel mich etwas gedanklich, das sich vor mir aufbaute, wie ein großer Kloß. Ein Etwas, das den Wurmleib nicht verschont, sondern seine Gefräßigkeit ummantelt, gleichermaßen beleibt in ihm.
Ich weiß nicht, ob das für dich Sinn ergibt: aber das ist ein Text, der mich findet, noch bevor ich einen Zugang finden müsste. Der spielt mit mir - klanglich, bildlich und im herrlichsten Denkverdrehungswurmwindungssinne.
Das ist das wirklich schönste Kompliment, nicht nur für mich, sondern für den ganzen Text: da steht "der mich findet, noch bevor ich einen Zugang finden müsste." Dem will ich nichts mehr hinzufügen außer ein riesengroßes DANKE und ein WOW.
Im wahrsten Denkverdrehungswurmwindungssinne,
ganz ohne Verdrehung und ai;), danke für dein Lesen mit tiefem Sinn. Danke auch für die Sterne, die dadurch entstanden.
Und überhaupt an dieser Stelle: Uns allen eine gute Nacht:) - wurmweislich.

Liebe Grüße,
ubertas
 

Dimpfelmoser

Mitglied
Liebe Ubertas,

ich habe ja eine gewisse Affinität zur Science Fiction, und so muss ich bei Deinem wunderbaren Gedicht an die Geschichte Arrakis' denken, also an den Wüstenplaneten und seine so mächtigen Würmer. Vielleicht auch an Wurmlöcher - was noch viel besser passt - und ihre hypothetische Rolle im Raum-Zeit-Kontinuum. Dein Gedicht lese ich als Spiel des Körperlichen, das sich in die, durch die Raumzeit bewegen, winden, schlängeln will - wäre da nicht dieser Schrankenwart ...
Gefällt mir sehr, auch der Rhythmus des Gedichts :)

Liebe Grüße, Dimpfelmoser
 

Ubertas

Mitglied
Lieber Dimpfelmoser,

einen ganz lieben Dank für dein Lesen und diesen wunderbaren Kommentar. Die Verbindung, die du herstellst, ist fantastisch!
Mit dem Schrankenwart ist es ja so eine Sache: ab und an ist er ganz nützlich. Doch auch er gelangt hin und wieder an die Grenzen seiner Kontrolle;) und hat einiges zu erkennen in seinem Raumzeitgefüge zwischen Kopf und Leib.
Ich danke dir für deine hervorragenden Gedanken zu meinem Gedicht:) und für die vielen Sterne .

Liebe Grüße,
ubertas
 

Irrturm

Mitglied
Liebe Ubertas,

ich bin hier leider zeitlich kaum präsent und komme nicht dazu, viel zu lesen – Dein Text verschiebt Zeit allerdings ohnehin ins reine Denken, ebenso den Körper, vielleicht kann ich dies für mich nutzen. Und die Zeit ist beides: die Grenze, an die man stößt, und der Raum, der sich erst durch das Denken öffnet. Ein spannendes Spannungsfeld, auch klanglich.

Liebe Grüße
Irrturm
 

Ubertas

Mitglied
Lieber Irrturm,

ich danke dir für dein Lesen und deine so trefflichen Worte. Es freut mich, sie geschrieben zu sehen von dir. Danke für dein großes Lob.

Dein erster Satz hat im Grunde bereits beantwortet, worum sich alles dreht. Oft kreist es nur – sowie sich zeitliche Präsenz im nicht nur modernen Menschen, zu dem wir alle werden wollen, geworden wurden oder sind, abzeichnet, um beides gern zu sein: omnipräsent. Du hast etwas Ehrliches darauf gesagt, ich übertrage es in den Plural und in einen eigenen Kontext: wir kommen nicht dazu. Wir kommen, wenn wir uns selbst gegenüber ehrlich sind, genau zu diesem Punkt. Nicht alles zu beherrschen, nicht alles zu erfüllen, nicht alles mit derselben Aufnahme zu erfassen. Wir sind nicht überall. Das ist gut so.

Wir kommen zu vielen Dingen nicht. Während wir uns anstrengen, alles, aber auch alles zu erfassen, zu bemessen, zu sein. Diese Erfüllungen, die wir anstreben, sie liegen an manchen Tagen auf dem Weg, wir greifen sie, wir greifen sie nicht, sind selbst unbegreifbar darin, in unserer Erfassung. Sie wankt.

Deine Worte: „Und die Zeit ist beides: die Grenze, an die man stößt, und der Raum, der sich erst durch das Denken öffnet.“

In dieser Zeit, in diesem Raum sind wir. Wir, die Menschen, die sich schon immer als die Gewesenen in beiden suchen, strömen. Wir, die mit Fragen ihre Grenzen zu erreichen versuchen, wir die Menschen, die diesen Raum/diese Zeit nur und nun erwägen. Durch unser Denken und jedes kleine Schlängeln in diesem Gewebe ergibt sich eine ganz einzigartige Bewegung. Diese Bewegung ist zwar gebunden in eine Vorstellung. Wenn sie aber herausbricht, in ihrer Schönheit, in einem Tanz, in dem Hall eines lieben Lachens, verliert sie keine Grenze: sie findet sich. Wenn es sie wieder zersetzt und aus dieser Bewegung ein einzelner Gang wird, selbst dann ummantelt ihn eine Spur. Vielleicht sind wir nichts. Vielleicht braucht es nur ein einziges Verzeihen, ein einziges Versehen, um dieses Nichts zu lieben, das nicht das Nicht ist, wenn es uns umgibt.:)

Danke auch für deine wunderbare Bewertung.
Du hast mich zum Denken angeregt, das ist schön und steht außerhalb des Gedichts.
Danke dafür.

Liebe Grüße,
ubertas
 



 
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