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Leselupe.de > Humor und Satire
Die Stringtheorie
Eingestellt am 24. 07. 2011 07:34


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Ironbiber
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Um die Stringtheorie verstehen zu können, bedarf es der begnadeten Vorstellungskraft eines durchgeknallten Physikers oder Mathematikers. Oder aber auch nur einer etwas versauten Phantasie. Letztere macht sicherlich mehr Spaß, ist auch allgegenwärtig und lässt manchmal unverhofft praktische Beobachtungsreihen zu, wenn sich gerade vor einem eine Lady mit sehr engen Jeans bückt. Diese Stringvariante löst aber noch lange nicht die Probleme, die Kosmologen und Astrophysiker in der Inkompatibilität der Planckwelt mit den Einsteinschen Gleichungen über Raum und Zeit im Universum sehen.

Aber einmal der Reihe nach:
Stringtheoretiker gehen davon aus, dass Strings unvorstellbar kleine, eindimensionale Wollfusseln sind, die mal gekringelt wie ein Schweineschwänzchen, mal im Nudellook vibrierend, innerhalb der mehr als uns bekannten vier Dimensionen interagieren. Sie sollen in ihrer Gesamtheit die uns bekannte Materie und deren Fundamentalkräfte bestimmen und dadurch die Quarks formen, die sich später zu Protonen, Neutronen und Elektronen mit dem Ziel ein Atom zu bilden, zusammenrotten.

Rein rechnerisch ergeben sich je nach Herangehensweise an die Stringtheorie bis zu zehn oder sogar noch mehr Dimensionen, in denen diese Kerlchen irgendwie verschnorzelt und oszillierend ihr Dasein fristen und uns die Zunge rausstrecken, da wir als unvollkommene Abfallprodukte der Evolution mit Verfallsdatum geistig einfach damit nicht klarkommen.

Das gibt’s doch nicht sagen Sie!

Dass es Dimensionen gibt von denen wir nichts ahnen und die wir in unserer schnöden dreidimensionalen Welt geistig nicht erfassen können, wird jeder wissen, der nach dem Waschgang eine Socke vermisst. Die ist nämlich schon mal in einer der vielen anderen Dimensionen gelandet. Zu allem Überfluss hat diese unbekannte Scheinwelt auch noch die schlechte Angewohnheit, ihr Opfer erst nach vielen Wochen, getarnt in einem Spannbetttuch, wieder freizugeben.

Um an die Strings der Damenwelt ranzukommen wird „Mann“ Theorien, oder besser noch, praktisch orientierte Schlachtpläne entwickeln. Diese lassen sich dann leicht, manchmal aber nicht ganz schmerzfrei, testen und nach Misserfolgen auch wieder verwerfen. Das nennt der Volksmund dann „Korb kriegen“.

Diese Herangehensweise an die Stringtheorie ist sicherlich die üblichste Variante für die kleinkarierte Welt der maskulinen Spezies, aber ich betone, dass meine Betrachtungen ja hier den Leser hin zum Verständnis des göttlichen Bauplans vom Urknall bis zur Eurokriese führen sollen. Die anderen String-Betrachtungen sind eher ein Ergebnis des Einfallsreichtums der teuflischen Dessousindustrie.
Also nochmal andersrum:
Wir haben bekanntermaßen erhebliche Probleme mit dem Verständnis und der exakten Beschreibung der Singularität, die die Mathematik zwar voraussagt, die aber keinem der uns bekannten physikalischen Gesetze gehorchen kann. Trotzdem möchten wir alle gern wissen, was so abgeht, wenn uns eines schönen Tages ein schwarzes Loch in seinen Schlund saugt, um uns die Bekanntschaft mit diesem Phänomen zu ermöglichen. Die Stringtheorie ist hier ein Ansatz zum Verständnis dessen. Durch das Wissen über den Aufbau der Materie und des ganzen Drumherums brauchen wir im Falle eines Falles dann wenigstens nicht mehr fragen, warum die Reise ein wenig holprig war.

Dass wir das alles aber binnen der nächsten zweihundert Jahre verstehen und auch praktisch nachvollziehen müssen, ist seit den wilden Sechzigern (Love And Peace) wohl bekannt. Im 23. Jahrhundert wird, so wurde es damals klargestellt, Captain James T. Kirk mit Warpantrieb und mehrfacher Solgeschwindigkeit durch die Galaxien brettern, um noch unerforschte Planeten vor den bösen Klingonen zu retten. Dass er dabei für seinen Turbo auf Wurmlöcher mit Singularität zwecks Ausnutzung der Raumkrümmung angewiesen ist, ist selbsterklärend. Mit seinem eher müden Materie-Antimaterie-Antrieb zieht er doch keine Wurst von der Pelle. Die reicht bestenfalls als komfortable Einparkhilfe zwischen Jupiter und Saturn oder zum Sonntagsbrunch in die Oorthsche Wolke. Eine Verfilmung würde dann selbst Spielberg zu langweilig. Der Kommunikationsoffizier Lieutenant Uhura trug übrigens in den Sechzigern noch keine Strings auf der Brücke der Enterprise, eher wohl Feinripp, aber das ganz toll kurze Dienströckchen der Raumflotte mit schwarzer Strumpfhose.

Dies aber nur nebenbei – schnell wieder zurück zum Thema:
Wir müssen endlich die Fundamentalkräfte der Physik im Ganzen verstehen lernen und nicht nur so tun, als wären sie halt ganz einfach so da. Unser Dasein auf diesem Planeten, das sich zunehmend dem Ziel der Selbstausrottung durch Zerstörung unserer Lebensgrundlagen verschrieben hat, braucht nun mal auch ein theoretisches Fundament, damit wir kurz vor dem Showdown wenigstens erkennen, warum das alles nicht gut gehen konnte.

Und da wäre eben eine Theorie hilfreich, die uns in die Lage versetzt, den submolekularen Aufbau unserer unverzichtbaren Erwachsenenspielzeuge, wie Playstations, MP3-Player, iPhones, Landminen, Marschflugkörpern und Nuklearwaffen aus Strings und Superstrings, zu verstehen.

Viel gibt es zu diesem Thema noch zu sagen, aber demnächst erscheint meine Doktorarbeit, die ich gerade aus Wikipedia zusammenkopiere und die dieses Thema sehr intensiv fokussiert. Dort können Sie dann nachlesen, was Sie immer schon darüber wissen wollten, aber nie zu fragen gewagt haben. Oder Sie beschäftigen sich einfach weiter mit den schnöden blutdruckverändernden Studien der real existierenden Stringvarianten im Alltag Ihrer Fortpflanzungsbemühungen.

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Verboholiker
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Hi,

manches ist, auch bei recht lebensnaher und scheinbar einfacher Erklärung, zum Beispiel mit Hilfe von Szenen, die man kennt, physikalischen Größen, die man fast einordnen könnte, - und umschwungener Rede - verdammt schwer zu verstehen. *puh*

Am ehesten erinnert mich Dein Text an einen Versuch einer der in den Medien auftauchenden Pop-Physiker, das so völlig unverständlich-abstrakte an den Mann zu bringen, eben das populär zu machen, das unpopulär ist. Ich denke da an Stephen Hawking oder… nicht zu unterschätzen: Harald Lesch.
Kennst Du die Sugar-Trap-String-Theorie?

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Ob man jetzt Prof. Lesch oder Prof. Hawking da erwähnt, es würde, glaube ich, beides passen. Den einen habe ich mal getroffen, den anderen, nun ja, würde jeder gerne mal treffen.
Wie wäre es denn, wenn ich weitere Themen wünschen dürfte, mit Singularitäten – musste dabei an meine Ex-Freundin denken – oder sowas wie die Detektion von Neutrinos. Das wiederum erinnert mich irgendwie an nette Worte meines Vaters; sie sind ziemlich selten (zu empfangen). Ja gut, Gravitation ist kein großes Thema mehr; sie ist immer da am größten, wo ich mich aus dem Betteerhebe.
Bemerkenswertes Zitat: „Unser Dasein auf diesem Planeten, das sich zunehmend dem Ziel der Selbstausrottung durch Zerstörung unserer Lebensgrundlagen verschrieben hat, braucht nun mal auch ein theoretisches Fundament, damit wir kurz vor dem Showdown wenigstens erkennen, warum das alles nicht gut gehen konnte.“.
Das ist eine recht lakonische Sichtweise, aber darin liegt letztlich der Schlüssel und viel Wahrheit, denn das Naturverständnis schafft gleichsam die Sensibilität dafür. Man merkt erst, was man zerstört, wenn man begreift, was man *genau* zerstört. Gut, das mit der String-Theorie ist, behaupte ich, von den meisten Menschen, zuerst von mir, meilenweit fern, aber es gibt viele andere Facetten der Physik, die verständlicher sind, die man eher unter das Volk mischen kann. Das mit dem Sonnensystem, zum Beispiel, oder das mit den Galaxien, das mit dem Welle-Teilchen-Dualismus, das mit den… Strings. Eric Clapton ist der Meister, wenn es darum geht.

Okay, gute Nacht!

Und vielen Dank fĂĽr den Beitrag.

GruĂź,

Dr. Verboholiker

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Verboholiker
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Dr. Eisenbieber,

nein, man muss kein Masochist sein, um Dinge zu mögen, die inhaltlich vielleicht den eigenen Horizont überschreiten. Die Wissenschaft ist natürlich voll davon. Voll auch von Menschen, die viel davon verstehen, aber nichts verstanden haben. Da gab es doch mal ein treffendes Zitat zur Quantenmechanik, lass mich nicht lügen.
Was die String-Theorie angeht: Vergiss es. Ich meine nicht die Theorie selbst, sondern den Versuch, es an den gemeinen Mann zu bringen. Es hapert doch noch an so vielen Verständnisproblemen, dass man mit einer solch abgedrehten Sache doch erst gar nicht kommen sollte. Nein, behüte, ich meine damit nicht Dich, sondern diejenigen Physiker, die glauben, verstanden zu haben, was die Welt im innersten zusammenhält.

Was ich persönlich ganz wichtig finde: Astronomie. Quatsche gerne über dieses Thema, muss aber feststellen, dass viele Menschen gar nicht wissen, wie es um uns herum ausschaut. Habe mich vor vielen Monaten mal mit einem 30jährigen Abiturienten unterhalten, während wir draußen auf dem Hof in einer sternenklaren Nacht auf dem Lande geraucht haben: Die „Sterne“ seien Gesteinsbrocken, die von der Sonne angeleuchtet würden. Da das der Typ derjenigen Frau war, die ich damals ziemlich nett fand, habe ich gütigst nicht versucht, irgendwelche Erklärungen zu bieten. Ich meinte nur, dass dort oben, in 80 Kilometer Höhe, ein großes, schwarzes Tuch aufgespannt sei, das einige kleine Löcher enthielte. Das seien die Sterne. Von wegen „angeleuchtete Gesteinsbrocken“, also bitte, wie unwissenschaftlich.

Und man muss doch, wenn man sich mit der „harten“ Physik auseinandersetzt, doch kein Masochist sein. Ich finde, dass viele Dinge irgendwie einleuchtend sind, wie zum Beispiel das mit der Lichtgeschwindigkeit, die immer konstant bleibt, egal, in welchem Bezugssystem. Vielleicht fällt es uns Menschen, nachdem wir hunderte Jahre geforscht haben, schwer, das zu verstehen, aber man muss, wie ich finde, gewisse prinzipielle Grenzen nun mal anerkennen lernen müssen. Die mathematischen Formeln hinter den Theorien Einsteins muss man nicht kennen, um wenigstens das Prinzip zu verstehen. Ja, gut, das eine ist Physik, das andere Populärwissenschaft. Aber starte mal eine Umfrage auf der Straße, zum Beispiel in der Bonner Fußgängerzone, bei der nach dem Prinzip der Theorien gefragt wird. Ich glaube, ohne meine geliebten Bonner zu sehr beschädigen zu wollen, dass die meisten Menschen dazu nichts sagen werden können.

Warum schreibe ich das? Nun, die gemeine Menschheit ist noch nicht bereit für derartige Theorien. Die Physik würde sich nur noch weiter unbeliebt machen. Wenn man direkt mit dem Mount Everest, oder meinetwegen auch mit dem K2, anfängt, wird sich der Hörer, Leser, Seher nicht einmal auf den kleinsten Hügel trauen. Obendrauf, wie man wirklich annehmen müsste, warten sowieso schon die- Philosophen.

GruĂź,

Dr. Verboholiker

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Dominik Klama
???
Registriert: Nov 2008

Werke: 40
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Es gibt ja so BĂĽcher, die man kauft, weil hinten drauf steht: "In diesem Buch erfahren Sie, warum... Sie werden staunen."
Und dann geht's erst mal mit einer Einleitung los, in der steht: "Vielleicht haben Sie sich mal gefragt, warum... Oder ist Ihnen mal passiert, dass... Diese Dinge können ganz anders erklärt werden, als man es bis heute tat. Bald werden Sie mehr darüber wissen."
Und dann liest man die 240 Seiten, es ist ganz unterhaltsam, aber was Neues weiĂź man am Ende immer noch nicht.
So war leider auch der Text irgendwie.

The Star Trek String Quartet
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Star Treks blaue Unterwäsche (no strings):
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14.11.2015 Forum Lupanum Threads Höhe Zeit Aufklärung Verteidiger: Es ist genug.

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