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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Umgang mit schwerer Verletzung
Eingestellt am 10. 01. 2017 17:53


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Mulrich
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Der Haken

Der Tag an dem Heinrich seine Hand verlor, war der schlimmste Tag in seinem Leben. Es war ein Montag. Aber das spielt nur insoweit eine Rolle, als es natĂŒrlich eine Vorgeschichte gab.

Die Vorgeschichte, so kurz sie war, begleitete ihn in seinen TrĂ€umen. Nacht fĂŒr Nacht wachte er schweißgebadet auf. Hatte er geschrien? War das sein Schrei, den er gehört hatte, oder war es wieder das grelle Kreischen der Bremsen. Es wĂ€re ihm peinlich gewesen, hĂ€tte er Nachbarn durch sein Schreien geweckt. Aber die Bremsen weckten ihn. Dieses GerĂ€usch könnte GlĂ€ser zerspringen lassen, so brutal war es, so grausam. Und dann hĂ€tte da die Erinnerung an einen Schmerz sein sollen, aber da war kein Schmerz. Da war nichts. Eine große Leere. Die Schmerzen kamen spĂ€ter. Furchtbare Schmerzen.

An diesem Montag wollte er mit der Eisenbahn von Hannover nach Hamburg fahren, um sich auf einen Job als Bauleiter zu bewerben. Der Bahnsteig war ziemlich voll gewesen, als ein Mann ohne Vorwarnung durchdrehte. Er begann, wirres Zeug zu schreien, wurde lauter und lauter und hatte Schaum um den Mund. Er schien große Schmerzen zu haben. Schmerzen, die ihn aggressiv machten. Er schlug um sich, schien Leute anzugreifen. Die wichen zurĂŒck. Ein Kind rannte in Panik durch die Wartenden, wohl um sich zu verstecken. Es schien aber keinen sicheren Platz zu finden und rannte, je wilder der Mann wurde, um so wilder durch die Menge, die vor Schrecken starr war. Keiner kĂŒmmerte sich um das Kind, ein kleines MĂ€dchen von vielleicht fĂŒnf Jahren. Die Leute waren den Schienen sehr nah gekommen und der einfahrende Zug gab ein Warnsignal, einen Pfiff. In diesem Moment fiel das Kind von der Bahnsteigkante. Der LokfĂŒhrer leitete sofort eine Notbremsung ein. Heinrich sprang hinunter und riss das Kind von den Schienen. Ende seiner Wahrnehmung. Mehr hatte er von dem Ereignis nicht mitbekommen.

Er wachte im Krankenhaus auf, mit einem dicken Verband um die rechte Hand. Er war benommen, versuchte, aufzustehen und merkte, dass er mit SchlĂ€uchen und Kabeln versehen war. Eine Sirene begann zu heulen und Heinrich ließ sich zurĂŒcksinken. Ein Pfleger und eine Ärztin waren augenblicklich bei ihm. „Wie fĂŒhlen Sie sich?“ Heinrich wusste nicht, wie er sich fĂŒhlte. „Ich weiß nicht. ... Was...?“ „Sie hatten einen Unfall. Sie haben einem Kind das Leben gerettet.“ Heinrich wusste von keinem Unfall und von keinem Kind. Sein SchĂ€del brummte, er war schwach, sehr schwach, ohne Kraft. „Alles wird gut.“ Das war die Ärztin. „Was ist mit meiner Hand?“ „Wir konnten sie nicht retten, leider.“ Sie konnten sie nicht retten. Sie konnten sie nicht .... Heinrich war wach. „Heißt das, sie ist ab?“ Er schrie. „Sie ist weg?“ „Die SanitĂ€ter konnten sie nicht finden.“ „Was heißt, Sie konnten sie nicht finden, verdammte Tat. Was heißt denn das, Sie konnten sie nicht ...“ Aus dem Schreien wurde Weinen. „Sie haben ein Kind vor einem herannahenden Zug gerettet und sind dabei ĂŒberrollt worden. Es ist ein Wunder, dass Sie ĂŒberlebt haben. Sie sind ein Held.“ Ich bin ein KrĂŒppel, dachte er.

Heinrich war Anfang dreißig, ein krĂ€ftiger, körperlicher Mann. Handfest. Er war Zimmerer gewesen, hatte dann ein Ingenieurstudium gemacht und war Bauleiter geworden. Handfest aber nicht unsensibel. Er liebte es, zu rudern. Wenn er mit seinem Einer morgens um sechs ĂŒber den See pfiff, dann ging sein Herz auf. Aus. Die Hand war nicht zu retten gewesen. Ab. Er sah die Ärztin an. „Ein Held ohne Hand.“ „Seien Sie froh, dass Sie noch am Leben sind.“ „Wie geht es dem Kind?“ „Anja ist wohlauf. Das heißt, sie hat keine Verletzungen.“ „Danke, dass Sie mich behandeln.“ Sie nickte nur. „Versuchen Sie, noch etwas zu schlafen.“

Heinrich bekam eine Ein-Zug System-Hand, die auf die Unterarm-Prothese aufgesteckt wurde. Von der Prothese fĂŒhrte ein Seil ĂŒber die Schultern. Durch Anspannen der Schulter öffnete sie sich und durch Entspannen schloss sie sich wieder. Man konnte mit der System-Hand also greifen. Es gab einen handĂ€hnlichen Handschuh, den er darĂŒber streifen konnte. Als kosmetische Maßnahme.
Das Anpassen der Prothese ließ er gleichmĂŒtig, beinahe teilnahmslos ĂŒber sich ergehen. Er ĂŒbte verbissen und konnte bald gut mit der neuen Hand umgehen. Schwieriger war schon, mit der linken Hand leserlich schreiben zu lernen, manierlich zu essen und dergleichen.

Als er wieder Augen fĂŒr seine Umgebung hatte, merkte er, dass den Leuten seine Gegenwart unangenehm war. Sie vermieden den Blick auf seine Hand und in seine Augen. Nur Kinder fragten manchmal, was ihm passiert sei. Die anderen behandelten ihn wie jemanden, der eine ansteckende Krankheit hat. Manche Menschen wichen auf der Straße vor ihm zurĂŒck. Sie machten einen Bogen, wenn sie seine Prothese erkannten - einen kleinen Bogen nur, aber Heinrich bemerkte ihn schmerzlich. NatĂŒrlich kriegte er keinen Job. Seine Papierform war gut, also bekam er viele Vorstellungstermine. Die GesprĂ€che verliefen meist kurz. Man wollte ihn schnell wieder loswerden. Keiner warf ihm vor, dass er die fehlende Hand verschwiegen hatte. NatĂŒrlich nicht. Nur einer fragte, ob er trotz der Behinderung den Computer bedienen könne. Klar konnte er. Bei der Tabellenkalkulation war er etwas langsamer als ein Gesunder, am Entwurfsprogramm kam er sogar auf ein ganz ordentliches Tempo. Es half nichts.

Ohne Arbeit hatte er viel Zeit zum Spazierengehen. Er las noch die wichtigsten Fachzeitschriften, aber die LektĂŒre machte ihn immer öfter traurig. Was hĂ€tte er dafĂŒr gegeben, wieder mitmachen zu dĂŒrfen. Die langweiligsten Jobs wĂ€ren ihm willkommen gewesen. Aber er kriegte sie nicht.

Manchmal saß er mit Ă€lteren Bauleitern zusammen, mit pensionierten oder arbeitslosen. Da hatte man wenigstens ein GesprĂ€chsthema. Doch auch diese Runden machten ihn bald traurig, bald aggressiv. Einmal wollte einer der Älteren einen besonders schönen Bau loben und sagte: „Wie mit dem Munde gemalt.“ Und ein anderer fĂŒgte hinzu: „Von einem blinden Maler.“ Heinrich hatte frĂŒher selbst ĂŒber diese Steigerung ins Absurde geschmunzelt, doch jetzt fĂŒhlte er sich getroffen, er sagte: „Das ist ja nett, wie ihr euch ĂŒber Behinderte lustig macht“, und ließ die Prothese krachend auf den Tisch sausen. Das betretene Schweigen und der hilflose ErklĂ€rungsversuch des einen fĂŒhrten auch nicht dazu, dass Heinrich sich besser fĂŒhlte. Er stand auf und verließ den Tisch grußlos. Dabei war ihm eigentlich lĂ€ngst klargeworden, wie es zu solchen SprĂŒchen kam. Dieser stammte wohl noch aus der Zeit nach dem zweiten Weltkrieg, als die HĂ€lfte der mĂ€nnlichen Bevölkerung aus Kriegsinvaliden bestand. Damals klingelten einarmige MĂ€nner an HaustĂŒren und boten Postkarten mit mund- oder fußgemalten Motiven an. Eine Art Netzwerk der armen Teufel. Nachts schrien sie ihr Leid so in die Dunkelheit, dass die anderen die gewachste Watte ganz tief in die Ohren drĂŒcken mussten, um wenigstens ein bisschen Schlaf zu kriegen. Schlimme Zeit. Und vor diesem Elend musste man sich wohl mit solchen Witzchen schĂŒtzen. Und manche dieser blöden Texte ĂŒberlebten hartnĂ€ckig. Heinrich fand es zum Kotzen. Er brauchte Stunden, um sich von dem Vorfall zu erholen.

Um sich zu beschĂ€ftigen und um ein wenig Geld dazu zu verdienen, fing er an, Kleinmöbel nach Maß zu bauen. Kein sehr eintrĂ€gliches GeschĂ€ft, denn er durfte ja nicht groß werben, das wĂ€re aufgefallen. Es machte ihm Spaß, mit Holz zu arbeiten. Er verbrachte immer mehr und mehr Zeit in seiner kleinen Werkstatt, die er sich im Keller eingerichtet hatte. Er war ein geschickter Handwerker. Irgendwann begann er, sich kleine Werkzeuge zu bauen. So nahm er seinen Hand-Haken heraus und setzte sich einen selbstgebauten Schraubendreher an. Nun hatte er eine Hand mit eingebautem Elektro-Schraubendreher. Er wurde durch einfachen Druck des Stumpfes eingeschaltet und schaltete sich aus, wenn er die Kraft zurĂŒcknahm. Super Prinzip. Heinrich war stolz auf sich. Auf die gleiche Weise entstand bald eine Bohrmaschine, deren Akku er am GĂŒrtel trug. Er wagte sich in der Folge an immer kompliziertere Möbel und an immer pfiffigere Werkzeuge.

Einmal vergaß er die Bohrmaschine aus dem Stumpf zu nehmen, bevor er das Haus verließ, um einen Kaffee zu trinken. Im CafĂ© sprach ihn eine Ă€ltere Dame an. „Na, haben Sie Ihre Bohrmaschine immer dabei?“ Sie war gut gelaunt und zu einem SchwĂ€tzchen aufgelegt. Heinrich hob den Arm und ließ den Ärmel so weit hinuntergleiten, dass man den Übergang von Werkzeug zum Stumpf sah. Er drĂŒckte das Werkzeug mit der linken Hand gegen den Druckschalter und die Maschine fing an zu heulen. Die Ă€ltere Dame stieß einen spitzen Schrei aus, dann lief sie aus dem Haus und vergaß Handtasche und Mantel. Die Serviererin schimpfte mit Heinrich. Sie schimpfte lange und laut mit ihm. Heinrich ging. Er wĂŒrde hier nie wieder herkommen. Die Ă€ltere Dame tat ihm leid. Sie hatte nichts Böses getan. Eine feine Dame. Der Vorgang hatte ihm eine gewisse Macht gegeben. Er hatte ihr Angst eingejagt und sie war geflĂŒchtet.

Die Sache mit der Angst ist ja etwas Seltsames. Einmal hatte Heinrich Angst gehabt. Nachts in einem Park. Er war mit zwei Freunden laut plaudernd durch die Nacht geschlendert, als ihnen jemand entgegenkam. Man sah es an seiner Zigarette. Dann bog die Zigarette vom Weg ab und verschwand im Unterholz. Heinrich und seine Freunde erwarteten einen Überfall und taten so, als ginge sie das alles nichts an. Sie plauderten etwas lauter und lachten etwas lauter. Sie gingen an der Stelle vorbei und der Angriff kam nicht. Sie waren etwa 50 Meter weiter, als die Zigarette wieder aus dem Wald kam. Die Zigaretten-Person hatte Angst gehabt und die drei Freunde hatten folglich Angst vor der Angst gehabt.

Wovor hatten die Leute Angst, die ihm auswichen? Wussten sie, was sie ihm, Heinrich, damit antaten, dass sie ihn so ausgrenzten?

Die nĂ€chsten dreieinhalb Wochen verbrachte Heinrich damit, ein Angstwerkzeug zu planen. Eine Stahlkuppel anstelle der Hand, aus der auf Druck ein Haken herausschoss. Ein Spitzer, scharfer Haken, wie ihn die Schauerleute in alten amerikanischen Filmen benutzten, um StĂŒckgut zu bewegen oder um tödliche KĂ€mpfe um die Vorherrschaft zu fĂŒhren. Der Plan vom Haken erfĂŒllte Heinrich mit Befriedigung, mit einer Art Vorfreude auf die Macht, die er bald haben wĂŒrde. Er wĂŒrde es den Angsthasen zeigen, die ihn so gedankenlos ausgrenzten. Er wĂŒrde ihr GefĂŒhl verstĂ€rken und war sehr gespannt, was dabei herauskam.

Viereinhalb Wochen vergingen, bis die einzelnen Teile gebaut waren und er sie abholen konnte. Der Zusammenbau war in wenigen Stunden erledigt. Heinrich wusste genau, welches Teilchen wohin gehörte. Er hatte den Plan im Kopf und arbeitete in fieberhafter Eile. Dann war es fertig und guckte es an. Heinrich baute seine SchrĂ€nke, freute sich daran und wusste, das Angstwerkzeug gehörte ihm, er konnte es jederzeit einsetzen. Dann wĂŒrden noch ganz andere Leute laufen lernen als Ă€ltere Damen.

Abends saß er manchmal vor dem Haken und trĂ€umte sich stark. Plötzlich huschte eine kleine Gestalt durch seine Gedanken, ein Kind. Es hatte vor Schreck geweitete Augen und entfernte sich schnell. Heinrich schreckte auf. Er war ein Held, verdammt noch mal! Und vor Helden hatte man doch keine Angst.
Aber genau genommen bekam er schon langsam Angst vor sich selbst.

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DocSchneider
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Eine ungewöhnliche Geschichte mit vielen Facetten und Blickwinkeln zum Thema Angst. Ich habe den Text noch etwas kosmetisch geglÀttet und ein paar AbsÀtze eingebaut, um den Lesegenuss zu erhöhen.


Viele GrĂŒĂŸe von DocSchneider

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aligaga
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Bei Geschichten ĂŒber Randgruppen, wie missbrauchte Kinder, missbauchte Frauen, vom Holocaust betroffene Juden, somalilsche FlĂŒchtlinge oder unheilbar Krebskranke sollte man Obacht geben. Es ist stark vermintes Gebiet, und wenn man sich im GelĂ€nde nicht wirklich gut auskennt, stĂŒrzt man ziemlich sicher gleich in die erstbeste Phallgrube; man erntet dann nur noch bei jenen den gewĂŒnschten Beiphall, die nicht genau hingucken.

FĂŒr jeden, der sich in der "Szene" ein bisschen auskennt, ist schon der Introitus der Geschichte unglaubwĂŒrdig - offenbar leidet der Protagonist ja gar nicht unter Amnesie, sondern weiß akribisch alles, bis er bewusstlos wurde. Sogar ein fĂŒnfjĂ€hriges MĂ€dchen konnte er beim Lauf durch eine dichte Menschenmenge exakt verfolgen. Wie das? Hatte er Röntgenaugen?

Und weiter: Das StĂŒckerl spielt offenbar in der Jetztzeit. Es wird lapidar vom Verlust einer Hand gesprochen: Zack und weg, und alles an einem einzigen Montag. So war's aber allenfalls noch in Stalingrad und wĂ€hrend der ersten Nachkriegsjahre in den Gefangenenlagern; danach hat man, jedenphalls in Doitschland, Arm- oder Handreste nach dem Unphall nicht mehr bloß gesĂ€ubert und vernĂ€ht, sondern eine Plastik gemacht, die dem Betroffenen spĂ€ter wenigstens das einfache Greifen und Halten sowie Drehbewegungen ermöglichte.

Das Schwerbehindertengesetz und die in ihm enthaltenen Vorschriften zur Inklusion sorgen lĂ€ngst dafĂŒr, dass Betriebe schwerbehinderte Bewerber nicht, wie suggeriert, einfach abweisen können, sondern dass die Betroffenen einen Arbeitsplatz erhalten, der ihrem Handicap Rechnung trĂ€gt; die damit verbundenen AufwĂ€nde, ggf. auch den Ausgleich einer Minderleistung, trĂ€gt die Sozialkasse.

Am weitesten danebengeschossen hat der Autor mit der verallgemeinernden Darstellung einer empathiefreien Gesellschaft, vor der sich der Behinderte zu Ă€ngstigen hĂ€tte. Was fĂŒr ein Blödsinn! Dass Menschen ĂŒber interpersonelle AttraktivitĂ€t verfĂŒgen und zu prosozialem Verhalten neigen, ist weder Ansichtssache noch das Ergebnis eines Sozialkundeunterrichtes, sondern angeboren. Und zwar nicht nur den Doitschen. Ohne Zwang von außen (z. B. durch einen entmenschten Nationalsozialismus oder infolge eigener, bedrohlicher LebensumstĂ€nde) wird die Neigung des Menschen. sich sozial zu verhalten, ebengerade nicht außer Kraft gesetzt.

Dass man nicht auf die Bein- oder ArmstĂŒmpfe Verletzter starrt, die einem auf der Straße begegnen, liegt nicht daran, dass man sich ekelt, sondern dass man den Gehandicapten nicht bedrĂ€ngen oder verletzen möchte. Wenn er offenkundig Hilfe braucht, um ĂŒber die Straße zu kommen, hilft man ihm ohne großes Federlesen. So war es schon immer, und so ist es auch heute noch. Wer schon mal einen Unfall hatte oder in eine Katastrophe geriet, der weiß, wie rasch eine Gesellschaft zusammenrĂŒcken und sich helfen kann. Sie ist dazu geboren.

Sonderbar, dass sich die "Therapie" hier ausschließlich auf die SĂ€uberung und Ausheilung des Armstumpfes beschrĂ€nkt; weder gibt es eine heute lĂ€ngst ĂŒbliche Krisenintervention noch eine psychologische Betreuung, obwohl es sich um einen Unphall im öffentlichen Nahverkehr handelte und der Protagonist lebensrettend wirksam war. Es haftet in diesem Phalle die Versicherung des fĂŒr den Personentransport verantwortlichen Unternehmens, nicht die Krankenkasse, und der Verunfallte hĂ€tte Anspruch auf weit Besseres als die lapidare Auskunft einer behandelnden KrankenhausĂ€rztin, die Hand sei weg und wĂŒchse nicht wieder nach.

Wer als Behinderter die ihn umgebende, "gesunde" Gesellschaft als Feind ansieht, braucht keine Armprothese mit scharfgeschliffenem Haken, sondern einen Psychologen, der ihm erklÀrte, was alles er falsch macht und falsch sieht.

@Ali wĂŒrde, wenn er Noten gĂ€be, diesem um Betroffenheit buhlenden StĂŒckerl allenphalls fĂŒr den Satzbau und die Orthografie ein "befriedigend" geben. FĂŒr den Inhalt gĂ€b's eine glatte Null.

TTip: Keine KrĂŒppel-SchauermĂ€rchen erzĂ€hlen, sondern zum Ausdruck bringen, dass auch "Helden" zum Deppen werden können, wenn sie nicht aufpassen. Dann gĂ€b's die Bestnoten wirklich zu recht.

Heiter

aligaga

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