Diese Seite verwendet Cookies. Wenn Sie das nicht akzeptieren, mĂŒssen Sie Cookies in Ihrem Browser verbieten oder diese Seite verlassen.    OK  
 leselupe.de
Werbung
 Meine Leselupe

Mitglieder:   5552
Themen:   95266
Momentan online:
541 Gäste und 8 Mitglieder
Username:
Passwort:
Registrieren
Passwort vergessen?


Leselupe.de > Ungereimtes
ein Hauch
Eingestellt am 20. 01. 2018 21:01


Autor
Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.
Thylda
???
Registriert: Aug 2002

Werke: 118
Kommentare: 2383
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Thylda eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Sie stirbt
seit Tagen

zögernder Atem
kein Wille

die Nase spitzt sich zu

und dann
das geöffnete Fenster

Bearbeiten/Löschen   ebook  Druckversion


Franke
Routinierter Autor
Registriert: Mar 2009

Werke: 190
Kommentare: 2032
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Franke eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Hallo Thylda,

ich war 2012 drei Wochen lang am Sterbebett meiner Frau gesessen. Als sie aufhörte zu atmen, habe ich das Fenster geöffnet, dass sie gehen kann.
Neben all der Trauer war es auch ein sehr friedliches und tröstliches Bild.
Danke dass ich es noch einmal sehen darf durch dein Gedicht.

Liebe GrĂŒĂŸe
Manfred
__________________
Das Leben ist eine Krankheit der Materie (Thomas Mann)

Bearbeiten/Löschen    


Thylda
???
Registriert: Aug 2002

Werke: 118
Kommentare: 2383
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Thylda eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Lieber Franke

Heutzutage findet das Sterben hĂ€ufig nicht mehr in der Mitte der Familie statt. Das Sterben ist uns fremd geworden. Dabei ist es gut, dabei zu sein. Gut fĂŒr den, der nicht allein gehen muss und gut fĂŒr die, die Abschied nehmen können. Das Sterben gehört zum Leben.

Einen geliebten Menschen zu verlieren, ist immer schlimm. Ich weiß nicht, ob es einfacher ist, wenn der Tod schnell kommt. Ich finde es nur tröstlich zu wissen, dass das Leiden beendet ist, wenn man in das ruhige Antlitz eines Verstorbenen blickt. Die Verzweiflung und Trauer bricht erst danach ĂŒber einen herein, wenn man die volle Wahrheit der Situation versteht.

Der Moment des Todes selbst ist wie eine Blase, die aus Zeit und Wirklichkeit herausgeschnitten ist. Er hat etwas Ewiges und sehr Inniges. Da sind sich Geburt und Tod sehr Àhnlich. Momente in denen alles Weltliche unwichtig ist. Obwohl uns Etwas genommen wird, wird uns auch Etwas geschenkt: Die UnabhÀngigkeit vom tÀglichen Wirrwarr und die Realisation, was das Wesentliche ist.

Vielen Dank fĂŒr Deinen Kommentar. Ich hoffe ich habe Dich nur an den Ort der Ruhe zurĂŒck gebracht und nicht der Trauer.

Liebe GrĂŒĂŸe
Thylda

Bearbeiten/Löschen    


Trainee
HĂ€ufig gelesener Autor
Registriert: Oct 2017

Werke: 11
Kommentare: 969
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Trainee eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Mein aufrichtiges Beileid.

Wenn jedoch ein Gedicht der Öffentlichkeit vorgestellt wird, insbesondere in den Foren, stellen sich die Autoren einer Kritik oder ggfs. der Zustimmung ihrer Leser, denn sonst sprĂ€chen sie lediglich mit Angehörigen oder Freunden ĂŒber ihr Leid.

NatĂŒrlich löst dein Gedicht GefĂŒhle aus, was eine wichtige Aufgabe der Lyrik darstellt.
Den Titel finde ich schlecht gewÀhlt, denn es ist ja die Seele, die ins Freie gelangen soll und nicht der Hauch.
Zudem scheint es mir problematisch, dass sich die Nase selber zuspitzt. Das Spitzen (als solches) empfinde ich allerdings als sehr gelungenes Bild.

Im Stil erinnert mich das Gedicht stark an die Werke des Cellisten, gefÀllt mir also.

Mit freundlichen GrĂŒĂŸen
Trainee

__________________
Mein Maul ist ein Löwe / mein Herz ein Kaninchen / Von fern bin ich Zora, von Nahem: Sabinchen (Simone Borowiak)

Bearbeiten/Löschen    


Thylda
???
Registriert: Aug 2002

Werke: 118
Kommentare: 2383
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Thylda eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Wo siehst Du denn Leid in meinem Gedicht, Heidrun? Gerne mal genau lesen, nĂ€mlich den Text, der tatsĂ€chlich da steht. Der ist neutral, die GefĂŒhle entstehen vielleicht im Leser, der Text selbst beobachtet nur.

Wo siehst Du eine ErwÀhnung von einer Seele? Der Hauch ist bewusst frei davon.

Zum Zuspitzen der Nase: hast Du schon jemals einen Menschen sterben sehen? Wohl eher nicht, denn sonst hÀttest Du diese Beobachtung wahrscheinlich selbst gemacht.

Darf ich Dir Deinen eigenen Rat zurĂŒck geben, sich beim Schreiben (Werk oder Kommentar) auf die Dinge zu beschrĂ€nken, die man versteht.

Dass Du das Gedicht magst, weil es Dich an Werke des Cellisten erinnert und das Bild der spitzen Nase gut findest, nachdem der Cellist sagte, er fÀnde es gut, erinnert mich an einen Deiner Kommentare Hier klicken

quote:
Leider beteiligen sich auch Frauen an diesen Dummheiten. NĂ€mlich solche, denen das Schreiben selbst nach ĂŒber 10 Jahren formal und sprachlich schwerfĂ€llt und die sich deshalb gern eine "starke" Persönlichkeit zum Ankuscheln suchen.

Der Tod und das Sterben sind normale Dinge, schnörkellos, Fakt. Wie wir darauf reagieren, ist individuell verschieden. Deshalb wird auch jeder diesen Text anders wahrnehmen, weil dieser Text nicht vorschreibt, was man zu fĂŒhlen hat. Schwierig ist es eben fĂŒr die, die nicht wissen, was sie gesellschaftskonform zu fĂŒhlen haben und nicht annehmen können, dass sie mangels Erfahrung gar nichts fĂŒhlen und deshalb lieber Nichts sagen.

GrĂŒĂŸe
Thylda

Bearbeiten/Löschen    


revilo
???
Registriert: Nov 2008

Werke: 85
Kommentare: 7249
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um revilo eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

GrĂŒĂŸ Dich, das ist ein starker,eindringlicher Text....ich assoziiere mit deinen Worten durchaus Freude,Stille und friedliches Gehen...ich saß auch am Sterbebett......verlor aber auch binnen 3 Monaten 2 Freunde und saß nicht an ihrem Sterbebett....du kannst jemanden, der unbedingt gehen will,leider nicht aufhalten......davon handeln deine Zeilen sicherlich nicht.....aber sie lösen bei mir sehr starke Emotionen und Erinnerungen daran aus.......

Danke, dass du dies aufgeschrieben hast......

LG revilo
__________________
Manch mal weiß ich nicht
ob der Tag anbricht oder
ausbricht (revilo)

Bearbeiten/Löschen    


12 ausgeblendete Kommentare sind nur fĂŒr Mitglieder und nur mit eingeschaltetem Javascript erreichbar.
ZurĂŒck zu:  Ungereimtes Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.
Werbung