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Empfohlener Beitrag
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Guten Morgen JuCoEichmann konnte den Anblick nicht ertragen, übergab sich und ließ die Inspektion des Lagers von jemand anderem abschließen.
"Inspektion"? = denjenigen der die Goldzähne zog?
LG wirena
Guten Morgen JuCoEichmann konnte den Anblick nicht ertragen, übergab sich und ließ die Inspektion des Lagers von jemand anderem abschließen.
Guten Morgen,Guten Morgen JuCo
"Inspektion"? = denjenigen der die Goldzähne zog?
LG wirena
Ich weiß zum Glück nicht und noch einmal nicht, ob die Welt der Menschen mit Poesie besser wird, falls sich die lesende Mehrheit irgendeinmal unter einem so erleichterten Himmel einig ist - oder ist das bereits meine literarische Banalität des Bösen? Um die meine geht es doch und nun, wenn ich am Ende "trivial" verstanden haben will.
Das Ende obiger Geschichte: Frau wacht noch einmal auf und darf Sterne gucken. Lieber Himmel, das ist so unoriginell, entschuldigungentschuldigung, abgedroschen, dass es mich aber immerhin reizt, was Alternatives schreiben zu wollen. Immerhin war gestern der 25. November.
So würde es u.U. Charles Bukowski ausdrücken. Kennst du das Gedicht "Krieg und Frieda"Sie steht einfach da und wartet auf ihren Nackenschuss. Und als der bildschöne, azurblaue Mann ansetzt, um sie lediglich, also ohne Vergewaltigung, abzuknallen, sieht sie eine gestreifte Katze, die das Beinchen hebt wie ein verdammter Hund, der an einen uralten Baum schifft. Und dann erst fällt ... der neumondgelb leuchtende Urinstrahl, denn Kollege Knarre muss jetzt wirklich pissen.
Ist wohl eher deren Problem.....auch ich musste spontan lachen und fand dies "witzig" - kann mir aber vorstellen, dass es Personen gibt, die nicht auf solch einem Tisch essen möchten -
Für was genau bedankst du dich an der Stelle?- danke - JuCo -
Zitat:Für was genau bedankst du dich an der Stelle?
Gruß, Heinrich
Danke @ikarus-1975 für deine Rückmeldung! Ja, wieder eine dieser Absurditäten: Wir wollen, dass getötet wird, aber mit Zucht und Ordnung bitte. Wieder, jene Widersprüchlichkeit, wo Petras Aussage programmatisch ist:Das stärkste an diesem Text ist der Mantel, den der Kommandant dem Mädchen um die Schultern legt. Menschlichkeit? Galanterie? Widerlichkeit, Bestialität?
Bevor die Deutschen in die Bukowina und nach Bessarabien kamen, hatten bereits Einheimische mit den Massentötungen begonnen - doch war den Deutschen das nicht recht. Nicht, weil sie nun um ihre Arbeit gebracht worden wären, sondern weil das Töten so chaotisch und auch grausam (!) vonstatten gegangen war.
Und zu Eichmann: genau dieses Bild hatte Arendt vermitteln wollen. Sie selbst war ja zunächst davon geschockt, es nicht mit einem Monster zu tun zu haben, sondern mit einem normalen Menschen - noch dazu mit einem, dessen mentale Stärke sehr überschaubar war.
Ich sehe bei vielen Schülern, dass sie schnell zu Verallgemeinerungen neigen: da wird Hitler als obsolut Böses deklariert (meist kennen die Schüler nur Hitler) - entmenschlicht, eine Ausnahme. Unsere Aufgabe ist es nun, ihnen klarzumachen, dass die "Monstrosität" des Bösen gerade darin besteht, nicht von einem Monster ausgegangen zu sein, sondern von einem normalen Menschen. Wie das ja in den obigen Beiträgen schon zum Ausdruck kam.
Mh, spannend, was du zu Hitler sagst. Mal schauen, ob es mir gelingt, meine Gedanken dazu nachvollziehbar mitzuteilen: Tatsächlich interessiere ich mich kaum für ihn als Person, und "Mein Kampf" zu lesen war schlichtweg unmöglich für mich. Oft wird ja seine Biographie erwähnt, Vegetarier, 1. Weltkrieg und Kunststudent, ... Das ist natürlich von großer Bedeutung, und vor jedem Historiker, der sich mit ihm auseinandersetzt, ziehe ich meinen Hut, wie auch vor jedem Lehrer, der seine Biographie zu vermitteln sucht. Aber doch ist da nicht dieselbe intrinsische Neugier in mir, welche ich für einen Eichmann habe – oder für den Protagonisten in dieser Kurzgeschichte. Vielleicht, weil er tatsächlich so sehr anders war? Einer in einer Milliarde – oder so?Das kann man nicht erklären. Um so besser, wenn Du es nicht 'verstehst'.
Und das blieb hängen. Mir präsentiert sich Hitler als Ausdruck des kollektiven Schattens – des Bösen – und das in Reinform. Seine Zerrissenheit (also sein Mensch-Sein) ist dafür von eher geringer Bedeutung.„With Hitler you do not feel that you are with a man. … He is not a man, but a collective. He is not an individual, but a whole nation.“
Und klar, ist das so nicht passiert. Und doch finde ich denselben Funken „des Ewigen“ wieder, wenn ich Frankls Berichte lese oder "Von guten Mächten" von Bonhoeffer anhöre. Und eben dieser Funke, wenn auch in Kunst gefasst, macht doch etwas mit der Wirklichkeit, ist selber Wirklichkeit,...Etwas ins Bild setzen, was dort in der Realität vielleicht nicht stattfinden würde.