An die Poesie und .... (Komisch-Barockes Sonett)

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Willibald

Mitglied
An die Poesie und an solche,
die meine Dichtversuche schmähen.

(Komisch-Barockes Sonett)

Ich bin kein Adler, holde Poesie, der deiner Sonnen Blinken,
Der deiner Wangen Glanz kann schauen unverwandt:
Wenn deiner Augen Glut in meinen eingebrannt,
So müssen ganz beschämt die Lider niedersinken.

Und dennoch will ich nicht der scheuen Eule gleichen,
Die statt dem Tag erwählt die dunkle, dunkle Nacht.
Ich flügle nach dem Feur, das wohl zu Asche macht
Furcht, Blöd- und Schüchternheit und all die Fragezeichen.

Glutäugig-Jambisch schwing´ die Flügel, o gelehrte Eule,
Im Hohlstamm ächz´ der Waldschrat weiter,
Im Morschholz glimme rot die Fäule.
Du singe ernsthaft, singe heiter.

Mein Lied, sagt ihr, sei dilettantisch?
Ja, sicher doch. Doch auch bacchantisch.

https://vignette.wikia.nocookie.net.../d2/Owl.gif/revision/latest?cb=20160310164257

http://www.zeno.org/Literatur/M/Zie...chreib-Art/Vermischte+Gedichte/Lob+der+Poesie
 

Mondnein

Foren-Redakteur
Teammitglied
"bacchantisch" - das ist witzig,
es heißt hier offensichtlich "blau, besoffen"
Das hast Du, Willi, bald schon gut getroffen.
Der Trunkne singt: So netten Liedern ritz ich

mein Zeichen ein - ich treff die Ziele
mit kindlich unbedenklichen Genauigkeiten
durch Wechelfußgestolper - erst mal reiten
auf Pferden die mir durchgehn meine Federbootenkiele

mal acht mal sechs mal spinnert mal insektisch
mal säugerische Vier vielleicht Seesternsche Fünffuß-Stümpfe -
so kratz ich jede Marke - habs "gerissen"

beim Stabhochsprung. Das Publikum plaudiert schon hektisch
ich stürze unreim ins un reine Reimgesümpfe:
putavi concacavi me? - reimt sich conclaudice auf Wissen.
 

Willibald

Mitglied
Non te cacavisti - Epigrammmm

Wie sagt bekanntlich Alkaios? Der Wein ist der Spiegel des Menschen.
Mondnein hat wohl die Nacht schreibend vorm Spiegel verbracht?
 
A

aligaga

Gast
Jaja, der Suff, o @Willibald! Vor vielen Jahren gab's beim AFN (American Forces Network) einen Werbespot, wo man im Hintergrund mehrstimmiges, lustiges Männergrölen hörte, zu dem - nachdem es in den Hinetrgrund geblendet worden war - eine knochentrockene Sprecherstimme bemerkte: "If you're drunk, you think you can sing." Das Grölen wurde wieder lauter, um gleich darauf jäh in einem entsetzlichen, reifenquietschenden, krachend-splitternden Unfallgeräusch zu enden. In die nachfolgende Stille sagte die trockene Stimme: "Don't drink when you drive!"

Während wir in der ersten deiner Strophen vor lauter Genitiven zusammen mit dem Aar ins Stolpern kommen, lassen uns diese nach dem "statt(dessen)" im Stich und bieten seinen Bruder, dem Dativ, an. Sorry, o @Willibald, aber das geht in solch verschraubter Ode nicht! Auch "nach etwas flügeln" geht nicht, denn wer flügelt, fliegt nicht, sondern bleibt dort stehen, wo er gerade flügelt.

Wobei wir am Ende wieder beim Singen und dem Rundfunkspot(t) wären - man braucht schon ein ziemliches Quantum, im "Huhuh" eines Uhus Nachtigallen schlagen zu hören. Hier vor diesem ornithologischen Wortsalat ist @ali versucht, augenzwinkernd zu sagen: "Don't rhyme when you're drunk".

Nix für unguht und heiter wieder weiter

aligaga
 

Marker

Mitglied
Es gibt und gab ja zahlreiche Autoren, die sich gerne von der bacchantischen Muse küssen liessen, um sich in die richtige Schreib-Stimmung zu bringen (Poe; Hemingway; E.T.A. Hoffmann; F. Pessoa; J. London …). Bei mir will’s nicht so recht funktionieren, höchstens insofern, dass es den inneren Kritiker und Lektor sediert, betäubt oder gar eliminiert. Aber die Selbsterkenntnis, dass ich auch Mist verfassen kann, wenn ich nüchtern bin, ist ja auch nicht ohne.

Dein Gedicht, lieber @Willibald spricht mich sehr an. Von der Epik und den Sprachbildern her erinnert es mich zum Teil an Lord Byrons Poems.

LG, Marker
 
A

aligaga

Gast
@Ali glaubt, dass jeder Schreiber von Rang, auch oder gerade jene, denen man Drogenmissbrauch nachsagt, ohne luzide Momente nichts zustande gebracht hätten.

Von dem ollen Ernest weiß man definitiv, dass er sofort nach dem Aufstehen, meist noch im Nachthemd und stehend, seine täglichen 150 Wörter in die Maschine getippt hat. Gesoffen hat er seine Daiquiris in der Regel erst nach Sonnenuntergang.

London litt unter Hauttuberkulose und hat erst als Kranker richtig zu saufen begonnen. Wenn er schrob, war er nüchtern. @Ali empfiehlt dessen biografisches Tagebuch "Die Reise mit der Snark". Da stünd' alles drin.

Schreiben ist eine verdammt harte Nummer. Wer dabei seine Gedanken nicht wenigstens phasenweis' beieinander hat, erleidet recht bald grausamen Schiffbruch. Im Vollrausch geht gar nichts - da stolpert man höchstens über seine off'nen Schnürsenkel und schlägt der Länge nach hin. Bautz!

Heiter, sehr heiter

aligaga
 

Marker

Mitglied
@Ali. Ja, da magst Du Recht haben. Allerdings dürfte Hemingway jeweils am Morgen noch eine ganze Menge Restalkohol im Blut gehabt haben, sodass er gleichwohl nicht ganz nüchtern war beim Schreiben.
Schon Mr. Fitzgerald bemerkte zu seiner Zeit: «Trinken ist das Laster des Schriftstellers.»
Beliebt war früher auch die Mixtur von mit Opium versetztem Wein, denn im Laudanum-Rausch eröffneten sich dem Künstler ekstatische, traumhafte Parallel-Welten, aus denen er schöpfen konnte.
Hendrix war auch oft auf Drogen, als er damals seine avantgardistischen, stilbildenden verzerrten und kreischenden Gitarrensoli (die ganze Heerscharen von Rock-Gitarristen beeinflussten) auf dem Instrument zum Besten gab.
LG, Marker
 
A

aligaga

Gast
Auf das Argument mit den zugedröhnten Rockmusikern hat @ali amüsiert gewartet. Wer sich ein bisserl auskennt, weiß, dass die stets darauf angewiesen waren und sind, dass alle anderen um sie herum auf dem Quivive und im Rhythmus bleiben. Allerdings: wenn das Publikum genauso zugedröhnt ist wie der "Künschtler", dann passt's wieder. Man muss den Level nur weit genug herunterschrauben, ne? So wie in dem grad eben zitierten AFN-Spot(t).

TTip, o Marker - sauf mal eine Mass auf "ex" und spiel gleich im Anschluss daran Beethovens "Romanze in F" auf deiner Geige. Ein nichtmitbesoff'nes Publikum hört deine Patzer sofort und rennt davon.

Die schönen Sachen, die so leicht ausschau'n, sind meist am allerschwierigsten. Die Kunst besteht darin, es das Publikum nicht merken zu lassen. Wer sein Betriebssystem dauerhaft mit Drogen lahmlegt, ist nicht produktiv, sondern ziemlich schnell tot.

Gleichwohl heiter, sehr heiter

aligaga
 

Mondnein

Foren-Redakteur
Teammitglied
Hendrix ist hier falsch charakterisiert. Für ihn ist vielmehr die komplexe (Jazz-) Harmonik, der weiche Sound und die Polyphonie seiner "sinfonischen" Schichtungen typisch. Und, was für die Dichter unter den Lesern von Interesse sein könnte, die Qualität seiner Texte. Die klassisch-avantgardistischen Experimente. Die joviale Coolness bei hoher melodischer Spannung, eine unübertreffliche Reichhaltigkeit der melodischen Einfälle, sogar bei den Auftritten, wo er seine Hörer überforderte. Darüber, daß sie ihn in seine archaischeren Frühphasen zurückdrängen wollten, war er nicht glücklich. Aber die Schwerpunkte seiner Musik lagen nicht in den Auftritten, vergleichbar den Beatles, die seit 1966 dem Krach der Auftritte entsagten. Und dann wurden sie gut.

Das zeigte sich insbesondere bei seinen Studioarbeiten, ähnlich der Entwicklung bei den Beatles, die - genauso wie Hendrix - nicht so sehr "auf" Alkohol, als vielmehr auf LSD und Haschisch "waren", wenn sie ihre Ideen organisierten. Den Beatles half George Martin, dem Voodoo Chile Eddie Kramer.

Baudelaire trank nicht so exzessiv, er berauschte sich an Haschisch, Opium und Wagner. Trakl und Benn nahmen Kokain hinzu, um gleich die Gipfel der Lyrik beim Namen zu nennen.

Eine literarische und wohldifferenzierende Analyse der verschiedenen Wirkungsweisen dieser Drogen (einschließlich Richard Wagners Musik) findet sich in der Aufsatzsammlung "Annäherungen" von Ernst Jünger.
 
A

aligaga

Gast
Wer Alkohol für was anderes hält als eine Droge und meint, es käme wirklich darauf an, mit welchem Gift man seine Synapsen lahmlegte, träumt und wundert sich, dass er tot ist, wenn er wieder aufwacht.

Die Phantasmagorie, dass man mit Doping allein Weltrekorde schwömme, mit LSD allein zum brillanten Musiker würde und im Vollsuff zum Weltschriftsteller gediehe, war immer schon unerfüllt und wird immer unerfüllt bleiben.

Mag ja sein, dass am Anfang die digitale Schnapsidee stand. Wer daraus ein analoges Stück machen möchte, das vor einem kritischen Publikum besteht, muss sich schinden. Das ist nicht anders wie in der Landwirtschaft. Wer meint, nur auf den Punkt scheißen zu brauchen, dann wüchsen die Kartoffeln schon in Reih und Glied, irrt. Er wird Hungers sterben.

Das ist übrigens keine neuer Spruch, sondern so steht's sinngemäß schon im alten Testament. Armer Jimi. Hätt' er doch ab und zu auf seine Mami gehört ...

Heiter wie immer

aligaga
 

Marker

Mitglied
Ja, @Ali, schon klar, der Marker präzisiert daher: "Psychedelische Drogen" (im Zusammenhang mit dem Gitarren-Hexer)
 
A

aligaga

Gast
Ja, @Ali, schon klar, der Marker präzisiert daher: "Psychedelische Drogen" (im Zusammenhang mit dem Gitarren-Hexer)
Dass Hendrix posthum zum virtousen "Hexer" hochsterilisiert wird, lässt schmunzeln - nichts gegen Hendrix' psychedelische Schnapsideen, aber erstens war sein Spiel definitiv ziemlich simpel, gemessen an dem, was man aus so einer Mandoline wirklich rausholen kann, wenn man fleißig übt und seine Sinne beieinander hat; zweitens hatte er ebenso wache wie clevere Begleiter und drittens saß ihm sein Publikum mindestens ebenso lädiert zu Füßen, wie er sich onstage produzierte.

Dass er jetzt, fast fünfzig Jahre nach seinem Drogentod, von seinen damaligen Fans nur deshalb in den Himmel gehoben werden kann, weil die halb soviel gekifft, gedrückt und gesoffen hatten wie ihr Idol und nun (so gerade) noch am Leben sind, sollte uns zu denken geben. In den 60ern gab es auf der ganzen Welt geschätzt etwa 25 Millionen Jimis, die das lebten, was sie spielten und das spielten, was sie lebten.

@Ali sah und sieht in alledem keine große Kunst, sondern l'art brut, die man respektieren und möglicherweis' auch lieben kann, deren Hintergründe man aber nie aus dem Auge verlieren sollte.

On Topic: Wer klar denkt, spricht klar. Ohne luzide Phasen komponiert und schreibt sich's denkbar schlecht.

Vergnügt

aligaga
 

Mondnein

Foren-Redakteur
Teammitglied
Ernst Jünger lesen, das hilft, wenn man nicht "experienced" ist.

Alkohol ist im großen Spektrum die elendeste aller Drogen. Bei den anderen bilden die Opiate auf der einen Seite und die sogenannten Halluzinogene auf der anderen Seite einen extremen Gegensatz. Letztere betäuben nicht. "Die Pforten der Wahrnehmung" heißt ein berühmtes Werk, das eine Erfahrung damit "nüchtern" beschreibt.

Natürlich braucht es nicht irgendwelche Drogen, um zu erkennen, daß die ganze Welt von ihren feinsten individuellen inneren Verästelungen bis zu Gottes All-Ein-Sein ein atemberaubendes und zugleich kommunikativ atmendes Kunstwerk ist. Den Spott der von ihrer Genialität besoffenen "Dichter" eingeschlossen. Im Sinn derer, die die Augen und Ohren weit öffnen, aufgeschlossen.
 

Mondnein

Foren-Redakteur
Teammitglied
Hendrix ist einer der größten Künstler des 20. Jahrhunderts. Ich habe daran keinen Zweifel.
 

Willibald

Mitglied
Zwischeneinlage von Rausch zu Rhythmus:

Die Bacchanten sind neben dem Rausch auch mit einem entsprechenden Tanzverhalten ausgezeichnet. Ein Tanz im Rhythmus, wohl manchmal geregelt, dann aber in Ekstase und freie Rhythmen übergehend. Also die Auflösung fester Formen.

Thomas Wolfe schreibt hier eine (pathetische?, modern? alt?) Passage, von mir mit Wissbegier und Freude einstmals gelesen ...

Und endlich tauchen da im finsteren Dschungel der Nacht durch alle Traumbilder, Erinnerungen und verwunschenen Verflechtungen des zeitlosen und ewigen Bannes der Zeit, des immerwährenden Augenblicks – zwei Reiter auf und reiten, reiten, reiten durch die Nacht. Wer sind sie? Oh, wir kennen sie, seit wir am Leben sind, und sie werden immerdar übers Land reiten, auf dem mondverzauberten Weg unseres Lebens.

Sie heißen Tod und Erbarmen, und wir kennen ihre Gesichter: Unser Bruder und unser Vater reiten stets neben uns durch den Traumzauber und Bannbezirk der Nacht; ihre Hufschläge dröhnen im Gleichmaß mit den Rhythmen des Zuges. Rittlings auf den schwarzen und mondmähnigen Stuten der Wut, eingehüllt in das Dunkel der Nacht, den Bann der Zeit, traumbleich, ewiglich, jagen sie über das gespenstische Land dahin, über die mondverzauberte Wildnis, und ihre Hufe donnern gleichauf mit dem Zug.

Bleiches Erbarmen und Hagerer Tod heißen sie, und sie werden immerdar durch die Mondplantagen Virginias reiten und den tick-tack-Takt halten mit dem gleichmäßigen Donnern des Zugs, der den tick-tack-Takt stampft, während sie mit vierfachem Donnern ihrer Geisterhufe immerdar gleichauf mit dem Zug durch die Mondplantagen Virginias stampfen.

Quadrupedante putrem sonitu quatit ungula campum, während der Hagere Tod und das Bleiche Erbarmen mit quadrupedante putrem sonitu quatit ungula campum … campum … quadrupedante … putrem … putrem … putrem putrem putrem während mit sonitu quatit ungula campum quadrupedante putrem … putrem …. putrem putrem putrem … putrem … putrem … putrem putrem putrem quadrupedante quadrupedante quadrupedante putrem putrem … während mit sonitu quatit ungula campum quadrupedante putrem … putrem … putrem putrem putrem … während mit sonitu quatit ungula campum quadrupedante putrem … ungula campum … campum … ungula … ungula campum …

Wolfe, Thomas. Von Zeit und Fluss. München (Manesse Verlag) 2017, S.102.

Hier noch das (fast durchgehend regelmäßig rhythmisierte) Lied, das Wolfes Lektor liebte und das Begräbnis des Dichters begleitete, ferner ein Link dazu (Patti Smith):

Burns Robert

FLOW GENTLY SWEET AFTON

Flow gently sweet afton among thy green braes
Flow gently I'll sing thee a song in thy praise
My Mary's asleep by thy murmuring stream
Flow gently sweet afton, disturb not her dream

Thou stock dove whose echo resound through the glen
Ye wild whistling blackbirds in yon thorny den
Thou greencrested lapwing thy screaming forbear
I charge you, disturb not my slumbering fair

How lofty, sweet Afton, thy neighboring hills
Far marked with the courses of clear winding rills
There daily I wander as noon rises high
My flocks and my Mary's sweet cot in my eye

How pleasant thy banks and sweet valleys below
Where wild are the woodlands, the primroses blow
There oft, as mild evening weeps over the lea
The sweet scented birk shades my Mary and me

Thy crystal stream, afton, how lovely it glides
And winds by the cot where my Mary resides
How wanton the waters her snowy feet lave
As gathering sweet flowers, she stems thy clear wave

Flow gently sweet afton among thy green braes
Flow gently sweet river, the theme of my lays
My Mary's asleep by thy murmuring stream
Flow gently sweet afton, disturb not her dream

https://www.youtube.com/watch?v=lHImhqEC1fo


Anmerkung:

Quadrupedante putrem sonitu quatit ungula campum. (Vergil Aeneis, Buch 8, Vers 596)

"Mit vierfüßigem Ton erschüttert der Huf (ungula) den
modrigen Boden."

«Dröhnend erschüttert das lockere Feld vierfüßiger Hufschall.»
 

Willibald

Mitglied
An die Poesie und an solche,
die meine Dichtversuche schmähen.

(Komisch-Barockes Sonett, antiquarisch-freudig)

Ich bin kein Adler, holde Poesie, der deiner Sonnen Blinken,
Der deiner Wangen Glanz kann schauen unverwandt:
Wenn deiner Augen Glut in meinen eingebrannt,
So müssen ganz beschämt die Lider niedersinken.

Und dennoch will ich nicht der scheuen Eule gleichen,
Die statt dem Tag erwählt die dunkle, dunkle Nacht.
Ich flügle nach dem Feur, das wohl zu Asche macht
Furcht, Blöd- und Schüchternheit und all die Fragezeichen.

Glutäugig-Jambisch schwing´ die Flügel, o gelehrte Eule,
Im Hohlstamm ächz´ der Waldschrat weiter,
Im Morschholz glimme rot die Fäule.
Du singe ernsthaft, singe heiter.

Mein Lied, sagt ihr, sei dilettantisch?
Ja, sicher doch. Doch auch bacchantisch.

https://vignette.wikia.nocookie.net.../d2/Owl.gif/revision/latest?cb=20160310164257

http://www.zeno.org/Literatur/M/Zie...chreib-Art/Vermischte+Gedichte/Lob+der+Poesie
 

Willibald

Mitglied
Hier noch die schöne Widmung des Autors für seinen Lektor (und dann
Sokrates/Platon bei Wolfe gleich darunter)

Für Maxwell Evarts Perkins Einem großen Verleger und tapferen und ehrlichen Mann,
der in Zeiten bitterer Hoffnungslosigkeit und
Bedenken zum Verfasser dieses Buches hielt und ihn nicht
seiner Verzweiflung überantwortete, ist dieses unter dem Titel «Von Zeit und Fluss» erscheinende Werk in der Hoffnung
gewidmet, dass es sich als Ganzes, wenn auch unzulänglich,
der unverbrüchlichen Treue und geduldigen Aufmerksamkeit
würdig erweisen möge, die ein unerschrockener und
unerschütterlicher Freund ihm in allen Teilen entgegengebracht hat und ohne die nichts davon hätte entstehen können.

«Kriton, mein lieber Freund Kriton, dies ist es, glaube mir,
was ich zu hören meine, wie die Korybanten Flötenspiel hören im Wind, und der Klang dieser Worte dröhnt und hallt mir in den Ohren nach,
und ich kann nichts anderem lauschen.»
 
A

aligaga

Gast
Lautstärke ist in der Musi nicht alles, was zählt, sind die Töne!

Munter und vergnügt

aligaga
 

Marker

Mitglied
aber, @ali, hendrix' gitarrenspiel war simpel? nicht doch, der virtuose spielte zusaetzlich mit seinem daumen auf dem griffbrett, das versuch mal nachzuahmen. er ist per se DIE personifizierte gitarrenlegende - sein nimbus strahlt ungebrochen - hoer dir doch mal seine 'star spangled banner' an, mein gott, der mann gehoerte zur speerspitze der anti-vietnamkriegsbewegung, er zeigte dies dergestalt, indem er bei besagter hymne sirenengeheul und geschuetzdonner auf der gitarre erzeugte, dies versuche bitte schoen auch mal.
hendrix kombinierte exzellentes riffing und akkordspiel mit geschwinden, hypnotischen petatonik-licks und einer gehoerigen portion "wah-wah" - er wird noch heute von rock-lead-gitarristen nach strich und faden gepluendert ...
gewiss war er technisch nicht der versierteste gitarrentechniker aller zeiten, ein (leider ebenfalls viel zu frueh dahingeschiedener) gary moore, seines zeichens ein begnadeter rock-blues-gitarrist, konnte ihm mindestens das wasser reichen und war ihm ebenbuertig. als beleg fuer diese meine behauptung moege sein live in montreux (ja, ja, die schweiz halt ...) vorgetragenes opus 'the messiah will rise again' gelten, da krieg ich jedes mal eine verdammte huehnerhaut. man moege einfach ueber seine gesichts-faxen-akrobatik hinwegsehen, aber der gary lebte halt seinen blues-rock voll aus und die gitarre war quasi der verlaengerte ast seiner seele. R.I.P. jimi and gary.

rock-guitar rules the world,
marker
 


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