Bis ans Ende der Welt

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John Wein

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Nacktbaden

Aire sur L’Adour - Miramont Sensaq, Dienstag, 25. Mai

Um halb neun brechen wir auf. Zunächst müssen wir Proviant für den Tag einkaufen, ein Pilgertag beginnt schließlich nicht allein mit guten Vorsätzen, sondern auch mit Käse, Baguette und ein paar Plätzchen, dazu ausreichend Flüssigkeit. Vor der Brücke über die Adour entdecken wir einen kleinen Tante-Emma-Laden mit allem, was das Herz begehrt und wir so für unterwegs benötigen. Mehr braucht es nicht zum Glück.

Unsere Stimmung ist gut, das Abenteuer kann beginnen. Wir steigen hinauf in die Oberstadt. Über den Dächern, in der Ferne, leuchten schon die weiß gekrönten Gipfel der Pyrenäen herüber. Ein verheißungsvoller Anblick, der die Gedanken schon weit vorauswandern lässt.

Da plötzlich vor uns: „Ja, was ist denn das jetzt hier!“ Ich bleibe stehen.

Der Weg holt uns in eine neue Wirklichkeit. Vor uns, tief unten in einem Geländetrog, breitet sich eine gewaltige Baustelle aus. Ein vierspuriges Asphaltband schneidet mitten durch die Landschaft. Hier entsteht eine neue Autobahn, die einmal Pau mit Bordeaux verbinden soll. Bagger, Erdaufschüttungen und kahle Böschungen bestimmen das Bild.

Arno schaut hinunter. „Ich sehe eine Baustelle.“

„Das sehe ich auch. Aber wo geht’s jetzt weiter? Das war aber so nicht vorgesehen, im Wanderführer steht davon kein Wort.“

Arno zuckt mit den Schultern. „Dann ist er nicht auf dem neuesten Stand.“

Im Wanderführer findet sich nichts. Haben wir eine neue Streckenführung übersehen? Oder ist die Baustelle jünger als unsere Ausgabe? Wir rätseln, vergleichen die Wegmarkierungen und suchen nach einer Lösung.

„Komm, wir versuchen‘s “, sagt Arno.

Die frische Böschung ist steil und noch völlig unbewachsen. Kein Gras, kein Halt, nur lockerer Sand und feiner Schotter. Hinunterzukommen ist schwierig. Wir setzen vorsichtig einen Fuß vor den anderen, doch die Böschung hat andere Pläne. Kaum belaste ich den rechten Fuß, gibt der Boden nach. Ich rutsche, zunächst langsam, dann zunehmend.

Arno setzt sich hin. „Das ist bequemer.“

Beide rutschen wir auf dem Hosenboden talwärts.

Unten angekommen, stehen wir nach vier Fahrspuren, vor dem Gegenhang. Der Aufstieg erweist sich als ebenso anspruchsvoll. Wir stemmen die Schuhspitzen in den losen Boden, ziehen uns mühsam nach oben und rutschen wieder zurück, drei Schritte hinauf, zwei zurück, dann fünf zurück.

„Der Weg ist gegen uns.“

Beim dritten Versuch mit schwungvollem Anlauf erreichen wir endlich die obere, gegenüberliegende Kante. Wir stehen da wie zwei aus dem Gelände geborgene Überlebende: verschwitzt, sandig und mit Schuhen, die inzwischen nach Baustelle und nicht nach Jakobsweg aussehen.

Arno klopft sich die Hose ab. „War doch schön.“

Wir rücken die Rucksäcke zurecht und finden die alte Wegführung durch die Felder.

Gegen zwei Uhr kommt in der Ferne die bewaldete Höhe von Miramont in Sicht. Nach den vergangenen Mühen ist das ein willkommener Anblick. Die Gewissheit, es bald geschafft zu haben, verleiht unseren Schritten neuen Schwung. Vor den ersten Häusern des Ortes schwenkt der Weg noch einmal nach Nordwesten. Dann liegt unser Tagesziel vor uns: das „Maison du Bos“. Der unscheinbare Name lässt kaum ahnen, welch zauberhafter Ort uns erwartet.

Erhöht über der Ebene gelegen, gleicht es einer paradiesischen Insel. Unten breitet sich ein weiter Flickenteppich aus Feldern und Wiesen aus, der den Blick gefangen nimmt und die Mühen des Tages schnell vergessen lässt. Das historische Anwesen, mit viel Natur gesegnet, fügt sich mit seinen Mauern aus dem Gestein der Region harmonisch in die Landschaft ein. Überall blühen Sommerblumen, und mächtige Bäume spenden Schatten.

Schnell erliegt man dem großzügigen Charme dieses Gutes und noch mehr dem kleinen Pool in der Wiese. Aber was macht man jetzt ohne Badehose!? Arno betrachtet den Pool noch einen Augenblick. Hals über Kopf zieht er sich aus und springt pudelnackt ins Wasser. Verdutzt sehe Ich ihm nach. Er taucht auf, streicht sich die nassen Haare aus dem Gesicht:

„Schön!“

Ich stehe am Beckenrand, unschlüssig, abwägend.

Er klatscht mir mit der Hand einen Schwall Wasser entgegen. „Kommst du?“

Ich zögere.

„Feigling“, ruft er und schwimmt weiter.

Er taucht unter, kommt prustend wieder hoch und sieht herüber, als wolle er mir vorführen, was ich versäume. Das Wasser ist einfach zu verlockend. Wir sind ganz hier allein, weit und breit ist niemand zu sehen. Ach was soll’s! Blitzschnell streife ich die Unterhose ab, werfe sie an den Rand und springe kopfüber ins Wasser.

„Herrlich!“

Arno grinst. „Geht doch!“

Ich bin von Natur aus nicht prüde. In meiner Jugend haben wir oft nackt gebadet, und lange Zeit gehörte eine Badehose für mich nicht einmal ins Feriengepäck. Hier allerdings würde man damit wohl Anstoß erregen. Mit dem Handtuch um die Lenden, notdürftig vor fremden Blicken geschützt, trete ich den Rückzug über die offene Rasenfläche ins Haus an.

„Oh là là, c'est magnifique !“ Ruft mir die Köchin hinterher. « Monsieur, nous dînerons à dix-neuf heures », avait annoncé la cuisinière. „Mein Herr, wir essen um 19 Uhr zu Abend“.

Bis dahin bleibt uns also noch ein wenig Zeit. Während Arno auf der Liege am Pool schläft, schlage ich in der von Weinreben beschatteten Veranda das Tagebuch auf. Vor mir auf dem Teil der Tischplatte, die noch von der Sonne beschienen ist, räkelt sich Sokrates, der Schmuser. Der weiße Kater schläft und lässt mir gerade jenen Platz, den ich zum Schreiben benötige. Seine Schwanzspitze wedelt bedächtig hin und her, er scheint mit der Welt vollkommen im Einklang zu sein.

Rosmarin und Lavendel aus dem Beet an der Veranda mischen ihre würzigen Düfte in die laue Abendluft. Weit in der Ferne liegen die Gipfel im rötlichen Licht, still und erhaben, als gehörten sie eine andere Welt. Hoch oben leuchten die langen, goldenen Fahnen der Cirren am blauen Himmel. Ich lasse die Eindrücke auf mich wirken. Der Duft der Kräuter, die Wärme auf der Haut, das leise Rascheln der Blätter und der schlafende Kater vor mir, alles fügt sich zu einem jener seltenen Augenblicke, in denen nichts fehlt. Ich pflücke einen Lavendelzweig und lege ihn zwischen die Seiten meines Tagebuchs. Er soll mich später daran erinnern, wie vollkommen dieser gewesen Tag ist.

Die Tischgesellschaft an diesem Abend ist international: Belgien, Frankreich und Deutschland sitzen vereint an einer Tafel. Die Verbrüderung lässt nicht lange auf sich warten. Gemeinsame Interessen, offene Worte und gegenseitige Sympathie schaffen rasch eine herzliche Verbundenheit. Dazu tut der Wein das Seine und lockert die Zungen. In einem munteren Kauderwelsch aus verschiedenen Sprachen, begleitet von Lachen und lebhaften Gesten, verfliegen die letzten Stunden des Tages. Die Gespräche werden nach und nach ruhiger, der Wein zeigt seine Wirkung und aus der heiteren Geselligkeit wird eine wohlige Gelassenheit. Schließlich gleitet der Abend beinahe unmerklich in die Nacht hinüber, getragen von beschwingten Gedanken, geistigen Genüssen und einer inneren Zufriedenheit.

Oben, in meiner Kammer, werfe ich einen letzten Blick nach draußen in die stille und sternendurchfunkelte Nacht. In der Ferne klagt ein Käuzchen und unten im Hof, streicht Sokrates über das von einer müden Lampe beschienenen Pflaster.

Alles still! Es tanzt der Reigen
Mondenstrahl in Wald und Flur
Und darüber thront das Schweigen
Und der Sommerhimmel nur.
*Theodor Fontane

Alles in Fluss

 
Die missliche Situation, die durch unvermutete Baustellen für den Wanderer entstehen kann, habe ich auch schon manchmal erlebt. In solchem Fall muss man
enscheiden, ob man sich durchkämpfen oder einen Umweg suchen will. Hier im Beispiel ist Ersteres ja geglückt. Noch frustrierender kann Folgendes sein: Markierter Wanderweg endet nach der Baumaßnahme (z,B. Neubau einer Schnellstraße) als Sackgasse und das Queren des Verkehrsflusses ist zu riskant. Immerhin ist einem dann die Entscheidung abgenommen und man kann gleich losstiefeln und eine neue Über- oder Unterführung suchen. Ähnliches passiert auch, wenn Bahnstrecken kreuzungsfrei ausgebaut werden. Oder wenn Brücken über Wasserläufe abgerissen werden, um sie neu zu errichten.

Ich weiß, alles Petitessen, geschätzter Meister, wenn schon die Pyrenäengipfel ins Visier kommen.
 

John Wein

Mitglied
Ein Tag ohne Höhepnunkte

Mittwoch, 25. Mai, Miramont - Casteide Candeau

Nichts hat die tiefe Stille der Nacht gestört. Die dicken Mauern des Gutes hatten uns von der Welt abgeschirmt. Der neue Morgen empfängt uns mit jener stillen Zuversicht, die einen guten Wandertag verspricht.

Losgelöst von allen Zwängen und bester Laune sind wir bereit, uns erneut dem besonderen Zeitmaß des Jakobswegs unterzuordnen. Eine Regel gilt dabei unumstößlich: Die Reisetaschen müssen um acht Uhr gepackt und abholbereit vor der Tür stehen.

„Und wenn die Tasche um fünf nach acht noch im Zimmer steht?“, fragt Arno.

„Dann wandert sie eben nicht mit“, sage ich.

Nach diesem eisernen Gesetz der Transportgesellschaft richtet sich unser Morgen. Und nicht nur der. Auch der weitere Tagesabläufe folgen diesem Takt, Etappe für Etappe, Tag für Tag. Der Jakobsweg mag seine eigene Zeit kennen, doch beim Gepäck versteht er keinen Spaß. Daran wird sich wohl bis zum Ende unserer Reise nichts ändern.

Miramont-Sensacq ist kaum mehr als ein Dorf. Auf einem Hügel, am höchsten Punkt des Ortes, wächst ein monströser Pilz aus Beton in den blauen Himmel. Der Wasserturm beherrscht die Silhouette des Béarn. Seine graue Masse wirkt, als hätte jemand vergessen, der Landschaft den letzten Pinselstrich zu schenken. Ein wenig Farbe hätte dem Bauwerk gutgetan.

Arno bleibt stehen und betrachtet es.

„Hässlich“, sagt er. „Man hätte ihn wenigstens grün streichen sollen.“

„Rosa wäre noch schöner.“ Er verdreht die Augen, offenbar sind wir uns einig.

Mehr als zwei Tage lang werden wir unsere zurückgelegte Wegstrecke an diesem Turm ablesen können. So steht das Monstrum zwar nicht für Schönheit, wohl aber für Orientierung. Weit draußen am Horizont wird es uns begleiten, ein unbeabsichtigter Weggefährte aus Beton. Schönheit ist nicht alles, manchmal genügt es schon, wenn etwas seinen Zweck erfüllt.

Die Sonne steht inzwischen hoch am wolkenlosen Himmel. Ihr Licht liegt schwer auf dem Land, und die Hitze steigt vom Boden auf, als glühe die Erde von innen. Mit jedem Kilometer scheint sich der Asphalt tiefer in unsere Fußsohlen zu brennen. Schweiß läuft uns übers Gesicht und bald kleben die Hemden auf der Haut. Die breiten Landstraßen, auf die man die Pilger schickt, bieten wenig Schutz. Wo die schmalen Pfade und Feldwege sonst unter Bäumen verschwinden, liegen wir nun offen unter dem Himmel. Der Schatten ist rar geworden, und jeder Baum am Wegesrand erscheint wie eine kleine Verheißung.

Da kommt die Église de Saint Jacques gerade recht. Das verwitterte Gemäuer nimmt uns auf, und mit dem ersten Schritt über die Schwelle fällt die Hitze von uns ab. Kühle Luft streicht über die Haut. Für einen Augenblick scheint die Welt draußen weit weg.

In einem Verschlag, zwischen Gerümpel und Staub, entdecken wir ein Schwalbenpärchen mit seinem hungrigen Nachwuchs. Die Jungen sind schon halbwegs flügge und flattern aufgeregt über dem Nest. Immer wieder schlagen ihre kleinen Flügel gegen die Luft. Doch der schmale Spalt im First, durch den die Eltern ein- und ausfliegen, bleibt für sie noch unerreichbar fern

Wir bleiben stehen und schauen zu. Die alten Mauern bewahren nicht nur die Kühle, sondern auch dieses winzige Schauspiel des Lebens. Draußen brennt die Sonne auf den Weg, hier drinnen warten die Jungen auf den Augenblick, in dem auch sie hinaus in die Welt können.

Ich blicke nach oben: „Die schaffen das schon.“

Dann zieht es uns wieder hinaus in die Hitze. Zwischen Weinbergen windet sich das Band der Landstraße über die Kuppen und Kämme des Hügellandes. Die Reben stehen in ordentlichen Reihen, als hätte jemand sie mit ruhiger Hand über die Hänge gezogen. Dahinter wechseln sich Felder, Baumgruppen und ferne Gehöfte ab. Das Land liegt weit und offen vor uns, schön und unerbittlich zugleich.

Wir trotten weiter, Schritt für Schritt, dem Horizont entgegen. Die Hitze bleibt, der Asphalt auch. Doch mit der Zeit verändert sich unser Verhältnis zu beiden. Was am Morgen noch eine Zumutung war, wird allmählich zum Begleiter. Der Körper findet seinen Rhythmus, die Gedanken werden stiller, und selbst die Mühsal verliert ihre Schärfe. Vielleicht ist das eine der stillen Lehren des Jakobswegs. Nicht alles muss leichter werden, manchmal werden nur wir selbst ein wenig gelassener. Nach drei Stunden empfängt uns oben auf einem Bergkegel die mächtigen Abtei St. Bartholomäus in Pimbo. Der Ort ist eins dieser unzähligen Wehrdörfer der Region. Der rechtwinklig angelegte zentralen Platz, mit wird auf der Nordseite von der imposanten Stirn des Gotteshauses mit dem zentralen Glockenturm eingenommen.

Schon während unseres Aufstiegs hatte unüberhörbar die Sterbeglocke geläutet. Nun steht die Trauergemeinde zahlreich auf dem von Platanen umsäumten Platz. Das Schwarz ist abgelegt, die Jacken hängen über den Armen. Unter dem wolkenlosen Himmel wird geschwitzt, geschwatzt und gestikuliert. Man tauscht Erinnerungen aus, erzählt alte Geschichten und spricht bald auch über die kleinen und großen Herausforderungen des Alltags. Eine Beerdigung ist eben nicht nur Abschied, sondern auch ein Wiedersehen. So mischen sich Trauer und Lebensfreude, Vergangenes und Kommendes. Und während ein Leben zu Ende gegangen ist, nimmt alles wieder seinen gewohnten Lauf.

Nach weiteren 5 km erreichen wir Arzacq-Arrasiguet, ein hübsches kleines Städtchen mit einem einladenden zentralen Platz. Schattige Laubengänge säumen seine Seiten und verleihen ihm ein angenehm südfranzösisches Gepräge. Während des Hundertjährigen Krieges wurde der Ort von den Engländern als Festung gegründet. Lange halten wir uns nicht auf, wir sind im zwölf Kilometer entfernten Larreule verabredet. Der Gastgeber unserer heutigen Unterkunft will uns dort mit dem PKW abholen. Also weiter! Die Dörfer und Felder verschwimmen in der flimmernden Nachmittagsglut, während der Horizont in der Ferne beinahe mit dem Himmel verschmilzt.

Pünktlich um 18 Uhr erreichen wir unseren Treffpunkt in Larreule. Der Fahrer lädt uns ein und bringt uns zu seiner Herberge ins zwanzig Kilometer entfernte Casteide-Candau, einem so kleinen Ort, dass man ihn auf der Landkarte kaum wiederfindet.

Unsere beiden Zimmer im Nebenhaus der „Domaine de Compostelle“ wirken ein wenig schäbig. Hier atmet alles die morbide Aura eines längst in die Jahre gekommenen Schullandheims. Nichts erinnert auch nur entfernt an die bezaubernde Atmosphäre des Maison du Bos. Aber was soll's! Man ist bereit, die Gegebenheiten des Weges anzunehmen und die Ansprüche entsprechend anzupassen. Eine Gabe, die den Pilgern mit der Zeit in der Wiege zu liegen scheint.

Draußen fallen die ersten dicken Tropfen aus einem regenschweren Gewölk auf das Pflaster. Ein kurzer, heftiger Guss rauscht nieder, wäscht den Staub aus der Luft und hinterlässt einen kühlen, feuchten Dunst über den Wiesen des Tals. Die drückende Schwere des Tages weicht und die Natur atmet auf.

Unser Abendessen nehmen wir in einem Anbau des Hauses ein, der mit allerlei ausrangierten landwirtschaftlichen Gerätschaften dekoriert ist. An einem Tisch aus alten Weinfässern sitzen wir uns gegenüber. Arno lässt den Blick durch den Raum schweifen.

„Da hat sich einer beim Entrümpeln richtig Mühe gegeben.“

Ich muss lachen. „Vielleicht ist das hier der besondere Charme des Landlebens.“

Auch kulinarisch hält sich die Begeisterung in Grenzen. Die Speisen sind ordentlich, aber nicht mehr.

„Na ja“, sage ich, „wir sind schon anspruchsvoller verwöhnt worden.“

Arno nickt. „Das Maison du Bos war eine andere Liga.“

Immerhin sorgt unsere inzwischen gelöste Stimmung für einen angenehmen Tagesausklang. Wir nehmen es mit Humor. Schließlich gehört auch das zu einer Pilgerreise. Nicht jede Unterkunft ist ein kleines Paradies, und nicht jedes Abendessen ein Festmahl.

Nichts hält uns noch davon ab, frühzeitig die Lager zu beziehen. Morgen werden die Karten neu gemischt. Ein neuer Tag wartet auf uns.

Alles in Fluss
 
Ah, jetzt kommt's raus: Gepäcktransport! Und man lässt sich per Pkw abholen! - Spaß beiseite, die Etappe ist wieder vorzüglich beschrieben, werter John. Ich wünschte, ich hätte selbst öfter so genau hingesehen. Auch zwei Lebensweisheiten werden aufgetischt: An Mühsal kann man sich gewöhnen und Bescheidenheit ist doch eine Zier ...

Den Wasserturm habe ich mir gleich angesehen. Dieses Monstrum ist wirklich ein Fremdkörper in der Landschaft. Ich halte für möglich, dass er mit weißer Farbe angestrichen ist.

Gute Weiterreise
Arno
 



 
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