Dichten im Stile von ...

HerbertH

Mitglied
Unfertiger Versuch (im Stile von Eichendorff)

Irgendwo in hohen Lagen
schieße ich hervor.
Weil mich unten Steine plagen
will ich hoch empor.

Ich bin dünn, doch sehr beweglich,
ändre oft den Lauf.
Meiner Laune ganz abträglich
ist Hinaufgeschnauf.

Springe lieber fesch und munter
- voller Lebenslust -
rasch den steilen Berg hinunter,
völlig frei die Brust.
[ 8](völlig frei von Frust. <- moderne Abwandlung)

Bruder, komm, fass meine Hände,
Schwestern suchen wir:
Zwei, dort vorne im Gelände -
Laufen seht Ihr Vier.

[ 8](vielleicht kann jemand schon jetzt erraten, was die Natur dieser Geschwister ist :) )
 

revilo

Mitglied
Bukowski :)

Die Girls aus dem grünen Hotel

stöckeln hochbeinig an meinem Zimmer vorbei
werfen mir Kussmünder zu und rufen
hey, Alter...Lust auf n´Stich?

ich grinse und rufe zurück
baby, ich kann nur noch
auf meiner Schreibmaschine hacken

dann lachen die Girls
aus den grünen Hotel
morgens um 3

total spontan von revilo......

war leider nix mit Eichendorff.....
 

Vera-Lena

Mitglied
Reich mir die Hand, mein Leben,
komm auf mein Schloss mit mir,
wie kannst du widerstreben,
es ist nicht weit von hier.

(Mozart: Don Giovanni)

Ich habe leider gar kein Schloss,
auch fehlt es am betressten Tross,
Du rufst mich in dein Leben,
dem will ich mich ergeben,
du süße Jungfrau, rein und schön,
dein Ruhm in alle Welt ertön!

(Die Rollen von männlich und weiblich sind hier allerdings vertauscht)
 

revilo

Mitglied
gefällt Dir echt, Rehäuglein?????
war wirklich spontan........ich hoffe,es genügt Herbert´s Ansprüchen......;)
 
E

equinox

Gast
ja....Biest...poste demnächst auch eins...ist schon geschrieben, muss nur sehen ob der Stil passt :)
 

HerbertH

Mitglied
weiter so! jeder mit dem dichter-stil, den er schon immer mal ausprobieren wollte! :)

Liebe Vera-Lena, Du hast es mal wieder erraten :)

bis bald

Herbert
 
E

equinox

Gast
also ich versuche es....Heinz Erhard

ein zartes Gänseblümelein,
stand an seinem Stengelein,
auf einer grünen Wiese,
da fraß es eine Kuh - die Fiese!



Auf einem Bette,
lag ein Paar, so Nette,
die drehten eine Pirouette:
dabei war er sehr Fette!
 

rogathe

Mitglied
... ernst jandl

annas ananas

ananasfass
anna naht
jan: anna fass an
anna patzt
ananas platzt
anna nass
jan schmatzt
 
E

equinox

Gast
der selbe!

Die Nase trug
mit entzücken,
nach vorn
ihren Rücken!
 
Mädchen mit dem roten Mündchen,
Mit den Äuglein süß und klar,
Du mein liebes, kleines Mädchen,
Deiner denk ich immerdar.
Heine


Meine Version:

Deine Äuglein küss ich Mädchen,
denke Tag und Nacht an dich
bist die Schönste in dem Städtchen.
Bitte, lass mich nicht im Stich.
 

Vera-Lena

Mitglied
Der innig geliebte und unerreichbare Hölderlin

Wenn er noch lebte, würde ich ihn um Verzeihung bitten für diesen Text.


Lebenswege

Es schweifen die Engel
über hochaufragenden Felsen,
streuen Segen wie Rosenblüten
in Menscherzen, ungeachtet

der Ängstliche auf steinigem Pfad
den Blick nicht richtet zu jenen Höhen.
Mühsam durchschreitet er
schattengesäumte Wege,

lauscht der geschwätzigen Quelle
manchmal, versucht getröstet
die Wanderung mutigen Schrittes
zu bestehen und ahnt bisweilen

der höheren Mächte gütiges Tun,
wenn Gesang aus den Büschen
sein mattes Herz erquickt, erhellend
ein Sonnenstrahl über dem Gipfel ihm zukommt.
 

Ralf Langer

Mitglied
hallo vera lena,

von mir für deinen hölderlin
nur applaus.
hervorragend

hat was von den duinesier elegien:

" wer wenn ich schrie hörte mich denn
aus der engel scharen..."

ralf
 
1.Strophe aus dem Osterspaziergang – Faust, Goethe-
Vor dem Tor
Vom Eise befreit sind Strom und Bäche
Durch des Frühlings holden, belebenden Blick,
Im Tale grünet Hoffnungsglück;
Der alte Winter, in seiner Schwäche,
Zog sich in rauhe Berge zurück.
Von dort her sendet er, fliehend, nur
Ohnmächtige Schauer körnigen Eises
In Streifen über die grünende Flur


Meine Version:
Vom Staube befreit sind Fenster und Schränke
durch der Hausfrauen großen, eifrigen Fleiß
Zu Hause glänzet die Wohnung
Die Rentner lieben im Park die Bänke
Beschauen die Rehe, die in der Schonung.
Es ist, als wispert und tönt’s von dort.
Man fühlt sich wohl, wenn die Sonne scheint.
Es ist für die Alten der schönste Ort.
 

Vera-Lena

Mitglied
Danke, lieber Ralf, für Dein Lob!

Rilke wäre natürlich auch ein guter Tipp. Da habe ich aber schon mal was Ernsthaftes geschrieben, und man hat mir die Ähnlichkeit zu Rilke vorgeworfen, nun ja. Manchmal hat man so etwas im Ohr und ist sich gar nicht klar darüber, woher es kommt. Aber der Hölderlin ist natürlich von mir in diesem Thread gewollt.

Liebe Grüße
Vera-Lena
 

HerbertH

Mitglied
Die Jagd (im Stil von Eichendorff)

Die Jagd

Das Herz rast im Gefühle,
der Hatz zollt es Tribut.
Der Hund lechzt nach der Kühle,
zu heiß schien Sonnenglut.

Dem Rehkitz auf den Spuren
sprang er von Stein zu Stein,
durch Felder, weite Fluren,
bis in den Fluss hinein.

Der Strom entriss die Beute
zu schnell dem scharfen Hund,
dem Ersten in der Meute,
der keine Spur mehr fund.

Zu wenig half das Hecheln,
zusammen brach er mir
trotz allem Luftzufächeln.
So starb mein Lieblingstier.
 

HerbertH

Mitglied
Wie alle, die hier mitschreiben, sicher schon gemerkt haben, ist das Dichten im Stile eines der Großen nicht gerade einfach.
Ich finde, alle, die es bisher versucht haben, haben sich sehr wacker geschlagen.

Ich freue mich schon auf weitere Beiträge :)
 

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