ein letzter beweis

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Dimpfelmoser

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Liebe Ubertas,

vielleicht ist dies ein Nachdenken über eine Zweisamkeit, die doch keine mehr ist? Zwar beginnt das Gedicht mit dem „wir“, nur, was ist dies noch wert? Der Blick richtet sich nach draußen, wo eine Wärme (die im Inneren nicht empfunden werden kann?) vermutet, und etwas Übergroßes wahrgenommen wird, was ja Platz lässt für etwas, das, oder auch jemanden, der schlicht fehlt (vielleicht sogar die frühere Version einer funktionierenden Beziehung).
Die folgenden Skizzen bzw. knappen Szenen tragen etwas Distanziertes in sich. Und es wird kühler, ganze zwei Tropfen (die durchaus Tränen sein könnten, keine, die Freude ausdrücken). Und schließlich das Du, vom zuvor Beschriebenen distanziert. Nichts Herzliches, Wärmendes, geht mit diesem "du" einher, vielmehr ist es wohl eher Ursache der zuvor gezeigten Tristesse.
Ein letzter Beweis – wofür? Vielleicht für die verloren gegangene Innigkeit und Zuneigung? Der Abdruck auf dem Glas (gleichfalls Kühle symbolisierend) und nicht sinnlich erspürt mit den eigenen Lippen – so lese ich es. Oder vielleicht ist’s doch die Interpretation eines Kusses, aber wenn dieser der „Windhauch – unter der Tür“ ist, und Leidenschaft nur noch ein flackernder Docht, verbleibt er als wertloses Ritual bar jeder Leidenschaft.
Ich habe natürlich keine Ahnung, ob dies irgendwo in die Nähe deiner eigenen Interpretation kommt, aber so wirkt das Gedicht auf mich. Und in der Reduktion (einmal mehr) umso eindrücklicher.

Liebe Grüße
Dimpfelmoser
 



 
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