gedankenfledermäuse (für d.)

5,00 Stern(e) 5 Bewertungen

Dimpfelmoser

Mitglied
Da ist sie, liebe @Ubertas, plötzlich da. Ebenso unvermittelt ihre Bewegung wie meine Wahrnehmung ihrer Präsenz, wie der Einstieg in dein wunderbares Gedicht. Ihr blinzel-blitzeschnelles, so schwer (wenn überhaupt) zu erfassendes Umherirren, das doch eben dieses überhaupt nicht ist. Was macht dies mit mir? Welcher Teil meiner Wirklichkeit wird hier berührt? Was nehme ich denn überhaupt wahr? Viel zu schnell ist sie in ihrer Orientierung, und mein Impuls, dieses in jenem Augen-Blick zu verstehen, ist möglicherweise chancenlos. Ja, die Holzbank, in der eine Dynamik zum Stillstand gekommen ist, die sich zugleich über mir austobt. Ihre statische Sicherheit, in die ich mich füge, zu der ich vielleicht selbst in gewisser Weise geworden bin als Umkehrung des flüchtigen, vielleicht sogar waghalsigen Spiels über mir. Und dann, plötzlich eine Entladung – ein Funke. Eine Idee? Doch ein Blinzeln, und schon wieder ist’s vorbei. Ein Gedanke? Ein Traum … was nicht greifbar, nicht erinnerbar, ist nicht geschehen, war nicht. Oder? Und sie? Auch sie ist (vielleicht) nur Geschichte.

Ein Bild, das eine Vergänglichkeit ebenso einfängt wie ein Streben nach Halt, vielleicht nach Erkenntnis – und auch mein Unvermögen, etwas zu be-greifen, das mir doch immer fremd bleiben muss. Danke für dieses Gedicht

Liebe Grüße
Dimpfelmoser
 
Ich mag bildhafte Umschreibungen innerer Vorgänge, wie gewisser Gedankenerscheinungen. Fledermäuse sind mir dabei neu. Sehr originell und anregend, dem Bild nachzugehen, auf eigene Fledermäuse im Denken zu achten.
Eine Bereicherung. Danke!
 
Liebe Ubertas,
wunderbar!!! Mich beeindruckt, wie dein Gedicht mit wenigen Worten einen ganzen inneren Vorgang spürbar macht. Du bist eine Meisterin der Verdichtung! Bilder wie" in die nachthaut gespannt" sind zugleich zart und beunruhigend. Die NAcht wird zu etwas Körperlichem, beinahe Berührbarem. Besonders stark finde ich die Verschiebung in "die holzbank / bin ich/ hingerückt"- für einen Moment lösen sich Gegenstand, Ich und Bewegung ineinander auf .(Großartig!) Der Schluss"blinzelschnell" wirkt wie ein Nachbild: Das GEdicht ist vorbei, bevor man es festhalten kann, und wirkt genau deshalb weiter. Wenn das keine Empfehlung des Monats ist........
 



 
Oben Unten