(Lese-)Tagebuch

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zeitistsein

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Ich war lange nicht hier, weil sich in letzter Zeit so viel getan hat. Alles wächst uns über den Kopf. Mir vor allem. Mutter bleibt erstaunlich gelassen. Sie scheint das Leben sogar zu geniessen. Lacht viel und von Herzen.
Mir ist das Lachen vergangen. Ich habe Mühe, fast ein schlechtes Gewissen, mich zu freuen und sehr wenig Kraft dazu. Manchmal fühle ich mit entzweit, wie eine Art Kleiderstange, an der ein Kleidungsstück oder ein formloses Stück Stoff herunterhängt. Und ich, die Kleiderstange, versuche mich, den schlaffen Stoff, an mich zu reissen. Aber das will nicht gelingen. Irgendwas in mir mag nicht mehr. Es ruft: Genug! Ich will Erlösung. Jetzt.
Womit das genau zusammenhängt, kann ich nicht sagen. Mit der Umgebung bestimmt. Mit getroffenen Entscheidungen, für die ich gerne Mutter verantwortlich mache und beschuldige. Wo ich aber ganz klar sagen muss: Ich hab' so und nicht anders entschieden. Niemand anders ist Schuld. Ich allein trage Verantwortung.
Etwas in mir fühlt sich vernachlässigt. Ruft nach Aufmerksamkeit. Und ich höre hin. Aber ich kann den Ruf nicht entziffern. Er ist so durcheinander. Zurück in die Kindheit geht nicht. Dann wieder das Gegenteil: Auf keinen Fall zurück, zum Glück ist diese Hölle vorbei. Und dann wieder eine Forderung nach Hellseherei: Was bringt die Zukunft? Ich will jetzt wissen, was noch auf dem Programm steht. Ob es sich lohnt oder ob jetzt Zeit ist, die Vorstellung zu verlassen.
Die Gegenwart spricht wiederum eine andere Sprache. Die vergilbten Wände sollte man mal streichen. Mutter will nicht. Die Türen sollte man mal auswechseln, sie klemmen. Überhaupt müssten wir uns nach einer altersgerechten Wohnung umschauen. Auch nicht. Mutter ist zufrieden mit dem status quo.
Und dann ist da das Landhaus. Ein Trümmerhaufen, das höchstens noch ein schaler Abglanz ist von dem, was mal war. Mutter hält an der Vergangenheit fest. Lieber ein Spatz in der Hand als eine Taube auf dem Dach ist ihre Devise. Um uns herum lauter Unfertiges, Ausgefranstes, Brachliegendes.
Manchmal schiebt sich eine Wolke unter meine Stirnhaut. Dann ist mein Hirn heissgelaufen und es wird Zeit, die Augen zu schliessen und es mit Runterkommen zu versuchen.
Denn das ist eine andere Sache, die mir zu schaffen macht: die innere Stille, von der so viele sagen, sie sei der Idealzustand, das zu erstrebende Ziel innerer Entwicklung schlechthin, das Nirvana oder wenigstens die Vorstufe dazu. Ich kann in dieser Stille nichts Beglückendes finden. Die absolute Schwärze. Da müssen Gedanken her, mit Gewalt, zwanghaft. Schmerzhafte tun's auch. Hauptsache Lärm.
Ich muss in meinem Leben irgendwann die Erfahrung gemacht haben, dass mein blosses Sein nicht genügt. Dass es mich auf die falsche Fährte lenkt. Und dass ich, um dazuzugehören, diesen inneren Lärm heraufbeschwören muss. Dann bin ich normal. So wie die anderen, die aus meiner Sicht irgendwie auf Leitern gehen. Sie steigen die Sprossen hoch, während ich nicht mal eine Leiter habe, auf die ich steigen könnte.
So dünkt mich die Welt derzeit. Ich ganz klein und alle anderen, die mir davonwachsen. Ich fürchte zurückzubleiben, dass alles um mich herum wird und vergeht, während ich, mit Meeresbrisen beworfen, von Trauer und Wut umzingelt und die Dornen der Liebe einzeln herausziehend, in Deckung gehe. Noch das Gute und Schöne bereitet mir Schmerzen, geschweige denn das andere.
 

zeitistsein

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Linkedin erinnert mich an mein Firmenjubiläum. Ich bin erstaunt. Dass die Zeit verging, habe ich nicht bemerkt. Habe den Eindruck, ich würde in einer Art fortgesetztem Augenblick leben, der sich einfach zieht und nie endet.

Manchmal wäre es gut, mehrere solcher Reminder zu haben. Fensterchen, die aufpoppen, um zu sagen: Herzlichen Glückwunsch zu X Jahren nach der Verletzung XY. Dann bekäme man ein Bewusstsein dafür, dass die Zeit nicht stillsteht, im Unterschied zu dem, was das Trauma uns glauben machen will.
Ein wesentlicher Punkt der Traumaarbeit besteht darin, die Gegenwart mit der Vergangenheit zu vergleichen. Wie trug ich die Haare als "das" passierte? Wie trage ich sie heute? Solche kleinen Veränderungen können als Aufhänger genutzt werden, um sich darüber gewahr zu werden, dass das Leben seither weiterging.
Knifflig wird es dann, wenn Menschen auch äusserlich stehen bleiben, sich weiterhin genauso kleiden wie damals, dieselben Bücher lesen, dieselbe Musik hören, also eigentlich bewusst nicht weiterkommen wollen. Aus dem Wunsch heraus, das Ganze ungeschehen zu machen. Manche regredieren sogar auf einen psychischen Standpunkt vor dem Ereignis, als die Welt noch heil war.

Morgens aufwachen ist immer schwer. Weil das Geschehene noch da ist. Ein weiterer Tag, an dem man das herumschleppen muss. Und es wiegt schwer, laugt einen aus.

Früher hatte ich den Wunsch, schwer zu werden. Ich empfand mich als flatterhaft und wenig bodenständig. Ich bewunderte Leute mit starker Präsenz, solche, die wie massive Holzschränke im Raum standen und nur aufwendig von der Stelle bewegt werden konnten. Dieses "Hier bin ich, ich kann nicht anders" hat mich schon immer beeindruckt.

Und ich war fest davon überzeugt, dass diese Leute viel erlebt hatten. Dass sie ein schweres Herz hatten, was sie auf dem Boden behielt und dafür sorgte, dass sie nicht abhebten.

Vielleicht ist das, was ich erlebt habe, noch nicht schwer genug. Das macht mir Angst. Was mag sonst noch auf mich zukommen? Werde ich es aushalten? Es überleben? Mutters Tod. Natürlich. Das wird ein hoher und gefährlicher Klimmzug. Mit erheblicher Absturzgefahr. Ich dachte, ich könnte mich dafür wappnen. Irgendwie. Durch Einüben der Trauer, durch Selbstgeisselung.

Doch die wahre Herausforderung für mich ist nicht die Zukunft. Eher die Vergangenheit. Was hatte das alles zu bedeuten? Warum sucht es mich heute noch heim? Wohin soll ich damit? Was will es von mir?
 
G

Gelöschtes Mitglied 44274

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Nietzsches "Zarathustra" habe ich zum ersten Mal ganz gelesen, da war ich etwa 23.
Es war in einem Seminar im Sommersemester des Jahres 2002. Ich erinnere mich noch gut an das konzentrierte Schweigen im Raum. Gut 30 Köpfe brüteten über die hochkomplexen Texte, die Nietzsche in diesem Buch komponiert hatte. Der Dozent sass vorne und schwieg mit. Man könnte sagen, wir meditierten eher statt, dass wir das Buch besprachen.
Ich spürte sofort: Hier tut sich eine ganze Welt auf, die sich mit dem althergebrachten sprachlichen und wissenschaftlichen Besteck nicht beschreiben lässt. Also sprach Zarathustra ist:
- Novelle
- Musikstück
- Roman
- Biografie
- Legende
- Parodie der biblischen Sprache
- Bekehrungserzählung
- Rhetorikhandbuch
- Lehrgedicht
- Gesang
- und noch Vieles mehr.
Letzteres ist nicht so ohne Weiteres ersichtlich. Aber nach mehrmaligem Lesen wird klar: Zarathustra verbringt zehn Jahre in der Einsamkeit der Bergeshöhe. Danach beschliesst er zu den Leuten auf den Marktplatz hinunterzugehen, um seine gewonnenen Erkenntnisse zu verkünden. Das sind deren zwei: Gott ist tot und der Übermensch. Doch er scheitert kläglich mit seiner Verkündigung. Weil er mit der Tür ins Haus fällt.
Die Leute fühlen sich vor den Kopf gestossen, verstehen Bahnhof und lachen ihn aus. Die Vorrede des Buches endet mit einem sinnträchtigen Bild: Ein Seiltänzer stürzt zu Boden, während er seine Kunststücke hoch oben vorführt. Das ist ein Bild für Zarathustras Scheitern. Die Vor-rede ist eine gescheiterte Rede. Zarathustra muss seine Rhetorik überdenken, um die Leute zu erreichen.
Danach beginnt das sogenannte Erste Buch. Drei Verwandlungen nenne ich euch des Geistes: Kamel, Löwe, Kind. So nimmt Zarathustras Laufbahn als Redner ihren Lauf. Und tatsächlich: Indem er seine Gedanken ab ovo darlegt, gewinnt er nach und nach Gefolgschaft. Zarathustra zieht sich mehrmals in die Einsamkeit zurück, kehrt aber immer wieder zu seinen Schülern zurück.
Das letzte Buch - die Gelehrten streiten, ähnlich wie bei Wagners "Ring", ob das Werk aus drei oder aus vier Teilen besteht - beinhaltet das grosse Ja-Sagen. Ein bedingungsloses Ja zur Ewigen Wiederkunft des Gleichen. Zur Erkenntnis also, dass dieses Leben das ewigen Leben ist. Sie wird einem Esel in den Mund gelegt, der das Ja-und-Amen-Lied singt.
23 Jahre sind vergangen und das Buch habe ich noch immer nicht durchdrungen. Es ist kompositorisch so fein konstruiert, dass da noch vieles unendeckt geblieben ist.
Das Kapitel "Vom Gesicht und Räthsel" etwa ist nach dem Prinzip der Fibonacci-Zahlenreihe aufgebaut. Und den "Zarathustra" selbst hat Nietzsche in den Mittelpunkt seines Schaffens gestellt. Das kann man in der Werkanordnung seiner Autobiografie "Ecce homo" nachlesen.
Es gibt also noch viel zu entdecken. Denjenigen, die heute noch an vorderster Front forschen, wird die Arbeit nicht ausgehen
Das ist wunderbar geschildert. Der Zarathustra bleibt selbst vielen Nietzsche-Kennern ein Rätsel. Mir kam er wegen des bekannten Namens mit 18 in die Hand, aber ich habe rein jar nüscht verstanden. Dann begann ich chronologisch mit der "Geburt" und den "Unzeitgemäßen" und war in den Bann gezogen. Den "Zarathustra" habe ich erst mit Anfang 50 verstanden (glaube ich zumindest), den muss man auch laut lesen und vielleicht sogar tanzen. Es ist ja das einzige wirklich "dichterische" Buch, das macht es so schwierig. Ich finde dazu eben einen älteren Text:


Es ist sehr eigenartig mit bedeutenden, ganz großen Texten; es gibt von denen ein paar, die man wirklich erst (zu lesen) versteht, wenn man ein gewisses Alter erreicht hat. So um die 20 hatte ich eigentlich bereits alles gelesen, was irgendwie als schwer oder kompliziert galt; den Stechlin, Manns Zauberberg, die großen Romane der russsischen Realisten, James Joyce, Marcel Proust; ein bisschen später Arno Schmidt einschließlich Zettel’s Traum. Das schreibe ich nicht, weil ich überheblich und arrogant bin oder besonders klug und belesen; es war einfach so: Lesen war und ist mein Leben; andere leben lieber ohne zu lesen und vielleicht ist das auch besser so.

Goethes "Faust. Der Tragödie zweiter Teil" aber habe ich erst mit Mitte 30 wirklich verstanden, das vermute ich zumindest; und das hat weniger mit banalen semantischen Problemen der Lexik zu tun, denn schwer zu verstehen ist der Text trotz aller Voraussetzungen etwa in griechischer Mythologie nicht. Die Frage ist eher, wie man an dieses große als Drama verkleidete Lehrgedicht herangeht; mit wieviel Lebens- und Leseerfahrung man sich dem Horizont zu nähern versucht, den der alte Olympier da auftut. Und so habe ich auch Nietzsches "Also sprach Zarathustra" erst mit Anfang 50 verstanden; also verstanden in dem Sinne, dass mir schwante, wie man diesen Text lesen muss, der sich so eklatant auch von dessen anderen Schriften unterscheidet. Man kann ihn nämlich tatsächlich nur laut lesen oder sich laut vorlesen lassen; solange man dabei nicht stillsitzt; am besten tanzte man die Sätze auf einem Hochseil über den Wolken.

Offensichtlich liegen also bei mir persönlich 15 Jahre zwischen den ganz großen Lektüren; 20, 35, 50 - was aber mag mir mit 65, so ich es erlebe; beschieden sein; welches Werk wartet dann auf mich, ist es überhaupt schon geschrieben?
 

zeitistsein

Mitglied
Das ist wunderbar geschildert. Der Zarathustra bleibt selbst vielen Nietzsche-Kennern ein Rätsel. Mir kam er wegen des bekannten Namens mit 18 in die Hand, aber ich habe rein jar nüscht verstanden. Dann begann ich chronologisch mit der "Geburt" und den "Unzeitgemäßen" und war in den Bann gezogen. Den "Zarathustra" habe ich erst mit Anfang 50 verstanden (glaube ich zumindest), den muss man auch laut lesen und vielleicht sogar tanzen. Es ist ja das einzige wirklich "dichterische" Buch, das macht es so schwierig. Ich finde dazu eben einen älteren Text:


Vielen Dank für den wichtigen Hinweis auf das Tanzen. Das ist tatsächlich zentral bei Nietzsche, hat er doch den Satz geprägt: "Man muss noch Chaos in sich haben, um einen tanzenden Stern gebären zu können." Zudem noch das Dionysische, was auch mit Rausch und Tanz in Verbindung steht und das Nietzsche ebenfalls ganz wichtig war, von der Auseinandersetzung mit Wagner ganz zu schweigen.

Das Werk ist ein Fass ohne Boden und das macht es meiner Meinung nach so faszinierend. Ich lese und verliere mich immer wieder gern darin.

Herzliche Grüsse
Sandra
 
G

Gelöschtes Mitglied 44274

Gast
Umso erstaunlicher, liebe Sandra, ist es; dass das Werk nie den Weg ins Tanztheater oder auf die große oder kleine Bühne gefunden hat, soweit mir bekannt ist. Neben der großen Oper oder dem Ballett dächte ich an ein Oratorium oder an ein Gesamtkunstwerk Wagnerscher Dimension.
Wolfgang Rihms "Dionysos" nach den Dithyramben möchte ich da eher als gescheitert betrachten.
 

zeitistsein

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Umso erstaunlicher, liebe Sandra, ist es; dass das Werk nie den Weg ins Tanztheater oder auf die große oder kleine Bühne gefunden hat, soweit mir bekannt ist. Neben der großen Oper oder dem Ballett dächte ich an ein Oratorium oder an ein Gesamtkunstwerk Wagnerscher Dimension.
Wolfgang Rihms "Dionysos" nach den Dithyramben möchte ich da eher als gescheitert betrachten.

Das ist in der Tat erstaunlich.
Wobei Nietzsche ja auch einen Abscheu vor dem, was er den "Pöbel" nannte, empfand. Er fühlte sich ja schon zu Lebzeiten unverstanden, nicht zuletzt durch seine Mutter und seine Schwester, die ja sein Werk geradezu verfälschten.
Zum Thema Tanz hat mein ehemaliger Professor Wolfram Groddeck den Aufsatz "Vom Gesicht und Räthsel - Zarathustras physiognomische Metamorphosen" verfasst. Darin wird der Tanz als Stilmetapher verstanden. Hochinteressant. Ich denke, das hätte Nietzsche eher gefallen. Bei Rihms Oper hätte er wohl eher unverständig die Augen verdreht oder aber den Komponisten als Schals-Narr und Drehorgel bezeichnet.
 
G

Gelöschtes Mitglied 44274

Gast
Das ist in der Tat erstaunlich.
Wobei Nietzsche ja auch einen Abscheu vor dem, was er den "Pöbel" nannte, empfand. Er fühlte sich ja schon zu Lebzeiten unverstanden, nicht zuletzt durch seine Mutter und seine Schwester, die ja sein Werk geradezu verfälschten.
Zum Thema Tanz hat mein ehemaliger Professor Wolfram Groddeck den Aufsatz "Vom Gesicht und Räthsel - Zarathustras physiognomische Metamorphosen" verfasst. Darin wird der Tanz als Stilmetapher verstanden. Hochinteressant. Ich denke, das hätte Nietzsche eher gefallen. Bei Rihms Oper hätte er wohl eher unverständig die Augen verdreht oder aber den Komponisten als Schals-Narr und Drehorgel bezeichnet.
Von Wolfram Groddeck habe ich Hölderlins Elegie „Brod und Wein“ oder „Die Nacht“, ein Buch, das ich sehr liebe. Seine sündhaft teure Arbeit über die Dionysos-Dithyramben ist mit bislang entgangen.
 

zeitistsein

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Ein persönlicher Gott, der unpersönlich kommuniziert.
Ja. Denkbar.
Wir sind ja so viele.
Gott sendet seine Mitteilungen aus, die aber an niemanden persönlich gerichtet sind.
Er schaut dann einfach, was ein jeder daraus macht.
Nicht um uns zu richten.
Ich glaube nicht an die Ostereiersuche.
Gott weiss die Antwort auch nicht.
Er sieht uns als Anregung.
Als Gesprächspartner auf Augenhöhe.
Die Welt als Entwurf.
Wir arbeiten mit.
Feilen am Grobschnitt.
Denkbar.
 

zeitistsein

Mitglied
Der meldet sich nicht.
Niemand meldet sich.
Handy hin oder her.
Smartphone aus oder an.
Die Anschaffung war unnötig.
Totenstille auf der anderen Seite.
Leerer Sitzplatz im Abteil.

Du sehntest dich nach Verbindung.
Und nach Input.
Es hallt aber nur das zurück,
was du eingibst.
Ein Spiegel deiner selbst.
Nichts Neues in deiner Welt.

Trotzdem harrst du aus.
Starrst auf die Maschine.
Hoffst auf die allesentscheidende Wendung.
Auf das grosse Ja.
Auf das rettende Wort.

"Steh auf!", das nahmst du mit
und auf.
Über den Bildschirm,
ebenfalls.
Von diesem Vorbild.
Sein Kleid wolltest du klauen,
es dir überziehen.
Einen Augenblick
hieltest du
der Maskerade stand.
Dann fiel sie.
Du warst erschöpft.
Wehrtest dich
gegen das,
was du
eben noch so liebtest
und dein nanntest.

Leere stellt sich wieder ein.
Du bist nicht sie.
Wer bist du eigentlich,
über die Wartende hinaus.
Ein leeres Gefäss,
in das nichts
hineinregnet.

Heute wieder
Müdigkeit,
Erschöpfung,
auch
Einsicht.
 

zeitistsein

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Das Leben hat seine eigenen Rhythmen.
Pubertät kann auch mit 35 beginnen und sich bis ins 50. Lebensjahr erstrecken.
Unterdrückte Gefühle, die sich den Weg nach draussen bahnen. Die gesehen und anerkannt werden wollen.
Ich beneide Leute, die auch in diesen schwierigen Übergangsphasen ganz bei sich bleiben.
Die nicht weglaufen und bei klarem Bewusstsein darüber sind, was jetzt gerade läuft.
Ich war nicht so weise.
Habe gut fünfzehn Jahre gerätselt, was ich denn habe.
Es war schwer.
Wie Masern als Erwachsener.
Besser man bekommt es als Kind.
Dann vergisst man leichter.
Hat den Weg frei für anderes.
Fünfzehnjährige Ratlosigkeit - was hast du nur mit mir angestellt?
Die anderen wussten es nicht.
Sind ja keine Hellseher.
Was jetzt kommt:
eine Art Heimkehr. Ins verwandelte Heim.
Fremdheit aussen
und innen.
 

zeitistsein

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Mutter ist mit dem Airfryer unzufrieden.
Weil auf dem Boden kein Heizrohr ist.
Geröstet wird nur auf der Oberseite.
Erklärungen, dass das ja kein Ofen, sondern eben eine die Lebensmittel schonend, d.h. ölfrei zubereitende Fritteuse sei, nützten nichts.
Auch der Hinweis auf die zwei kleinen Körbe plus den grossen, was alles eine ziemlich flexible Gerätenutzung erlaube, die einfache Bedienung sowie das praktisch geräuschlose Getriebe - nichts von alledem konnte Mutter vom Jammern und Klagen abhalten.
Also schickte ich das schwere Paket heute zurück, auf dass endlich Ruhe einkehren möge.
Doch jetzt ist sie wieder unzufrieden, weil die Rücksendung fast so viel kostete wie der ganze Gerätekauf.
Ja, was willst du denn dann, Mutter?
Wann stimmt es für dich endlich?
Wann kannst du endlich leben und leben lassen?
Die Paketaufgabe war tatsächlich umständlich.
Denn Amazon bot hierfür keine Abholung an.
Unser Lift fährt nicht bis ganz zuunterst, sondern da gibts noch ein paar Treppenstufen.
Und wie soll man das Ding da runtertransportieren?
Auf dem Dachboden lag da zum Glück noch eine grosse IKEA-Tasche herum.
Eine von diesen XXL-Taschen, die ich, weiss Gott aus welchem Grund irgendwann mal angeschafft hatte.
Zum Glück.
Denn wäre diese Tasche nicht gewesen, hätte ich meine liebe Mühe damit gehabt, das Riesending bis zum Auto zu schleppen, vom Gang zur Postfiliale ganz zu schweigen.
Ich tat den hochgeschossenen mit x Aufklebern versehenen Karton also in den Kofferraum und nutzte die Ausfahrt, um das Auto auch gleich zur Waschstrasse zu bringen.
Denn auch das ist bei Mutter ein ständiges Politikum: Wann, wohin das Auto nehmen.
Man kann nicht eben schnell mal die Dinge erledigen, die nunmal zu erledigen sind. Nein, man muss vorher noch die Umstände abwägen. Haargenau. Erst nach penibler Prüfung der Gegebenheiten willigt sie vielleicht ein, das oder jenes zu tun.
Ansonsten liegen die Dinge bis zum Sanktnimmerleinstag brach.
Vorher war sie mit dem Airfryer unzufrieden.
Jetzt ist das Ding versendet und weg.
Mutter blickt wehmütig in die Ecke, wo es die letzten paar Tage gestanden hatte.
Sie findet, eine unschliessbare Lücke.
Sie hätte ja heute Abend noch so gerne heisse Äpfel darin zubereitet.
Zufriedenheit?
Keine weit und breit.
 

zeitistsein

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Heute habe ich aus dem Augenwinkel mein Spiegelbild gesehen.
Ich machte so einen entspannten, zufriedenen Eindruck, der so gar nicht mit meiner inneren Anspannung und Unruhe übereinstimmt.
Jedenfalls dachte ich in jener Millisekunde des Erblickens: So werde ich aussehen, wenn ich sterbe.
Ich werde zufrieden in mich zusammensinken, alles sein- und loslassen und endlich den Frieden finden, den ich jetzt so sehnlichst vermisse. Ich werde mir endlich gewahr werden, dass dieser ganze Stress hier nur oberflächlicher Unsinn ist. Nur Schein, der zum Überleben gewahrt werden muss. Aber dann werde ich das Leben endlich erfahren, wie es wirklich ist.
Ein Hauch von Hoffnung kam in jener Sekunde über mich.
Entlastung war in Aussicht.
Ende des Streits, Ende des Kampfs.
Nur noch Leichtigkeit und und Zufriedenheit.
 

zeitistsein

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Keiner weiss, was von diesem Wahnsinn, der gerade auf der Weltbühne abläuft, zu halten ist.
Jedenfalls bleibt uns ein sonniger Tag.
Wie heute.
Sonnig, aber kalt. Draussen sitzen Leute, schwatzen und lachen laut, als wäre alles im Lot.
Keinen interessiert es hierzulande, was schiefläuft oder wo noch Handlungsbedarf ist.
Man hat irgendwie aufgegeben.
Ausrichten kann man eh nichts.
Zu den wichtigen Formaten wird man nicht eingeladen.
Man spielt die allerletzte Geige, ja ist nicht mal mehr Orchestermitglied.
Vielleicht braucht es das als Selbstschutz.
Heilsam ist diese Haltung nicht.
Jeder braucht das Gefühl der Selbstwirksamkeit.
Wer nur noch vor sich hintrödelt, wird auf die Dauer unzufrieden, ja sogar kriminell.
Ich habe das bei Haller gelesen.
Ein toller Psychiater.
Habe ihn viel zu spät entdeckt.
Beim Hass läuft alles auf den Tod hinaus, schreibt er.
Wuchtig. Auf den Punkt.
Wo ich keinen Sternenhimmel über mir weiss,
habe ich nur noch die Zeit.
Und damit verbunden das Ende.
Es mag heute kommen
oder morgen.
Nichts bleibt über das Ende hinaus.
Auch kein Himmel.
 

zeitistsein

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Über die Liebe wird viel gesprochen und jeder hat so seine Theorie darüber, was sie ist und wie man zu ihr gelangt.
Wenn ich das so formuliere, dann klingt es danach, als wäre die Liebe ein Ziel am Ende eines Weges. Wie ein Ausflugsziel.
So wurde sie mir jedenfalls präsentiert im Laufe meines Lebens.
Man muss zu Gott finden, hiess es, weil Gott die Liebe sei. "Finden" heisst, dass man zuerst suchen muss, so wie man auch den Partner fürs Leben sucht, auf Internetportalen nach bestimmten Kriterien oder auch im realen Leben.
Jedenfalls ist die Liebe das ganz Andere, was dem Menschen zunächst fremd ist. Denn der Mensch ist als Sünder geboren, sagen die ganz Radikalen. Schon von Geburt wegen ist der Mensch ein Gefallener und Ausgestossener. Danach hilft nur die Rettung.

An Wochenende machte ich einen Ausflug aufs Land und dort wurde ich eines Besseren belehrt.
Ich war dort schon oft gewesen, aber wie es so schön heisst, macht Gewohnheit blind oder aber Tapetenwechsel bringen nichts, wenn man die Scheuklappen nicht ablegt.

Das Leben ist Kampf, sich Durchsetzen, Anstrengung und Verletzung hatte ich gelernt. Das hatte ich versucht zu reflektieren und es ein stückweit verstanden. Man legt sich einen Panzer zu. Wir alle bleiben Gefangene unserer Erfahrungen, wenn es uns nicht gelingt, die Käfigstangen nach und nach zu durchsägen, um den ersten Schritt nach draussen zu tun. Und das Problem ist: Der Panzer fühlt sich irgendwann wie eine zweite Haut an, obwohl er nicht unser eigen ist.

Zurück zum Wochenendlandleben, wo ich gesehen und gehört habe, wie der Weg nach draussen gelingt.
Kaum jemand hat mehr Lieblosigkeit erlebt, als die Menschen, die ich dort sprechen durfte. Das Landleben ist bekanntlich rau und unerbittlich.
Und dennoch sind es gerade die Älteren, die durch Hunger, Kälte und Krieg gegangen sind, die einem nicht den Hass, sondern die Liebe lehren.

Allen voran eine bucklige, geistig hellwache Neunzigjährige, die meine Oma gut kannte - welche wiederum die personifizierte Liebe war. Man muss die Liebe sehen und hören. Leibhaftig. Über sie zu Fantasieren bringt sie einem nicht näher. In der Oma hatte ich sie täglich vor mir. Aber nachdem sie starb, trat das ein, was ich schon vorher befürchtet hatte: das schleichende Vergessen. Weil der Schutzwall einreisst und die Lieblosigkeit wie eine lose Felsenwand über einen hereinbricht. Man wird im Schutt begraben, bis man daraus geborgen wird.

Die bucklige Alte, wie ich sie liebevoll nennen möchte, kam also mehrmals herangeschlurft. In der menschenleeren Berggegend ist sie froh um neue Nachbarn. Sie hat ein grosses Mitteilungsbedürfnis, möchte gar nicht so sehr ausfragen, sondern vielmehr ihr Erleben teilen und uns daran teilhaben lassen. Schon darin zeigt sich Grosszügigkeit. Mehr noch aber in dem, was sie teilt und wie sie es teilt. Sie kommt nämlich nicht, um zu jammern, sondern um Miniaturen der Liebe weiterzugeben. Alltagsminiaturen. Wie die Enkelin sie badet, dass der Schwiegersohn ihr jeden Tag das Frühstück bereite, wie hart die Tochter arbeite. So klein sind diese Dinge und unscheinbar, aber zusammengefügt bilden sie ein Auffangnetz aus Liebesfäden, das einen aus dem Alltagshass und der lieblosen Getriebenheit heraushebt. Das ist Selbst- und Fremdfürsorge.

Ich bin überzeugt - und das habe ich Mutter auch mitgeteilt -, dass diese Liebe die Dame am Leben erhält. Mit anderen Worten: Sie lebt in einem Umfeld, das sie gewähren lässt, das die Liebe nicht verschüttet, kleinredet oder gar zerstört. Und wenn sie in ihrem über neunzigjährigen Leben schon ganz anderes erlebt hat, so hat sie doch gewusst, die Liebe am Leben zu erhalten oder sie wieder aufzuerwecken. Durch diesen Blick fürs Kleine, Unscheinbare. Und das Ausblenden dessen, was es vergiftet. Weil Gleichgültigkeit zum Tod führt, setzen ihre Schilderungen der Liebe ein Denkmal. Jede Kleinigkeit ist ein Baustein dafür. Was ausgespart wird, ist wertloser Schutt. So erzählt sie sich ihr Leben und liefert mir das Werkzeug für meins.

Ich bin verwandelt. Nach diesem Wochenende. Wegen dieser Liebe. Und dennoch entmutigt, weil ich weiss, bald wird Mutter aufstehen (es ist noch frühmorgens) und ihrer Härte und Lieblosigkeit ungefiltert Luft machen. Ich kann mich da nur ins Schreiben flüchten, um hier wenigstens der Liebe mein Denkmal zu errichten.
 
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zeitistsein

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Gestern Abend, es war schon nach 23 Uhr, bin ich beim Einparken gegen die Garagenwand geknallt.
Ich war benebelt von der tage- und nächtelangen Hitze, an die ich nicht gewöhnt bin. Und von der doch zweistündigen Berg- und Talfahrt vom Land zurück in die Stadt. Dazu kam die schlechte Belichtung und die Enge des viel zu klein bemessenen Stellplatzes.
Es ist dennoch der Beste in der ganzen Garage. Nah bei der Einfahrt und nach oben offen. Nich wie andere, die uneben und durch
Glücklicherweise ist nichts passiert. Auch das Auto scheint unversehrt.
Zum Autowaschen war keine Zeit. Die Waschstrassen schliessen um 23 Uhr. Deshalb muss ich heute nochmal raus und fürchte mich davor. Ich fürchte mich vor dem Anblick der kaputten Vorderseite, heute bei Tageslicht, obwohl sie gestern im Halbdunkel, wie gesagt, unversehrt aussah. Dennoch bleibt die Angst, den Konsequenzen des eigenen Handelns ins Auge zu sehen. Die Konfrontation ist weitaus schwieriger als die Tat. Das Licht läutert durch den Schmerz der Wahrheit.
Und es gibt kein Entkommen. Das Auto muss heute bei Tageslicht gewaschen werden. Nach tagelangem Herumstehen in der unwirtlichen Berglandschaft verfremdet der Schmutz die Schönheit des Gefährts. Es trug uns von A nach B und zurück. Ohne Zwischenfälle, ohne Pannen. Reibungslos trotz sichtbarer Vernachlässigung. In der technischen Meisterleistung entsteht der Eindruck, eine Gnade sei am Werk, die über alle menschlichen Verfehlungen hinwegsieht, sei am Werk. Gnade macht "ihr Ding", unberührt von unseren Zumutungen.
Wenn die Stosstange verbogen oder es wegen des Aufpralls sonst irgendwelche Beulen gibt, gehört das Auto in die Werkstatt. Dort wird es hoffentlich repariert. Es wird kosten, aber die Kosten werden gedeckt und gehen wie eine ausgeheilte Grippe vergessen. Nachhallen tut die Bestürzung vor der eigenen Sorglosigkeit. Dass man selber fähig war, dem Auto durch sanftes geradeausfahren und vermeintlich sorgfältiges Abschätzen der Distanzen derartige Gewalt anzutun. Dass man genau las und doch das Kleindgedruckte übersah oder das bedeutungsunterscheidende Komma. Dass man sorgfältig operierte und der Patient dennoch starb. Unverfügbarkeit bestürzt. Sie öffnet einen Spalt ins Weite. Die Weite entspannt, erzeugt aber auch Beklemmung. Wie das weisse Blatt. Es ist geduldig und erträgt alles, kann aber auch Ungeahntes zurückfeuern, nachdem der erste Satz steht.
Der ungewollte Knall in der Garage ruft einem das Unverfügbare in Erinnerung. Es geht aber auch im Schreiben. Im Angesicht des weissen Blatts.
 

zeitistsein

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Ist Neid eine Form von Lieblosigkeit? Die KI sagt: Ja. Und begründet das auch.
Vielleicht sollte sie ergänzen: Von introjizierter Lieblosigkeit. Oder interpretierter Lieblosigkeit.
Man ist ohne Vater aufgewachsen und kann sich mit den Jahren denken: Das war nicht aus Hass, sondern aus gutem Grund.
Oder man kann sich aufgrund des Mangels in einer Opferrolle einigeln. Diese wird aber spätestens dann problematisch, wenn man eigene Kinder bekommt. Möchte man eine gute Mutter sein? Ein gutes Vorbild? Eine hilfreiche Rampe ins Erwachsenenleben hinein? Dann sollte man über sich hinauswachsen. Nicht in dem Sinne, dass man aus dem eigenen Kind einen Lückenbüsser macht, der die väterliche Abwesenheit wettmachen soll. Das wäre eine Vertiefung der Opferrolle. Vielmehr indem man den Groll beiseite schiebt und Verständnis entwickelt. Verständnis für die Beweggründe, Verständnis für den Anderen in seinem Anderssein.
Neid entsteht aus einem Mangelempfinden heraus. Und beides ist eine Lebensaufgabe. Nämlich zu erkennen, dass nichts Äusseres diesen Mangel beheben, die Lücke füllen kann. Man muss umdenken. Die Lösung liegt in einem selbst.
Eine abgedroschene Phrase, denkt man sich zunächst. An der verdammt viel dran ist.
Ich habe heute der Kassiererin ein Kompliment gemacht und meine Mutter hat dazwischengegrätscht. Sie mag es gar nicht, wenn andere gelobt werden. Das ist ihre Wunde, die sich zu Wort meldet. Das kleine Mädchen, das Papas Prinzessin sein will und das nie konnte. Und dann die Tochter, die es konnte und dieses Privileg jetzt vor ihren Augen auslebt. Ein Schlag ins Gesicht. Lebensgenuss, der für immer ausbleibt. An seine Stelle tritt Leistung. Weil man den Mangel auf die eigene Minderwertigkeit bezieht. Leistung wird zum Lebensprinzip. Auch ein gewisser Leistungszwang. Ja, in diesem Sinne mündet Neid in Lieblosigkeit. Weil man nicht mehr aus Liebe leistet, sondern aus dieser unbewussten Triebkraft, Liebe durch Leistung zu erzwingen, durch Leistung, die niemand fordert, sondern die man sich selbst auferlegt. Lieblosigkeit zu anderen, aber auch zu sich selbst.
 



 
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