So, ein kleiner gedanklicher Querflug
Erde versickert nicht grundsätzlich. Sie kann schlammig werden, Wind und Wetter kann sie forttragen – letzten Endes bleibt sie dickporiger als Wasser. Vielleicht schwemmt es winzige Teile aus dieser Erde. Diese versickern vielleicht.
Ich kann den Titel nehmen und danach im Gedicht nach Bestätigung suchen, ob er mir mit einem kleinen Bröckchen darin widerfährt. Oder ich lese das Gedicht und nehme den Titel nachträglich, als das an, was er mir sein kann: eine Botschaft. Für mich wird hier ein Flug beschrieben, der alles durchdringt am Baum bis hin zu seinem tiefsten, vielleicht letzten Blatt. Doch dieser Flug fällt tiefer aus, er weitet sich nicht, er überschreitet sogar die Blattgrenze, jedoch in einer Tiefe. Wohin er fällt, auf die versickerte Erde, ob diese als Paradox erlebt wird oder nicht, bleibt offen.
Am Baum könnte sogar wieder die Spitze erreicht werden, denn die Flugbahn eines Tropfens scheint mir hier umgekehrt genauso vorhanden zu sein. Seine Landung knüpft nicht mehr an eine einzige Vorstellung, denn ein „das hält ihn nicht auf“ widerspricht. Und in diesem leisen Gedicht schließt sich gerade deswegen ein Kreislauf, der außerhalb der Wahrnehmung liegt. Ins „fällt fällt“ greifen?
Es vollzieht sich, wiederkehrend vergänglich.
Querflug: Ende.
Liebe Grüße in die Runde,
ubertas