Fortsetzung
Zitate und eigene Gedanken angeregt durch Lesen „kleine Weltgeschichte der Philosophie“ von Hans Joachim Störig
Zweiter Teil – die Griechische Philosophie
Allgemeines: Hauptperioden
- Die Begründer der griechischen Philosophie sind zugleich die Stammväter unserer eigenen.
- Die Griechen hatten zu keiner Zeit, weder später noch in der Frühzeit, einen Priesterstand, der Früher oder Später an gesellschaftlicher Macht oder geistigem Einfluss mit dem indischen oder ägyptischen zu vergleichen wäre.
- Um das Jahr 550 v.Chr. versuchte der griechische Geist unter allmählicher Loslösung von der überlieferten Religion, teilweise unter lebhaftiger Kritik an deren Vorstellungswelt, mittels selbständigen, vernunftmässigen Denkens, die Welt aus der natürlichen Ursache zu erklären. Lao Tse/China wirkte um ca. 609-517 v.Chr., Konfuzius folgte unmittelbar darauf, Indien/ Buddha ca. 563-483. In diese Zeitspanne fällt auch jüdisches Prophetentum, Hesekiel/Babylon und möglicherweise Zarathustra/Perser. Dies ist allerdings sehr umstritten.
Zitat: „Die Tatsache, dass an verschiedenen Stellen des Erdballs, in zahlreichen gegeneinander so gut wie abgeschlossenen Kulturkreisen
, zur gleichen Zeit der Menschengeist einen gewaltigen Schritt vorwärts tat
, und in den genannten Persönlichkeiten gleichsam zu sich selbst kam, ist für uns so erstaunlich wie unerklärlich. Es sträubt sich etwas in uns dagegen, angesichts dieser einzigartigen Häufung von blossem Zufall zu sprechen…..Möglicherweise wird es auf immer ein Geheimnis bleiben.“ Zitatende
Nun, meiner Meinung nach, ist es möglicherweise einfach so, dass das Leben lebt und sich verwandelt, den Menschen verwandelt. …Alles ist mit Allem verbunden, und wenn das Klima stimmt, blühen verschiedene Sträucher, Bäume gleichzeitig… So denke ich und muss mit dem bis anhin Gelesenen vorerst nichts korrigieren; nur, dass es für mich kein Geheimnis ist, sondern irgendwie erklärbare Tatsache.
Die Geschichte der griechischen und deren Abkömmling, der römischen Philosophie fällt in den Zeitraum eines runden Jahrtausend. 6. Jahrhundert v.Chr. – 6. Jahrhundert n.Chr.
Vorsokratiker, 600 v.Chr. – Beginn 4. Jahrhundert:
Die älteste Periode suchte unter Befreiung von theologischen Vorstellungen, nach einem
Urstoff = älteste Naturphilosophie.
Auf sie folgen einerseits Pythagoras, dessen Denken
eine mystische, am Begriff der Zahl orientierte Richtung einschlägt = jüngere Schule der Naturphilosophie.
Allen ist als Ziel gemeinsam, dass sie auf Erklärung der natürlichen Welt ausgehen und Naturphilosophen sind.
Methode ist dogmatisch, da mit „naiver“, d.h. noch nicht durch kritische Besinnung hindurch gegangener Spekulation gearbeitet wird.
Sophisten, Mitte 5. Jahrhundert bis zu Tode des Aristoteles 322 v.Chr.
- Decken Widersprüche im bisherigen philosophischen Denken auf. Siehe Sokrates, Platon, Aristoteles.
- Logik, Metaphysik, Ethik, Natur- und Gesellschaftsphilosophie, Ästhetik, Pädagogik werden ausgebildet und zu umfassenden Systembauten vereinigt.
Die längste Periode, nach Aristoteles Tod bis zur allmählichen und endlichen Auflösung in den nachchristlichen Jahrhunderten, ist dadurch gekennzeichnet, dass der Sinn für Naturforschung im Rückgang begriffen ist. Die diesen Abschnitt zunächst
beherrschenden Schulen der Stoiker und Epikureer richten ihr
Hauptinteresse auf den Menschen und auf die Ethik. Dito Skeptiker.
Aus der Vermischung der Systeme entstand der sogenannt
Eklektizismus.
Zitat Internet KI: "Eklektizismus (von griech.
eklektós = „ausgewählt“)
bezeichnet eine Methode, die das Beste aus verschiedenen Systemen, Stilen oder Epochen auswählt und neu kombiniert" Zitatende
In nachchristlicher Zeit wurden platonische Gedanken mit Elementen orientalischer Religiosität vermischt im Neu-Platonismus.
Zitat Internet KI:
"Der Neuplatonismus ist eine einflussreiche philosophische Strömung der Spätantike (ab 3. Jh. n. Chr.), die auf
Platon aufbaut, aber dessen Metaphysik mit mystischen und religiösen Elementen verbindet. Im Zentrum steht das „Eine“ als höchster, unerkennbarer Ursprung, von dem alles Sein stufenweise durch Emanation (Ausfluss) abstammt. Hauptvertreter ist Plotin, gefolgt von Proklos und Augustinus..."Zitatende
Mit dem 6. Jahrhundert n. Chr. Verschwand die griechische Philosophie als selbständige Erscheinung. Wurde aber zum Grundpfeiler der abendländischen Kultur.
Erstes Kapitel:
Die vorsokratische Philosophie bis zum Auftreten der Sophisten
Thales:
Erster milesische Naturphilosoph ca. 640 v.Chr. Er war weitgereist, weltgewandt, Kaufmann, Staatsmann, Naturforscher. Er bereiste Ägypten und hatte vermutlich daher astronomische Kenntnisse. Er beschäftigte sich auch mit Magnetismus.
Seine Fähigkeiten:
Vorhersage der Sonnenfinsternis
Berechnung der Höhe der ägyptischen Pyramiden = Schattenmessungen
Fand eine Anzahl grundlegender mathematische Lehrsätze
Mir ist nur der Thaleskreis bekannt. Siehe
Internet KI: Zitat:" Der
Thaleskreis ist ein Halbkreis über der Seite
AB eines Dreiecks, dessen Mittelpunkt genau auf der Mitte dieser Strecke liegt. Sein entscheidendes Merkmal ist: Liegt ein dritter Punkt
C auf diesem Kreisbogen, bildet das
Dreieck ABC bei
C stets einen
rechten Winkel (90°) Er ist ein wichtiges Werkzeug zur Konstruktion rechtwinkliger Dreiecke." Zitatende
Thales war Philosoph und galt, bis vor kurzem, als Stammvater der antiken und modernen Philosophie.
Er war der erste Grieche, der das orientalische Wissen auf den Gebieten der Mathematik und Astronomie aufnahm und
selbständig weiterverarbeitete.
Aussagen von ihm:
Was ist das schwerste von allen Dingen? = sich selbst erkennen
Was ist am Leichtesten? = Anderen Rat geben
Was braucht es für ein vollkommenes, tugendhaftes Leben? = Niemals das tun, was wir an anderen verurteilen.
Unbekannt ist, inwieweit Thales zu allgemeinen philosophischen Schlussfolgerungen gekommen ist. Eine philosophische Schrift von ihm ist nicht bekannt. Und ob sein naturphilosophischer Grundgedanke, dass das Wasser der Urstoff sei, aus dem alles hervorgegangen ist – wird bezweifelt.
Anaximandros
war Zeitgenosse des Thales. 611-549 v.Chr.
Zitat mit Formatierung von mir:» In ihm müssen wir nachdem der Ruhm des Thales schwankt, den eigentlichen
Begründer der Philosophie als selbständiger Wissenschaft erblicken. Seine Ansichten legte er in einer – nicht erhaltenen – Schrift nieder, die wahrscheinlich dem später vielfach verwendeten Titel «Über die Natur» führte.
Urprinzip der Welt und Ursache allen Seins ist ihm ein Unbestimmtes und Grenzenloses (griech. Apeiron) aus dem sich Kaltes und Warmes, Trockenes und Feuchtes sonderten.
Mit dem Gedanken, dass die Erde – die er frei im Raum schwebend denkt – zuerst in flüssigem Zustand gewesen sei und bei ihrer allmählichen Austrocknung die Lebewesen hervorgebracht habe, wobei diese zunächst im Wasser lebten und später auf das Land überwechselten, hat er ein Stück der modernen Entwicklungslehre vorweggenommen.
Mit seiner Lehre, dass ein ursprünglich die Erde umgebender Feuerkreis nach seinem Zerspringen, Feuer ausströmend, um die Erde rotiere, macht er den ersten Versuch, die Bewegung der Gestirne auf physikalische Weise zu deuten.
Nach ewigem Gesetz gehen aus dem Unbestimmt-Grenzenlosen immer neue Welten hervor und kehren wieder in dasselbe zurück, «einander Strafe und Busse gebend für die Ungerechtigkeit nach der Ordnung der Zeit» wie die Schlussworte des einzigen wörtlich erhaltenen Fragments lauten, die dunkle Tiefe seiner Lehre wenigstens erahnen lassen.» Zitatende
….tja, «aus dem Unbestimmt-Grenzenlosen gehen immer neue Welten hervor» dieser Gedanke ist heute in der Quantenphysik, die an Paralleluniversen resp. Multiversum (Stringtheorie) in der heutigen Gegenwart zu finden. Seriöse Wissenschaftler, weltweit, befassen sich mit solchen Theorien, suchen Erklärungen/Beweise dafür – bisher allerdings erfolglos.