Fortsetzung Zitate und eigene Gedanken angeregt durch Lesen „kleine Weltgeschichte der Philosophie“ von Hans Joachim Störig
Aristoteles 384 v.Chr. im Norden Griechenlands, in eine Ärztefamilie geboren
Aristoteles war in jungen Jahren 20 Jahre lang Schüler der Platonischen Akademie. Er war mehr als 40 Jahre jünger als Platon, der bereits in den Sechzigern stand. Er heiratete in Kleinasien die Adoptivtochter eines Mitschülers, der es dort zum Diktator gebracht hatte. Aristoteles wurde von Philipp, König von Mazedonien, der Griechenland mit Gewalt einigte, zum Hofe berufen um die Erziehung seines Sohnes Alexander, der als Alexander der Grosse in die Geschichte einging, zu übernehmen. Nach dem Regierungsantritt Alexanders kehrte Aristoteles nach Athen zurück und eröffnete eine eigene Schule, Lykeion (Lyzeum) genannt. Er widmete sich einer ausgedehnten Forschungs- und Lehrertätigkeit. Legte eine grosse Privatbibliothek und dazu eine naturwissenschaftliche Sammlung mit damals bekannten Pflanzen und Tieren an. Zu Vergleichszwecken liess Aristoteles auch alle bekannten Staatsverfassungen sammeln, insgesamt 158. Die Mittel hatte er dazu aus seinem Vermögen und vermutlich erhielt er auch Unterstützung von Alexander. Gegen Ende der zwölf Jahre, die Aristoteles seiner Schule vorstand, geriet er in politische Bedrängnis. Sein Verhältnis zu Alexander wurde schwierig und andererseits wurde er in Athen als Freund Alexanders und der mazedonischen Politik, die Athen seiner Freiheit beraubte, heftig angefeindet. Schlussendlich wurde er wie Sokrates der Gottlosigkeit angeklagt und zum Tode verurteilt. Er floh und starb im darauffolgenden Jahr, 322 v.Chr. vereinsamt im Exil.
Mehrere hundert Schriften waren von Aristoteles bekannt. Er lehrte in kleinerem Kreis für Fortgeschrittene, hielt aber auch volkstümlichere Vorträge. Auch seine Schriften umfassten Darstellungen für weitere Kreise, die verloren sind, und reine fachwissenschaftliche für die Schule.
Die erhaltenen Schriften sind schwierig zu lesen und kaum zu ordnen. Forschungsarbeiten haben das Echte vom Unechten gesondert und nach ihrem Inhalt in folgende Gruppen gegliedert:
- Schriften zur Logik
- Schriften zur Naturwissenschaft
- Schriften zur Metaphysik
- Schriften zur Ethik
- Schriften zur Politik
- Schriften zur Literatur und Rhetorik
Zitat: «Zwischen dem nüchternen, auf Sammlung und Katalogisierung alles Bestehenden und auf streng logische Beweisführung ausgehenden Geiste des Aristoteles und der dichterisch beflügelten, auf das Schöne und Ideale gerichteten Phantasie Platons besteht ein tiefgreifender Unterschied…
Aristoteles war in erster Linie Wissenschaftler. Doch auch er erblickt in der philosophischen Erkenntnis, die alles Bestehende unter einheitliche Prinzipien ordnet, die Krone des Wissens…
Die Logik:
Aristoteles hat die Logik als eigene Wissenschaft geschaffen. Er verwendet diese Bezeichnung aber noch nicht, er sagt «Analytik» und anderes. Logik ist die Lehre vom richtigen Denken, genauer von den Formen und Methoden (also nicht dem Inhalt) des richtigen Denkens….
Von der Psychologie, die sich ja auch mit dem menschlichen Denken befasst, unterscheidet sie sich dadurch, dass sie nicht wie diese lehrt, wie sich der Verlauf unserer Gedanken wirklich abspielt, sondern wie er sich vollziehen soll, damit er zu wissenschaftlicher Erkenntnis führe.» Zitatende
Der Begriff:
Klare, für das wissenschaftliche Denken brauchbare Begriffe benötigen Definitionen. Zitat: «Zu jeder
Definition gehören zwei Teile. Sie muss den zu definierender Gegenstand in eine Klasse einordnen, deren allgemeine Kennzeichen mit den Kennzeichen des zu definierenden Gegenstandes
übereinstimmen. Was ist der Mensch? Der Mensch ist ein
Lebewesen. Sie muss andererseits angeben, worin sich der Gegenstand von den anderen Gegenständen der gleichen Klasse
unterscheidet: Der Mensch ist ein
vernunftbegabtes Lebewesen.
Die Definition enthält also ein trennendes unterscheidendes und ein verbindendes, gemeinsames Merkmal (bzw. mehrere).
Es gibt Begriffe von höherer und geringerer Allgemeinheit. Lebewesen zum Beispiel ist ein allgemeinerer Begriff als Mensch oder Hund, da es neben diesen noch andere Lebewesen gibt. Man kann, indem man von einem Begriff höherer Allgemeinheit (Gattungsbegriff) ausgeht, durch Hinzunahme immer weiterer spezifischer Unterschiede zu engeren Begriffen (Artbegriffen) herabsteigen und von diesen weiter zu Begriffen, die so eng sind, dass sie sich nicht mehr in weitere Unterarten aufspalten lassen, sondern nur noch Einzelwesen unter sich begreifen: Lebewesen – Säugetier – Hund – Dackel – Rassendackel – Langhaardackel - brauner Langhaardackel – dieser braune Langhaardackel.
Die Begriffslehre des Aristoteles legt grössten Wert darauf, dass das Absteigen vom Allgemeinen zum Besonderen und das umgekehrte Aufsteigen sich in der richtigen, stufenweisen, kein Zwischenglied auslassenden Folge vollziehe. Zitatende
Die Kategorien:
Aristoteles hat diesen Begriff eingeführt. Er bezeichnet ursprüngliche Grundbegriffe, die keinen Oberbegriff mehr haben. Die
zehn Kategorien des Aristoteles sind:
Substanz, Quantität (Menge), Qualität (Beschaffenheit), Relation (Beziehung), Wo, Wann, Lage, Haben, Wirken, Leiden.
Die ersten vier sind die wichtigsten, unter diesen die Substanz.
Das Urteil:
Begriffe werden zu Sätzen oder logischen Urteilen verknüpft.
Jedes Urteil hat mindestens zwei miteinander verbundene Begriffe. Subjekt ist der Begriff über den etwas ausgesagt wird, und Prädikat ist die Aussage, die über das Subjekt gemacht wird. Aristoteles teilt die Urteile in verschiedene Klassen.
Bejahendes Urteil = Diese Nelke ist rot
Verneinendes Urteil = Diese Nelke ist nicht rot
Allgemeines Urteil = Alle Nelken welken
Besonderes Urteil = Einige Nelken duften nicht
Einzelurteil = Diese Nelke ist gelb
Sein aussagendes Urteil = Diese Nelke blüht
Notwendigseiendes Urteil = Diese Nelke muss heute aufblühen
Möglichseiendes Urteil = Diese Nelke kann heute noch aufblühen
Der Schluss:
Zitat: Urteile verbinden wir zu Schlüssen.
Die Lehre vom Schluss ist das Kernstück der Aristotelischen Logik. Das Fortschreiten des Denkens geht nach Aristoteles immer in Schlüssen vor sich.
Ein Schluss ist eine Rede, in der aus gewissen Voraussetzungen etwas Neues hervorgeht.
Er ist die Ableitung eines (neuen) Urteils aus anderen Urteilen. Er besteht also immer aus den Voraussetzungen (Prämissen) und der aus dieser gezogenen Schlussfolgerung (Konklusion).
Im Mittelpunkt der Schlusslehre steht der sogenannte
Syllogismus. Er besteht aus
drei Teilen: einen
(allgemeinen) Obersatz: Alle Menschen sind sterblich; einem (
speziellen) Untersatz: Sokrates ist ein Mensch. Dies sind die Prämissen. Folgerung: Also ist (auch) Sokrates sterblich.« Zitatende
Hans Joachim Störig weist darauf hin, dass «Sokrates ist sterblich» bereits schon im Obersatz der Prämisse vorausgesetzt ist. Er bezeichnet dies als Schwäche des Syllogismus.
Der Beweis:
Zitat:
Der Beweis ist die (logisch) zwingende Herleitung eines Satzes aus anderen Sätzen vermittels fortlaufender Schlüsse. Dasjenige aus dem eine Behauptung bewiesen werden soll, muss natürlich seinerseits gesichert sein. Man muss es also wiederum aus übergeordneten Sätzen beweisen können. In unserer Vernunft haben wir nun nach Aristoteles ein Vermögen zu unmittelbarer und irrtumsfreier Erfassung solcher allgemeinen Sätze.
Deren oberster ist der Satz vom Widerspruch: «Etwas das ist, kann nicht gleichzeitig und in derselben Hinsicht nicht sein.»
Die Induktion:
Induktion ist das Verfahren, einen Satz, anstatt ihn aus einem allgemeineren theoretisch herzuleiten (sog. Deduktion), dadurch zu erhärten, dass man seine tatsächliche Geltung an möglichst vielen unter ihn gehörenden Einzelfällen aufzeigt. Zum Beispiel kann der Satz «Metalle sind schwerer als Wasser» dadurch erhärtet werden, dass man nacheinander aufzeigt: Gold ist schwerer als Wasser, Silber ist schwerer als Wasser, Eisen ist schwerer als Wasser, und so fort. Eine unbedingte Gewissheit wird er freilich auf diese Weise niemals erlangen. Denn selbst wenn man alle bekannten Metalle durchprobiert, so könnte doch immer noch ein Metall entdeckt werden, das sich anders verhält.
Es versteht sich, dass die Induktion als Methode der Naturforschung nur für denjenigen Wert besitzt, der der Erfahrung, also der tatsächlichen Wahrnehmung durch die Sinne, vertraut. Aristoteles nimmt denn auch – im Gegensatz zu Platon – die Fähigkeit der Sinne, richtige Erkenntnis zu vermitteln, ausdrücklich in Schutz. Er sagt sogar, dass die Sinne als solche uns niemals täuschen, dass aller Irrtum nur aus der falschen Unterordnung und Verknüpfung der durch die Sinne gelieferten Daten im Denken entspringe; woraus sich auch das Gewicht erklärt, das er auf richtige Denkschulung eben die Logik, legen muss.» Zitatende
Die Metaphysik:
Im Gegensatz zu Platon sagt Aristoteles, dass
nur das Einzelne wirklich ist.
Die platonische Ideenlehre kritisierte er aufs schärfste. Er weist nach, dass das Allgemeine nichts für sich, neben und ausserhalb der Dinge Existierendes ist.
Die allgemeinen Begriffe sind Namen, nicht Dinge. In Wirklichkeit gibt es nur die zahllosen Einzeldinge. Zum Beispiel Bäume: «Baum» als ein Allgemeines, dem irgendeine Wirklichkeit zukäme, gibt es überhaupt nicht. Dieser Begriff existiert nur in unseren Köpfen.
Hans Joachim Störig sagt dazu: Damit waren die Fronten bezogen, zwischen denen sich das ganze Mittelalter hindurch
der Streit zwischen «Realismus» und «Nominalismus» abspielen sollte.
Der Stoff und die Form:
Wie Platon sieht auch Aristoteles, dass die zahllosen Bäume vergehen, während Baum als Allgemeines fortbesteht. Dieses Allgemeine, Unveränderliche nennt Aristoteles Formen, wofür er aber auch zum Teil den von Platon verwendeten Begriff «eidos», Idee benützt.
Eine Form braucht, setzt etwas voraus, das geformt wird.
Das Ungeformte und Unbestimmte, an dem die Formen in Erscheinung treten, nennt Aristoteles «Stoff» oder «Materie». Zitat: «Die Materie für sich genommen, unter Absehung von allen Formen,
hat nicht Wirklichkeit. Da sie aber die Fähigkeit hat, unter den gestaltenden Kräften der Formen wirklich zu werden,
hat sie Möglichkeit.
Die Formen ihrerseits, indem sie der Materie zur Wirklichkeit verhelfen, sind nicht nur (wie die Ideen Platons) die ewigen Urbilder der Dinge, sondern zugleich auch
ihr Zweck und die Kraft, die die ungestaltete Materie zur Wirklichkeit bringt.
Doch ist Materie für Aristoteles wiederum auch nichts rein Passives, das erst unter der Wirkung der Formen Wirklichkeit erhält. Denn Aristoteles lehrt, dass
die Materie den formenden Kräften Widerstand leistet. Daraus erklärt es sich, dass
alles Entstehende unvollkommen ist und dass die Entwicklung der Natur nur allmählich von niederen zu höheren Formen fortschreitet. Damit wird die Materie mehr oder weniger zu einem zweiten wirkenden Prinzip der aristotelischen Metaphysik.
Die vier Gründe des Seienden:
Stoff (griechisch hyle) und Form (griechisch morphe) behandelt Aristoteles im Zuge eines Gedankenganges, der für die gesamte abendländische Philosophie grundlegend geblieben ist: der Lehre von den vier Gründen des Seienden. Es sind – mit den seit der scholastischen Philosophie des Mittelalters eingebürgerten lateinischen Bezeichnungen genannt:
- Die causa materialis, der Stoff (etwa das Silber, aus dem eine Opferschale gefertigt ist.
- Die causa formalis, die Form, die eigentliche Form der Schale
- Die causa efficiens, die Wirkursache (der Silberschmied, der die Schale geschaffen hat)
- Die causa finalis, das Worumwillen oder die Zweckursache (die Bestimmung der Schale für die Opferhandlung)
Die Theologie:
Form und Stoff wirken von Ewigkeit her aufeinander und sind ohne Ende in Bewegung. Der Anstoss dazu muss von einem Bewegenden ausgegangen sein, das selbst nicht bewegt ist. Das kann nach Aristoteles nur die reine Form ohne Stoff sein.
Reine Form ist das Vollkommene und so lehrt Aristotels eine Gottheit, die reines Denken, reiner Geist ist. Gott denkt nur das Höchste und Vollkommenste, und da er das Vollkommene selbst ist, denkt er sich selbst.
Die Natur:
Die Physik:
Zitat: «Was Aristoteles unter diesem Titel vorträgt,
ist teils mehr Metaphysik als Physik, teils jedenfalls theoretische Physik. Er setzt sich mit den allgemeinen Grundbegriffen der Physik auseinander: Raum, Zeit m Materie, Ursache, Bewegung.» Zitatende
Hans Joachim Störig erwähnt nur einen Grundgedanken, der für spätere Naturerklärung am folgenreichsten ist. Zitat: «
Die Beobachtung der Natur lässt uns überall eine wunderbare Zweckmässigkeit erkennen. Vom Grössten bis zum Kleinsten ist alles zweckmässig geordnet. Da das, was regelmässig auftritt, nicht vom Zufall hergeleitet werden kann, ist die durchgängige Zweckmässigkeit der Natur so zu erklären, dass der eigentliche Grund der Dinge in ihren Endursachen, in ihrer Zweckbestimmung liegt. Man nennt diese Art der Naturerklärung teleologisch.» Zitatende
Das Stufenreich des Lebendigen:
Aristoteles hat sich mit Botanik befasst und war der Haupturheber der systematischen und vergleichenden Zoologie. Wie in der Metaphysik dargelegt, hat ein Bewegtes ein Bewegendes. Hier ist nun
das Bewegte der Leib und das Bewegende die Seele. Das Verhältnis von Leib und Seele ist dasselbe wie zwischen Stoff und Form.
Die den Leib formende Seele nennt Aristoteles Entelechie. Dieser Begriff wird auch heute noch verwendet.
Die Seele ist der Zweck des Leibes und der Leib das Werkzeug (griechisch Organon) der Seele. Daher stammen die Begriffe Organ, Organismus, organisch, die Aristoteles zuerst gebildet hat.
Es gibt drei Arten von Seelen, die unterste, die ernährende oder Pflanzenseele, die weiter fortgeschrittene, die empfindende oder Tierseele und die höchste, die denkende oder Menschenseele.
Anthropologie, Ethik und Politik
Der Mensch:
Zu den niederen Seelentätigkeiten, ernährende, empfindende, denkende, erwähnt Aristoteles für den
Menschen noch
den Geist (Nous). Der Geist ist unsterblich und vergeht nicht mit dem Leib. Wie aber der reine Geist vor der Geburt und nach dem Tode existiert und in welcher Weise sich im lebenden Menschen der Geist mit den unteren Funktionen zur einheitlichen Persönlichkeit verbindet, dazu hat sich Aristoteles nicht geäussert.
Die Tugend:
Für alle Griechen der damaligen Zeit ist das höchste Gut des Menschen die Glückseligkeit. Da der Mensch in erster Linie Vernunftwesen ist, ist Vollkommenheit für ihn die höchste Ausbildung dieser Vernunft. Darin besteht die Tugend. Der doppelten Natur des Menschen entsprechend gibt es nach Aristoteles zwei Arten von Tugend:
Die ethischen Tugenden bestehen in der Herrschaft der Vernunft über die sinnlichen Triebe, und
die dianoetischen Tugenden bestehen in der Steigerung und Vervollkommnung der Vernunft selbst.
Der Staat:
Der Mensch ist ein «zoom politikon», ein geselliges (politisches) Lebewesen und benötigt für die Erhaltung und Vervollkommnung des Lebens der Gemeinschaft mit anderen. Wie für Platon ist auch für Aristoteles die sittliche Gemeinschaft der Bürger in einem auf Gesetz und Tugend gegründeten guten Staat die höchste und eigentliche Form der Sittlichkeit.
Politik ist nicht anderes als angewandte Ethik.
Seine Lehre vom idealen Staat hat Aristoteles nicht vollendet. Mit Platon stimmt er darin überein, dass er sich den Idealstaat nur in den räumlich begrenzten Verhältnissen eines griechischen Stadtstaates vorstellen kann. Die Sklaverei erscheint ihm so naturgegeben wie allen seinen Landsleuten. Ehe, Familie und Gemeinde bewertet er sehr hoch.
Im Kapitel Kritik und Würdigung erwähnt Hans Joachim Störig, dass Aristoteles möglicherweise den Wert der Logik überschätzt hat, und dass die naturwissenschaftlichen Schriften viele Irrtümer enthalten. Zu bedenken gibt er aber, dass Aristoteles sich auf allen Gebieten in völligem Neuland befand, und ihm keine Hilfsmittel für seine Beobachtungen zur Verfügung standen. So musste er «Zeitbeobachtungen» ohne Uhr, Temperaturvergleiche ohne Thermometer, astronomische Beobachtungen ohne Fernrohr, meteorologische ohne Barometer vornehmen.
Das zweite Kapitel, «die Blütezeit der griechischen Philosophie» schliesst "Störig" mit der Aufzählung der Schulen ab.
Die Sokratiker: Neben Platon, der alle Schüler überragt, werden drei Schulden unterschieden: Zitat:
«
Die megarische Schule, begründet von Eukleiden aus Megara (nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Mathematiker).
Sie vereinigt eleatische Gedanken (Parmenides) mit sokratischen.
Die kyrenaische Schule, begründet von Aristippos aus Kyrena in Nordafrika. Bei ihm tritt an Stelle von Tugend und Vollkommenheit als Lebensziel die Lust, und zwar der Genuss des Augenblicks, und die Einsicht, wird zum Mittel der Lebenskunst,
dem Leben soviel Genuss als möglich abzugewinnen.
Die kynische Schule, begründet von Antisthenes. Ihr Schlüsselwort
ist Bedürfnislosigkeit. Die Kyniker übten keinen Beruf aus, waren daher arm, wogegen sie aber ebenso gleichgültig waren wie gegen alle übrigen landläufigen Werte, zum Beispiel auch gegen die Vaterlandsliebe. Sie waren
Weltbürger, Kosmopoliten. Sie verschmähten Kunst, Wissenschaft und begriffliche Spekulation. Der berühmteste Kyniker war Diogenes von Sinope, Schüler des Antisthenes und Zeitgenosse Alexanders des Grossen. Er erhielt den Spottnamen «Hund», griechisch kyon, davon stammt möglicherweise der Name der ganzen Schule. Auch unser Wort «zynisch» stammt daher.
Platons Schule wurde nach seinem Tode von seinen Schülern fortgeführt. Die alte Akademie hat hauptsächlich an Platons Altersphilosophie angeknüpft und diese noch stärker als er selbst mit
Pythagoreischen Gedanken verbunden. Gegen 300 v.Chr. wurde die Akademie zu einem Hauptsitz der damals sich ausbreitenden skeptischen Philosophie. In den letzten vorchristlichen Jahrhunderten des Eklektizismus, in nachchristlicher Zeit des Neuplatonismus.
Die Peripatetiker: Nach einem Wandelgang (griechisch peripatos), in dem Aristoteles unterrichtete, wird seine
Schule die peripatetische genannt. Die Nachfolger des Aristoteles haben sich mehr mit einzelwissenschaftlicher Forschung, namentlich in Physik, Mathematik und Musik, als mit eigentlicher Philosophie befasst.