Herbert Tamban - Kopflos auf dem Deister

ahorn

Mitglied
Herbert Tamban

Kopflos auf dem Deister

Der Kuss

Kriminaloberrat Tamban wird beim Osterfrühstück gestört. Ein Leichenfund im Deister verlangt nach seiner Pflicht.
Am Fundort angekommen verwirrt ihn nicht allein der Anblick der Leiche, sondern gleichfalls die Fantasie seiner Kollegin Kriminalrätin Monika Ferigart.






Enthauptet


Aufgefunden
»Mensch Herbert wo bleibst du denn. Weshalb gehst du zu Fuß? Morgenspaziergang?«
»Witzig! Meine Karre sprang nicht an.«
»Bist mit einem Taxi gekommen?«
»Monika bist verrückt, die Knete bekomm ich nie erstattet. Mit Magdas SUV.«
Monika zog ihren linken Mundwinkel empor und kratzte sich am Genick. »Bitte!«
»Die Dinger taugen durchaus für die Stadt, aber« Er deutete den Feldweg herab, »unten an der Kurve kam ich nicht mehr weiter.«
Herbert Tamban trat an Monika Ferigart heran und zupfte am Stoff ihres hellblauen Schutzanzuges. »Hast was zum Überziehen dabei?«
Sie grinste ihn an. »Herbert, ohne Ausrüstung zu einem Tatort.«
»Ich habe dir soeben gesagt, dass ich ...« Er winkte ab.
»Im Kofferraum.«

Herbert schritt an einen betagten BMW, öffnete die Kofferraumklappe und zog einen Schutzanzug heraus. Monika trat an seine Seite. »Wo warst du gestern Abend?«
»Die Frage ist eher weswegen wir«, er sah sich um, »in diese Wildnis gerufen werden.«
»Die Wildnis nennt man Wald. Weil Mike Urlaub hat.«
»Der Rest des Dauerdienstes die Grippe. Zu meiner Zeit hätte es dies nicht gegeben.«
»Im Einsatz. Maxima ist der Meinung, der Fall wäre punktgenau das Richtige für unsere Truppe.« Sie wandte ihr Gesicht Herbert zu. »Wo warst du gestern. Ich habe dich hundert Mal angerufen.«
»Im Theater. Hatte ich dir gesagt.«
»Was gab es?«
Herbert stieg in den Schutzanzug. »Langeweile. Du kennst Ottfrieds Inszenierungen. Was wissen wir über den Leichfund?«
»Weiblich.«
Herbert schmunzelte und zog sich Überzieher über seine mit Lehm verdreckten Halbschuhe. »So viel. Hätte ich geahnt, dass Maxima mir regelmäßig meine Wochenenden, sowie die Feiertage klaut, hätte ich bis zur Pensionierung Leiter vom Dauerdienst bleiben können.«
Monika schlang ihre Arme um seinen Hals und presste ihren Körper gegen den seinigen. »Ich dachte wegen mir?«

Er küsste sie auf den Mund. »Wann haben wir das letzte Mal«, er sah sich erneut um, »im Wald?«
Monika zog ihren Kopf zurück. »Bisher nie!«
»Ich ...«
Ihre Stirn fiel in Falten. »Ich weiß nicht, mit wem du alles im Wald gevögelt hast, gewiss nicht mit mir.«
»Dann wird es an der Zeit. Die Freiheit, die Natur«, schwärmte Herbert und zog sich das Gummi des Mundschutzes über den Hals.
»Ameisen, Äste, Brennnesseln«, vervollständigte Monika.
»Wo geht es lang?«
Monika wies einen Abhang herauf. »Dort!«
»Ich bin keine zwanzig mehr.«
»Ich kann den alten Mann ja stützen.«
Herbert schnappte sich ein Paar Einweghandschuh, verließ den Waldweg und kletterte, indem er sich am Unterholz heraufzog herauf.

Weshalb er sich dieses jedes Mal antat, wusste er nicht. Es war definitiv nicht seine Aufgabe, durch die Wildnis zu laufen. Für Leichenfunde waren andere zuständig. Ein warmes, trockenes Büro, ein Kaffee, mehr brauchte ein Ermittler nicht. Soweit einen Kopf zum Denken, aber diesen hatte er meist dabei. Die vom Tatort krochen durch den Matsch, liefen irgendwelchen Verdächtigen hinterher oder verbrachten die Nacht in ihren Karren, um am Morgen den Täter in wilder Jagd nicht zu verlieren. Alles Show, alles Film. Als Kind war er der Meinung, es sei die Wirklichkeit. Finanzbeamte hatten ein geruhsames Leben, genauso mit Langeweile gefüllt wie seins, nur, er sah nach oben und spürte die ersten Tropfen auf seiner Haut, trocken.

Monika überholte ihn und wartete, die Arme verschränkt vor der Brust, auf ihn. »Was führte Ottfried auf?«
Tamban schnappte nach Luft. »Irgend so ein Typ hat eine Gang um sich versammelt, ist in den Untergrund und hat den Armen beigestanden.«
»Robin Hood!«
»Strumpfhosen hatten sie nicht an dafür Nachthemden, die bis zum Boden reichten, obendrein nagelte man ihn am Schluss an ein Kreuz.«
»Herbert!«
Er zuckte mit den Achseln. »Das es ein Passionsstück ist, habe ich erst am Ende mitbekommen. Den Schwachsinn von Ottfried versteht kein normaler Mensch. Wie weit ist es.«
»Hundert Meter«, antworte Monika und schritt voran. »Du bist eifersüchtig.«
»Auf wen?«
»Ottfried.«
»Du spinnst. Der Typ ist einfach bloß gaga. Wenn er zumindest Krimis schreiben würde, hätten wir ein Gesprächsthema.« Herbert schüttelte sich. »Aber durchgeknallte Dramen.«
»Wie lange sind sie zusammen?«
»Wer?«
»Magda und Ottfried?«
Herbert zwirbelte seinen Schnauzbart. »Sieben, acht Jahre.«
»Wir über zwei. Wie die Zeit vergeht?«
»Seit wann sind wir ein Paar? Wir haben Sex. Das war es.«
Monika blieb stehen. »Dafür bin ich dir gut genug.«
»Macht es dir keinen Spaß? Du wolltest immer deine Freiheit. Was war mit David, Dirk und Marcel?«
»Mit Marcel bin ich bloß ausgegangen. Jutta, Fiona und Heidrun?«
»Was soll der ganze Käse.«
»Ich werde dieses Jahr vierzig. Ich will ein Kind.«
»Bitte ich halte dich nicht«, entgegnete Herbert und marschierte weiter.
»Und heiraten, richtig groß, mit Kirche und so«, schrie sie und holte auf.
»Dagegen habe ich gleichfalls nichts.«
»Habe alles mit Magda besprochen.«
Tamban lachte. »Magda ist eine Frau!«
Monika schlug sich an die Stirn. »Ich habe sie vergessen anzurufen.«
»Wen?«
»Magda!«
»Wieso?«
»Wollte ihr heute beim Kochen zu Hand gehen.«
Herbert wies voran. »Kannst abhaken.« Er hob den rechten Zeigefinger. »Wenn wir uns beeilen, schaffen wir es Unterumständen zum Osterbraten«, er schmunzelte. »Du kannst dann abwaschen.«
»Chauvi! Ich glaube, ich überlege es mir.«
»Was?«
»Dich zu heiraten.«
»Mich!«
»Wen denn sonst.«
»Ich liebe dich nicht.«
»Denkst du, ich dich.«
»Ich gehe in ein paar Monaten in Pension.«
»Ideal! Meint ebenso Magda. Gehst du davon aus, dass ich wie Magda für das Kind zu Hause bleibe.«
»Ich liebe Magda und sie mich.«
»Ich weiß! Wir suchen bereits ein Haus in dem wir alle vier ...«

»Herbert da bist du«, unterbrach ein in einem Schutzanzug gehüllter Mann Monikas Pläne.
»Norbert, was haben wir?«
»Weiblichen Leichnam. Schau es dir an!«
Herbert und Monika folgten Norbert bis zu einer Senke im Waldboden.
Tamban blies seine Handschuhe auf, führte seine Hände in diese ein und hockte sich nieder. »Liegt länger!«
Norbert hockte sich zu ihm. »Möglich!«
»Wie?«
»Waldboden, Feuchtigkeit!«
»Mumien liegen gleichfalls Jahrhundert und haben sogar Haut«, konterte Herbert.
»Eher Leder! Vielleicht in einem Moor, jedoch direkt unter der Wandoberfläche?«
»Sie war nackt!«
Norbert kratzte sich am Ohr. »Oder aus dem Mittelalter.«
»Mittelalter?«
»Oder später! Naturfasern verwesen. Kunstfasern haben wir keine entdeckt.«
»Ihren Schädel?«
»Wir suchen.«
Herbert stand auf und wandte sich Monika zu. »Wer hat sie gefunden?«
Monika deutete auf den Rand einer Waldlichtung. »Der Mann von dem Paar! Spaziergänger aus Hamburg.«

Es war zwar nicht seine Aufgabe, irgendwelche Passanten zu befragen, die ein Skelett gefunden hatten. Aber alle mal besser, als an Monika Seite zu verharren, die ihm ungefragt in ihrer charmanten Art einen Heiratsantrag unterbreitet hatte. Einen Antrag, den er weder verlangt noch herbeisehnte. Frauen in einem bestimmten Alter waren, und Monika im Besonderen, durchgeknallt. Da gefiel es ihm besser den Passaten dies vorzuspielen, was sie von einem Kriminalbeamten verlangten.
Er marschierte auf sie zu und überlegte, welch Fernsehkommissar er ihnen mimte. Obwohl er den Börne vom Münsteraner Tatort schätze. Dummerweise war dieser Pathologe. Ein Mediziner, welcher mit Begeisterung Leichen am Fundort inspizierte. Den Pathologen würde er gern kennenlernen, welcher freiwillig seine heiligen Hallen verließ. Weshalb? Tod waren seine Kunden gleichfalls auf seinen Tisch. Er, Herbert blieb, wenn es möglich war, jedem Tatort fern. Was für einen Sinn gab es, dass der leitende Ermittler am Tag eines Fundes zugegen war. Die Leiche wiederbeleben? Ein bis zwei Beamte vom Dauerdienst reichten aus, um alles zu koordinieren. Dies war seine Aufgabe hier und heute. Da er im Gedanken dem schönen Münsterland hinterherging, entschied er sich für Hauptkommissar Frank Thiel.

Er zog den rechten Handschuh aus und reichte der Frau seine Hand.
»Kriminaloberrat Herbert Tamban Leiter der Sonderermittlung ungeklärte Todesfälle.«
»Juliane Knipprath«
»Dieter Freuer«, begrüßte ihn der Mann.
Herbert wandte sich an Herrn Freuer. »Sie sind derjenige der am Morgen durchs Unterholz spazieren und Leichen findet?«
Er hatte den Thiel gut drauf.
»Wie meinen sie das?«
»Sie haben Pilze gesammelt?«
»Nein! Ich war austreten. Die Blase sie verstehen?«
»Kenn ich. Ab einem gewissen Alter. Ja, Ja, die Blase. Dann weit weg vom nächsten Waldweg.«
»Nein! Frau Knipprath und ich waren auf der Waldwiese und haben die Aussicht genossen. Da drückte es.«
Herbert schaute nach links nach rechts, dann auf das pralle Dekolleté von Frau Knipprath.
Er zupfte an einem weißen mit Spitze besetzten Stück Stoff, welches aus der Handtasche der Dame heraushing. »Ja! Ja! Prächtige Waldbäume zu betrachten, hat etwas.«
»Herr Kriminaloberrat könnten wir uns von Mann zu Mann.«
»Unterhalten? Bitte!«

»Könnten sie eventuellerweise vergessen, dass Frau Knipprath zu gegen war.«
»Sagen sie mir zuerst, was sie aus Hamburg im Deister treiben?«
Freuer blinzelte. »Tagung.«
»Ostertagung sind was Wunderschönes. Da dürfen Frauen unbestraft Eier suchen«, schwärmte Herbert.
»Und?«
»Was und?«
»Streichen sie Frau Knipprath aus den Protokollen?«
»Herr Freuer ich habe da ein popeliges Problem. Die Tote! Selbstmord schließe ich aus. Es sei denn die Verschiedene hätte, bevor sie sich vergrub, ihren Kopf abgeworfen. Somit bliebe Mord übrig.« Herbert schloss die Augen und schüttelte den Kopf. »Nicht gut! Vielleicht erzählen sie ihrer Frau Gemahlin, dass sie mit ihrer Sekretärin Pilze gesucht haben. Frau Knipprath ist ihre Sekretärin?«
»Ja!«
Herbert zwirbelte seinen Bart. »Obwohl, glauben würde sie es ihnen nicht. Deshalb mache ich ihnen einen Vorschlag. Genießen sie ein paar Tage hier am reizvollen Deister. Das Wisentgehege kann ich ihnen ans Herz legen, oder das Schloss unseres Pinkelprinzen.« Herbert zwirbelte seine Schnauzer. »Antreffen werden sie den hochnobelen Herren wohl kaum, lebt ja in Monaco – glaube ich, aber die Marienburg ist imposant. Dann fahren sie nach Hause, treten an ihre Frau heran, sagen dieser, dass sie ihre Sekretärin gevögelt haben, es nicht das erste Mal gewesen ist und nicht das letzte Mal sein wird.«
»Sie spinnen!«
»Was haben sie zu verlieren? Entweder ihre Frau toleriert es oder sie verlässt sie. Sie haben jedoch weiterhin die kleine Schnucklige.«
»Sie sind verrückt!«

Herbert dachte an Magda. »Besserer Vorschlag. Wie alt sind sie?«
»Ende vierzig.«
»Kinder?«
»Nein.«
»Ihre Frau?«
»Soweit ich weiß keine.«
»Wie alt?«, donnerte Herbert.
»Genauso.«
Herbert schmunzelte. »Bestens! Trennen sie sich von ihrer Frau, schwängern Frau Knipprath und alle sind happy.«
»Ich liebe meine Frau.«
Tamban schlug auf Freuers Schulter. »Dann erwählen sie diese zu ihrer Geliebten.«



Rauswurf
Er hörte eher auf den Namen Fred. Ein Name, welchen er akzeptierte. Er vermochte zwar nicht mehr zu ergründen weshalb, jedoch es war so.

»Boobsy!« Er verdrehte die Augen, woraufhin sie nochmals ansetzte. »Fred. Ich dachte, du würdest mich verstehen.«
»Ich verstehe dich, trotzdem bin ich der Ansicht, du solltest dich so nehmen, wie du bist.«
»Das musst du gerade sagen.«
»Wie meinst du das?«
»Schau in den Spiegel, erkenne wer du bist. Ich hatte die Hoffnung, du würdest bei mir endlich wieder zu dir selbst finden.«

Fred saß mit seiner Freundin Josy auf dem Sofa. Wie Frauen sind, war sie wieder am Nörgeln. Diesmal war der Grund kein Fehlverhalten seinerseits, sondern ein Mangel, den er hinnahm.
Sie vertrat den Standpunkt, dass ihre Brüste nicht das hergaben, was sie von diesen verlangte. Er war ihrer Ansicht, behauptete aber das Gegenteil. Der Streit war da. Wenn er ihre Meinung unterstützt hätte, die mit der seinigen sich deckte, dann wäre die Unterhaltung auf das gleiche Ergebnis zugelaufen.
Josy hatte wie alle Frauen eine Gabe. Sie stellte Fragen, welche, egal wie Fred diese beantwortet, auf dasselbe Resultat zielten. Er verlor.

Zu seiner Erleichterung klingelte es an der Wohnungsür. In diesem Fall die Flucht antreten das Mittel der Wahl.
Paul stand vor der Tür. Paul war ein lieber, aber Fred den Nerv tötender Kollege. Dieser bat ihn, eine für den Folgetag anstehende Präsentation zu verfeinern.
Fred gewährte ihm Einlass und wies ihn ins Wohnzimmer. Josy würdigte dem Besuch keines Blickes. Ein Verhalten, das Fred an ihr nicht schätzte, denn was konnte ein Gast dafür, dass sie sich stritten.
In seiner Neugier fragte Paul Fred, was sie hätte. In seiner Naivität erklärte Fred ihm den Sachverhalt, woraufhin Josy dem Platzen nahe war. Sein Versuch sie zu Besänftigen schlug in derart fehl, dass sich Josy von ihm distanzierte und sich mit aufgelegter, für Fred übertriebener Freundlichkeit dem Gast zuwandte.
Es machte ihm, Fred nichts aus, dass Paul nach einer herzlichen Begrüßung neben ihr Platz nahm, sodann sie ihm ihren Arm um seine Hals schlang. Paul war des Öfteren zu Gast und immer hilfsbereit. Sie ignorierte ihn, Fred, obwohl er nichts anders versucht hatte, als die Wogen zu glätten.
Da Paul, für Fred ein neutraler Beobachter war, fing er diesen in die Diskussion ein, fragte ihn, wie er die Brüste fände. Zu seinem Erstaunen lief Josy nicht aus dem Wohnzimmer, sondern fragte nach Pauls Qualifikationen. Fred antwortete für ihn und sagte ihr, dass Paul Hobbymaler wäre. Daher sei er mit Bögen vertraut.
Die Aussage war von ihm erfunden, obgleich er sich wunderte, inwieweit Josy die Lüge annahm. Dennoch erfüllte diese, den von ihm erwünschten Effekt. Josy nahm die Begründung an, indem sie Paul ihren Oberkörper entgegen reckte.
Paul zuckte mit den Achseln, denn, dies war Fred klar, durch den Stoff ihres T-Shirts sah er nichts. Sie wandte Fred ihr Gesicht zu, lehnte ihren Kopf auf ihre Schulter, klimperte mit ihren Wimpern und lächelte ihn an, sodass sein Herz dahinschmolz. Er nickte, woraufhin sie ihre Arme gen Zimmerdecke streckte.
Fred streifte ihr das Shirt vom Oberkörper und öffnete ihren Büstenhalters. Nachdem sie ihre Arme gesenkt hatte, schob er erst den rechten Träger dann den Linken des Büstenhalters über ihre Arme.

In Aussicht einer kompetenten Stellungnahme reckte sie ihren Körper und streckte die Brust vor. Paul schwank seinen Kopf, blickte ihr in die Augen, worauf sie nickte, sodann ihren Oberkörper schüttelte, sodass ihre Brüste tanzten.
Er betastete ihre Brustwarzen, hob ihren Busen, erst den einen, dann den anderen und glitt mit den Fingerspitzen über ihre Haut.
Begeistert von Pauls Fachkunde, setzte sich Fred an Josys Seite, schaute über ihre Schultern, drängte, drückte sich an ihren Rücken, woraufhin ihr Kopf sich dem seines Kollegen näherte.
Fred blies ihr ins Ohr, als sie bis Atemweite an Paul heranrückte. Fred lehnte sich zurück, Josy weiter vor, bis ihre Lippen Pauls berührten. Erst trafen sie sich Punkt für Punkt, dann verschmolzen ihre Münder auf der gesamten Breite.
Bevor Josy ihm sein Shirt über den Kopf zerrte, trennten sich für einen Moment ihre Lippen, um ohne Umwege erneut zu verschmelzen. Sie sogleich seine Wangen und er ihre Brüste streichelte. Ihre Zungen miteinander spielten.

Seit vier Monaten waren sie ein Paar, seit einem Monat wohnte Fred bei ihr. Josy ließ ihn nie im Dunkeln darüber, inwieweit sie ihr Leben geführt hatte, bevor sie die erste Nacht miteinander verbracht hatten. Die Menge ihrer Sexualpartner war rekordverdächtig. Jene Amorösen Abenteuer erregten ihn. Erregten ihn in einer Art, die ihm nicht Zustand. Obgleich sie ihm diese in trauter Zweisamkeit am Abend vorm Fernseher berichtete, und zwar in einem Stil, als wäre er ihre beste Freundin.
Ein Umstand, welcher Fred mehr verwirrte, als ihm Klarheit verschaffte.

Nachdem sie ihre Arme um Pauls Hals schlang, erhöhte sich der Takt von Freds Puls, sein Herz schlug gegen seine Rippen. Es war für ihn ohne Zweifel, dass sie die Regie übernahm und Paul gestattete zum Aufwärmen ihren Rücken zu liebkosen.
Ihre Körper wallten, schlängelten, bis Josy die Umarmung löste, seine Arme abstreifte und aufstand. Sie lächelte, ihr Lächeln, welches sie auflegte, wenn sie verlangte, begehrte. Ein, zwei Sekunden dann übertrat sie den Break-Even-Point. Ein Griff an ihren mit Spitze besetzten Slip und sie schaltete auf Autopilot. Die Lage besaß für Fred einen Kick.
Fred hielt sich den Mund zu, klemmte die linke Hand zwischen seine Schenkel, damit er nicht in Gefahr lief, sie zu stoppen.

Josy griff unter den Saum ihres Minirockes, schwang ihr Becken, schob ihren Slip über ihre Schenkel, bis dieser auf ihren Füßen glitt. Sie kehrte Paul ihr Gesäß zu. Woraufhin dieser den Reißverschluss ihres Rockes öffnete, jener losgelöst zu Boden fiel. Sie kniete sich vor Paul auf den Teppich nieder, fasste an den Bund seiner Short und zerrte diese samt seiner Unterhose von seiner Hüfte.
Sie streichelte sein Glied, küsste es, bis es stand. Josy wandte sich Fred zu, presste sein Gesäß ans Ende des Sofas. Dann setzte sie sich neben ihn.
Sogleich hob sie ihre Beine auf die Sitzfläche. Mit der rechten Hand zerrte sie das Haargummi von ihrem Pferdeschwanz, schüttelte ihre Haare aus und legte ihren Kopf auf Freds Schoss. Er lächelte sie an und streichelte ihre Wangen.
Wie sie ihm ihren Liebreiz präsentierte. Ihre Unschuld auf ihren Lippen tanzte, obgleich ihre Augen ein Verlangen versprühten, welches ihm das Herz erweichte. Dergleichen mit Anmut und Würde gespickt, sodass ihm nicht schier die Sprache wegblieb, sondern sozusagen eine Träne unbemerkt herausquoll.
Sie spreizte die Schenkel, platzierte das rechte Knie auf der Rückenlehne des Zweisitzers, den linken Fuß auf den Sofatisch und winkte Paul herbei.

Paul folgte ihrem Zeichen, legte sich zwischen ihre Oberschenkel, nahm sein Glied und erkundete ihre Schritt. Ihre Hände glitten über seinen Rücken, über sein Gesäß, presste es herab, sodass er in sie einfuhr.
Fred kam es in den Sinn, ob ein Kondom nicht von Vorteil, aber den Akt in diesem sensiblen Moment zu unterbrechen, kam ihn nicht übers Herz. Bei jedem Stoß, welchen sie mit einem Stöhnen quittierte, drang Pauls tiefer in sie ein.

Fred streichelte ihre Brüste und bemitleidete Paul. Aus Weitblick wusste er, dass Pauls Position auf dem Zweisitzer jenen nicht erquickte.

Er hatte das Verlangen ihm zu helfen, ihm beizustehen.
Fred fasste sich ans Herz und fragte Josy, ob es nicht im Bett bequemer sei.
Paul folgte als Erster seiner Sichtweise und zog sich aus ihr zurück. Josys Gesichtsausdruck demonstrierte Fred, dass er die Frage zu einem Zeitpunkt einwarf, der ihr zu früh erschien. Ob es daran lag, dass erst der Abend hereinbrach, sie das ins Bett gehen meinte, oder sie es vorzog sich mit Paul im Wohnzimmer zu vergnügen, blieb Fred verborgen. Dennoch gehorchte sie.
Sie schritten ins Schlafzimmer.
Paul legte sich rücklings auf das Bett. Josy riet auf. Dann wandte sie sich Fred zu und verwies ihm des Raumes. Er beschwerte sich, worauf sie ihm antwortete, dass Spanner durch Schlüssellöcher zu schauen hätten. Da sie Voyeure haste, gab sie ihm zu verstehen, er solle diese Nacht auf dem Sofa verbringen. Zum Trost versprach sie ihm, gab ihm die Erlaubnis, wenn Paul ihren Erwartungen entsprach, bei einem Akt, der in der Zukunft lag, beizuwohnen, um ihre Kenntnisse mit ihm zu teilen. Dies entnahm er aus ihren Worten, obwohl sie es Fred nicht wortgenau darbot.



Abgang

Die zweite Geige im Bett zu spielen hatte Vorteile. Das Glück von Josy spiegelte sich in ihren Verhalten wieder. Sie zickte nicht, kochte Fred sein Leibgericht und versetzte ihr Heim in eine Ordnung, welche ihn verzückte.
Keine Partys oder Tanzclubbesuche bis in die Morgenstunden hielten ihn vom Nachtschlaf ab, obwohl Fred diesen in jenen Fällen auf dem Sofa zelebrierte. Paul und Josy nahmen Rücksicht auf ihn. Sie schlichen auf Zehenspitzen ins Schlafzimmer. Einzig ihr Stöhnen sogleich ihr Jaulen beim Akt unterbrach seinen Schlaf. Fred gönnte es ihnen.

Dagegen nervte ihm Josys Verhalten im Bad. Sie schloss sich ein, sodass Fred, um sein Tagesablauf zu gestalten die Pflicht hatte eher auszustehen.
Weniger von Übel war es ihm, dass sie gegen ihrer sonstigen Gepflogenheit ein Nachthemd sowie einen Slip trug, wenn sie gemeinsam das Bett teilten.
Diese Verkleidung stand der Befriedung seiner Lust nicht im Wege. Sie schob den Stoff des Slips beiseite und erlaubte ihm, sie zu befriedigen. Sogar der Umstand, dass sie dabei entweder las oder mit aufgesetzten Kopfhörern Musik hörte, störte ihn nicht.
Sogar ihr Verlangen, ihr Wunsch, einzig mit seinen Fingern in sie einzudringen, befand er nicht als Last. Denn zu seinem Verdruss war es zwischen ihnen nie bis zum Biologischen gekommen und dies lag nicht an ihr.
Er verstand ihre Argumente, ihre Gefühle. Sie war der Ansicht, wie Fred aus ihren Sätzen entnahm, dass ein Mann ihr reiche. Wobei sie das Wort Mann mit einem Tonfall aussprach, als gelte dieses Wort nicht ihm. Inwieweit die Kapazitäten eines Geschlechtsorgans sich begrenzte, war außerhalb seines Wissens, trotzdem akzeptierte Fred Josy Beschluss, immerhin gehört der Teil des Körpers ihr, nicht ihm.

Die Harmonie ihrer Romanze bewog ihn, endgültig in ihr Heim zu ziehen. Er berücksichtigte bei seinem Entschluss jedoch nicht das Leiden seines Rückens. Die zusätzlichen Nächte auf dem Sofa strapazierten ihn. Wie sie ihn berichtete, verbrachte sie die Abende, an denen Fred zuvor nicht bei ihr verweilte, mit ihren Freundinnen. Die anschließenden Turnübungen mit Paul hatte sie ihm verschwiegen. Der Entschluss war ohne Umkehr.
Nach Flehen seinerseits speziell seines Rückens zu liebe, erlaubte sie ihm, seinen Nachtschlaf im Bett zu holen. Egal, ob Paul zu gegen war oder nicht. Kein Voyeurismus plagte ihn, obwohl ein Funken Neugier in ihm zündelte. Außer dem Stöhnen in ihrer Lust und das Hüpfen ihrer Decke bekam Fred nichts mit. Die Wiederholungen langweilten ihn nach einer Zeit, dafür erboste sich Josy darüber, dass die Eingrenzung ihrer Mobilität sie nerve.
Für einen Prozessplaner wie ihm war es ein Klacks die Krux zu lösen. Er stellte den Zeitplan um, verlegte den Akt der beiden in die Abendstunden.
In dieser Zeit pflegte Fred den Tag vor dem Fernseher auszuklinken. Er genoss die von Josy ihm vorgelegten Häppchen und trank sein Bier. Danach gingen Paul und Josy ihrem Vergnügen der Nacht nach. Sie besuchten Partys oder Tanzlokal und hatten nach einer Phase der Ruhe im Ehebett eine zweite Chance. Fred pflegte sich im Bad, sie ihre Lust.
Einzig an den Tagen, an denen sie sich mit ihren Freundinnen traf, hüpfte die Decke an seiner Seite. Da es seltener als zuvor war, wandelte sich ihr Stöhnen in seinen, Freds Kopf zu einem Gesang, welcher an Liebreiz keines Gleichen fand.

Der Sommerurlaub, welcher für zwei Personen geplant war, erweiterten sie auf drei. Josy brachte es nicht übers Herz, Paul oder gar ihn zwei Wochen allein zu lassen. Das Verteilen der Zimmer übernahm die Rezeption. Fred kam in Einzelhaft, obgleich er das Doppelzimmer auf den Namen Eheleute Frankenberg reserviert hatte. Er vermutete den Grund darin, dass die junge Dame von der Rezeption einen gewissen Altersunterschied zwischen Josy und Paul auf der einen Seite sowie ihm auf der anderen vermutete. Dies lag nach seiner Annahme in erster Linie daran, dass er entgegengesetzt zu Josy und Paul mit Würde ergraute. Er verzieh es der jungen Dame vom Hotel.
Einzig ihren Einwurf, inwieweit sie verzückt darüber sei, dass die Dame ihre Mutter mit in die Erholung nähme, kränkte ihn. Was konnte Fred dafür? Josy hatte das Einzelzimmer auf ihren Namen reserviert.

Trotz jener Verwechslung entsprach der Urlaub seinen Erwartungen.
Der erste Ferienaufenthalt ohne Kompromiss seit zwanzig Jahren entzückte ihn. Keine Ehefrau, welche ihn mit Einkäufen peinigte, kein Kind, welches in einer geruhsamen Minute nach Eis oder Getränken schrie. Gleichwohl plagte ihm kein Alleinsein. Die Mahlzeiten sowie das Abendprogramm genossen sie gemeinsam.

Kein Glück wert ewig. Es war Pauls Nacht. Ein Termin, welcher für ihn nicht auszuschieben, veranlasste ihn, den geplanten Partybesuch abzublasen. Das Bett neben Josy war frei und Fred hatte Lust.
Sie befreite ihre Schamlippen vom Stoff und nahm sich ihr Buch. Fred küsste ihre Schenkel und beglückte sie. Sein Spiel schien sie zu reizen. Sie legte ihr Buch zur Seite und zwinkerte ihm zu. Woraufhin er die Nachttischschublade öffnete, ihren Dildo befreite und diesen ihr übergab. Fred ergötzte sich daran, wenn sie sich befriedigte. Es stimulierte ihn. Ihre Anmut, ihre Elastizität trieb ihn in Ektase. Meistens gestattete sie ihm einzig zusehen, aber manchmal erlaubte Josy ihm sie zu umschmeicheln. Dann legte Fred sich auf den Rücken, nahm sie zwischen seine Schenkel und ihre Lust drang in ihn ein.
Er hatte sich soeben in Positur gebracht, da schlug die Schlafzimmertür gegen den Kleiderschrank und Paul betrat den Raum. Nach einem gegrummelten Abend entledigte Paul sich seiner Kleider, trat ans Bett, zerrte Josy das Nachthemd vom Körper und entwaffnete sie. Sodann befreite er sie von ihrem Slip, um sich mit ihr zu vereinigen.
Wut brodelte in Fred. Mit all seiner Kraft boxte er Paul, schob ihn aus den Fängen ihrer Schenkel und steckte ihr das Spielzeug erneut hinein. Nach einem Seitenblick übernahm Josy. Mit Wonne fuhr Fred fort, was er bereits gestartet hatte. Ihr Quicken, ihr Stöhnen, Josy Finger, welche ihre Brüste liebkosten, trieben ihn zur Ektase, bis er gleichzeitig mit ihr einen Wonneschrei in den Raum stieß.

Der Druck seiner Blase forderte ihn auf, sich von Josy zu trennen und die Toilette aufzusuchen.
Paul nutzte die Gunst seines Abgangs. Josy kniete auf dem Bett. Er umfasste ihren Hals und schwang seine Hüfte. Sie wandte Fred ihr Gesicht zu und schrie bei jedem Schlag von Paul ihn Silben entgegen, welche zusammengesteckt einen Text ergaben. Sie sagte, dass sie sich entschuldige, es sei über sie gekommen, ob er sie heiraten wolle. Das Wort Heirat klang in Fred nach. Er war nicht einmal geschieden, da wollte sie ihn zum Traualtar zerren. Das Verhältnis zu ihr nahm einen für ihn außerhalb seiner Sinne liegenden Schwenk.
Josy war in einem Alter, in dem Frauen letztmalig daran dachten Kinder zur Welt zu bringen. Er liebte Kinder, wartete auf Enkelkinder, aber eigene kamen für ihn nicht mehr infrage. Fred zog sich an.
Die Entschuldigung hallte in ihm nach. Ihm kam ein Verdacht auf. War das Verhältnis zu Paul einzig ein Fake, ihr Verhalten ein Test gewesen. Fred kramte in seinen Gedanken. Die Hausfrau hatte sie ihn vorgespielt. Nie hatte er sie mit Paul beim Akt beobachtet, außer beim ersten Mal, als Paul ihre Brüste begutachtet hatte. Kam dabei ihr die Idee? Wäre Fred eingeschritten, hätte sie Paul eine Ohrfeige verpasst. Ihre Beichte, inwiefern sie vor diesem Tag eine Liaison mit Paul hatte, war gelogen.
Nein! Es war aus. Fred wandte sich dem Kleiderschrank zu, öffnete diesen und holte seine Reisetasche hervor. Beim Einpacken beobachte Fred sie. Joeys und Paul hatten ihre Position gewechselt. Sie lag auf dem Rücken, ihre Beine um Pauls Körper gelegt und ihre Münder tauschten Körperflüssigkeit aus.
Fred ergriff seine Taschen und schritt zum Bett. Adios wollte er sagen, jedoch sie biss in ihre Hand, wobei ihr Speichel über die Lippen rann. Angewidert wandte er sich ab und verließ das Schlafzimmer.
Just in dem Moment, als er die Klinke der Wohnungstür umfasste, keimte Hass in ihm auf. Das Gefühl speiste sich nicht aus dem Gejaule von Josy, sondern tief aus seiner Seele. Es war Pauls Schrei, der ein Tor aufbrach, welches seit Langem verschlossen schien. Das Verlangen nicht allein Josy den Hals umzudrehen, gar ihr den Schädel vom Leib zu reißen, kämpfte mit Fred.



- Fortsetzung folgt -
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo ahorn,
bis zum letzten Absatz hatte ich noch keine Idee, wie Kapitel 2 und 3 zum ersten passen sollten. Sollte Fred seinem Verlangen nun nachgeben, wird es natürlich wieder Teil der Geschichte, die das erste Kapitel eröffnete.
Aber Du solltest noch mal auf Fehlersuche gehen. Was mir besonders auffiel, waren die Worte 'ihn' und 'ihm', welche verdammt oft falsch waren.
Schöne Grüße,
Rainer Zufall
 

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