Herbstlich ungereimt

4,70 Stern(e) 15 Bewertungen

molly

Mitglied
Hallo Mistralgitter,

Dein Herbstgedicht gefällt mir sehr, so wie es ist: üppig und auch die letzte Strophe ist für mich stimmig. Ich würde es nicht ändern.

Liebe Grüße und sonnige Herbsttage
molly
 

Mistralgitter

Mitglied
Hallo molly,

dann kann ich ja das Wochenende genießen :)
Dein Kommentar und auch deine Bewertung freuen mich sehr.
Danke.

Es regnet, aber das ist nicht schlimm.

Dir auch ein angenehmes Wochenende
Mistralgitter
 

Val Sidal

Mitglied
Der Herbst wirft sturmgepeitscht sich uns zu Füßen,
-- Der Pluralis Majestatis wirkt zwar in diesem Bild effektiv, hat aber (teilweise unbewusste) negative Auswirkungen auf die Entfaltung der Emotionalität des LyrIch.
Auch die oft empfundene Problematik der letzten Zeilen wird nun deutlicher:
Wer spricht da, wenn es heißt: „Verstörung? Tröstung? Vielleicht beides.“?
Wer konstatiert: „Gewinnen wird nur zweifelsfrei der Herbst.“? Durch das subkutan mitgeführte „uns“ wirkt fern, emotionslos – hier verliert der Text die Poesie.

Mit „Der Herbst wirft sturmgepeitscht sich mir zu Füßen“ käme das Spannungsverhältnis zwischen dem LyrIch und dem personifizierten Herbst meiner Meinung nach effektiver hervor.

Dann könnte der singuläre LyrIch in der letzten Zeile eine emotional geladene Haltung zum Herbstspiel verlauten.
Vorschläge (die ich hätte) verkneife ich mir, weil ich mit meiner Lesart vielleicht falsch liege.

Gruß
 

Mistralgitter

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Hallo Val Sidal,

für die Beschäftigung mit meinem Text und die Rückmeldung danke ich sehr herzlich.
So ganz verstehe ich die Kritik nicht. Geht es um fehlende emotionale Komponenten bzw. nicht konsequent durchgehaltene Gedankengänge?
Für mich entstehen eine Reihe von Fragen durch diesen Kommentar.

Muss man denn das "uns" so personal wörtlich nehmen? (ich weiß mich leider nicht fachmännisch auszudrücken). Ich habe jedenfalls in keiner Weise an einen pluralis majestatis gedacht (diesen Ausdruck kenne ich zufällig, sondern dachte an ein anonymes "uns", so wie man ja auch das "wir" benutzen würde, ohne immer eine konkrete Gruppe zu meinen). Ich bin mit Absicht nicht auf die persönliche Ebene gegangen („Der Herbst wirft sturmgepeitscht sich mir zu Füßen“) , denn es gibt von mir viel zu viele "Ich-Texte" ---- grausig.

Und kann nicht der hinter dem Text stehende Autor, ohne sichtbar zu werden, Fragen aufwerfen und eine Quintessenz darbieten "Gewinnen wird nur zweifelsfrei der Herbst" ? Ich versteh nicht, weshalb das problematisch sein soll.

Der Herbst wird personifiziert, ja, aber nur weil sich dadurch die Möglichkeit ergibt, das ganze Herbstgeschehen in aktiven, nicht allein in beschreibenden Verben zu formulieren. An einen Gegensatz zu einem (nicht vorhandenen) LyrIch hatte ich nicht gedacht.

Und muss ein Text die Emotionen eines LI darbieten? Kann er nicht auch nur dazu dienen, Emotionen beim Leser zu wecken? (allerdings möglichst keine ablehnenden ;)) Oder kann er nicht auch einfach ein Text der schönen Worte sein, ohne ein "hehres" Ziel zu haben, einfach eine zweckfreie Spielerei sein?

Sicher kann man ganz andere Herbstgedichte schreiben als dieses hier und sicher ist meines nicht perfekt. Aber irgendwie komme ich mit den Kritikpunkten nicht kar.
Tut mir Leid.
Viele Grüße
Mistralgitter
 

Val Sidal

Mitglied
Vorne weg: Das Gedicht gefällt mir! Ich war sehr glücklich, einen Text mit dem Thema „Herbst“ zu lesen, dessen Bilder daherfliegen, wie von Winden verweht und nicht von Fliegenklatschen gscheucht.

Eine Kritik im engeren Sinne hatte ich nicht im Sinn. Mit meiner poetologischen Meinung spekulierte ich nur über den Grund, warum die letzte Zeile für wiederholte Irritation und zu zahlreichen Vorschlägen geführt hat.


Alles geht - und alles hat Folgen - Pardon!
 

Mistralgitter

Mitglied
Das Gedicht gefällt mir! Ich war sehr glücklich, einen Text mit dem Thema „Herbst“ zu lesen, dessen Bilder daherfliegen, wie von Winden verweht und nicht von Fliegenklatschen gscheucht.
Puhh, da bin ich aber froh! Nebenbei: Der Ausdruck mit den Fliegenklatschen gefällt mir. :)
die letzte Zeile für wiederholte Irritation und zu zahlreichen Vorschlägen geführt hat.
Das stimmt doch gar nicht. Es war nur anbas, der etwas zu der letzten Zeile gesagt hat - und er hat es begründet. So gab es also keinen Zweifel, weshalb ihm die letzte Zeile nicht zusagte. Und darüber haben wir uns unterhalten - er selber hat Vorschläge gemacht, die seinem Anliegen entsprachen. Aber sonst niemand.
Das Anliegen von revilo war ein anderes - meine Ausdrucksweise war ihm zu üppig - hatte also explizit mit der letzten Zeile nichts zu tun.
 
ich kann die begeisterung nicht wirklich teilen. das ist alles sehr wenig innovativ. sicher braucht es nicht immer ein besonderd origineller text zu sein, aber ein bischen abstand von den assoziationen die der herbst sofort und bei jedem auslöst, wären schon wünchenswert gewesen. so lese ich es sich eher mit langeweile.


l.g
patrick
 

Mistralgitter

Mitglied
Hallo Patrick

das wäre ja sehr seltsam, wenn alle Leser eines Textes in Beifallsstürme ausbrechen würden. Dazu sind wir Menschen zu verschieden, mit sehr verschiedenen handwerklichen Fähigkeiten ausgestattet, wir empfinden vieles anders als andere.
Ich finde es immer gut, wenn sich auch kritische Stimmen melden. Deswegen: Danke für deine Rückmeldung.

Weiter oben bei Val Sidal hab ich geschrieben:
Oder kann er nicht auch einfach ein Text der schönen Worte sein, ohne ein "hehres" Ziel zu haben, einfach eine zweckfreie Spielerei sein?
Sicher kann man ganz andere Herbstgedichte schreiben als dieses hier und sicher ist meines nicht perfekt
Bei dieser Einstellung bleibe ich.

Viele Grüße
Mistralgitter

P.S. Gerade sehe ich deine Bewertung und bin überrascht, dass mein Text dir immerhin 3 Sterne wert ist. Danke.
 
"P.S. Gerade sehe ich deine Bewertung und bin überrascht, dass mein Text dir immerhin 3 Sterne wert ist. Danke."

Weil er nicht schlecht geschrieben ist, ich kann nur mit den Bildern nichts anfangen. Das kam vielleicht nicht deutlich genug rüber ...

l.g
patrick
 

rainer Genuss

Mitglied
ich hab den mail-Verlauf gelesen und finde viel Kleinteilgekritteltest
Glaub an Dich
Vertrau dem "Allesamt"
Reib Dich nicht auf
Dein Werk spricht für sich selbst
 

Mistralgitter

Mitglied
Guten Abend @rainer Genuss

dass du dich noch einmal zu Wort meldest, finde ich toll. Danke für deine Unterstützung.
Übrigens dein Leitspruch von Oscar Wilde unter deinem Profil ist sehr ermutigend, wie auch dein Kommentar.
Beide tun einfach gut.

Einen schönen Abend
Mistralgitter
 

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