Tagebuch

3,50 Stern(e) 11 Bewertungen

Bernd

Foren-Redakteur
Teammitglied
Mein Opa hörte immer sehr gern die Oberkrainer. Auch meine Mutti. Ich spielte sie für sie ab.
Ich denke, die Musik drang gestern noch durch, wo sie auch war. Ich glaube, sie hat geträumt oder gelauscht.
 

molly

Mitglied
Lieber Bernd,

aufrichtige Anteilnahme von mir zum Tod Deiner Mutter. Es war für sie und wird auch für Dich sehr tröstlich sein, dass Du so oft bei ihr warst.

Ich wünsche Dir viel Kraft für die kommende Zeit.

Liebe Grüße

molly
 

ENachtigall

Foren-Redakteur
Teammitglied
Lieber Bernd, auch ich möchte Dir meine Anteilnahme am Tod Deiner Mutter aussprechen.
Danke, dass Du diesen sehr persönlichen Lebensmoment und die vorhergegangene Zeit der Pflege in vielen Facetten durch das Niederschreiben geteilt hast.
Das Gehör sei die letzte Tür, die sich nach dem Eintreten des Todes schließt, habe ich gelernt.
So hast Du gut getan.

Liebe Grüße von Elke
 

Bernd

Foren-Redakteur
Teammitglied
Heute waren wir im Bestattungsinstitut und haben die restlichen Formalitäten geklärt.
Die Trauerfeier ist Anfang Juni, damit alle teilnehmen können.

Bis Mittag lag Mutti noch in ihrem Bett. So konnte gestern und heute, wer wollte, noch Abschied nehmen.
Ich war gegen 100 zur Physiotherapie.

Dann habe ich ein paar Kartoffelpuffer gemacht. Mit Apfelmus.

So bekam meine Mutter noch ihren Leichenschmaus, den sie sich gewünscht hatte. Und dann kam auch der Sarg.
Wir waren alle sehr traurig, obwohl es rational gesehen eine Erlösung war. Der Arzt hatte gesagt, heute sei es sehr selten, dass sich Familienangehörige um ihre Eltern kümmern. Ich konnte das kaum glauben. Aber es scheint eher die Regel zu sein, sich nicht zu kümmern. Es ist eine Frage, wie man Prioritäten setzt.

Mein Bruder begann zu organisieren. Das Pflegebett und der Rollstuhl müssen abgeholt werden. Und einige andere Utensilien. Die Badewannenhebebühne haben wir selbst zurückgebracht. Ich meinte zwar, heute sei es zu früh, wir sollten noch etwas warten. Aber jeder verarbeitet Trauer anders.
Meine Schwester hat angefangen, das Badezimmer aufzuräumen. Ich bat sie, meine Zahnbürste dazulassen, sie war aber schon weg.
Mir geht alles zu schnell.

Ps: Meine Schwester hat jetzt alles in Beutel gepackt,aber nichts weggeworfen.
 

Label

Mitglied
Lieber Bernd

meine tief empfundene Anteilnahme zum Tod Deiner Mutter.
Es stimmt, auch wenn man den Tod nahen sieht, ist es doch plötzlich.
Die Lücke die solch ein Ereignis in das Leben reißt, scheint in dem Moment nicht überschaubar, besonders wenn der Verstorbene im Zentrum des eigenen Tagesablaufs stand.
Ich wünsche dir, dass dir aus deiner liebevollen Fürsorge die Kraft erwächst, den Verlust zu bewältigen.
Denn was wir zu Grabe tragen ist nur das Erdenkleid und das was wir lieben, das ist geblieben und es bleibt so in Ewigkeit.

mit herzlichen Grüßen
Label
 

Otto Lenk

Mitglied
So geht das, lieber Bernd. Was bleibt sind die Dinge, die du von ihr im Herzen trägst. Aus dem, was du in den letzten Monaten schriebst, ging deutlich deine Liebe, dein Bemühen, hervor. Deine Mutter hat dies gewiss zu jeder Zeit gespürt. Was kann es für eine Mutter mehr geben, als einen liebenden Sohn? Nichts!

Mein aufrichtiges Beileid
 

Bernd

Foren-Redakteur
Teammitglied
Danke, Otto und Label.

Zur Zeit beschäftigen wir uns mit Haushaltsauflösung bei meiner Mutter. Meine Frau wollte mithelfen, das wird aber von meiner Schwester torpediert. Was immer meine Frau machen will, meine Schwester reagiert verärgert. Also kommt meine Frau heute nicht.
Sie wollte eigentlich das Geschirr sortieren und auf dem Wohnzimmertisch aufstellen. Meine Schwester gleich: Das ist sinnlos. Und dergleichen. Sie hat wahrscheinlich Angst, dass meine Frau etwas mitnimmt.
Ich verstehe meine Schwester nicht. Seit ich verheiratet bin, ist sie böse zu meiner Frau. Am Anfang dachte ich noch, es seien gegenseitige Missverständnisse. Ich habe meine Frau damals nicht genügend in Schutz genommen.
Meine Frau wollte das Geschirr sortieren und auf den Wohnzimmertisch stellen, damit wir einen Überblick bekommen. Das passt meiner Schwester ganz und gar nicht. "Ich werde doch sagen dürfen, was ich denke!" Ist ihr Argument. "Das ist Unsinn." Und ihre Tochter und ihre Enkelin seien krank. Ich verstehe überhaupt nicht, wo ihr Problem liegt, außer Oberhand behaupten zu wollen.
Meine Frau ist wegen des Familienfriedens nur noch mitgekommen, wenn meine Schwester nicht da war, wegen des Familienfriedens. Aber meine Schwester ist zu vielen so. Selbst zu unserer Mutter, als sie schon schwer krank war, sie drohte immer mit Selbstmord. Und sie beschimpfte immer ihren Schwiegersohn - aber das ist ein anderes Thema. Mir hilft es leider nicht.
Ich hoffe, sie reißt sich wenigstens soweit zusammen, dass wir unsere Mutter gut unter die Erde bekommen.

Ich habe heute die Fotoalben und die CDs verpackt und vorher sortiert.
Wenn die CDs niemand will, werde ich sie vielleicht behalten, dann aber anders verpacken, ohne Hüllen, wegen des Platzes.
Und bei den Fotos muss ich sehen, wer welche möchte.
Ich will noch eine Art Fotobuch zur Biografie unserer Eltern herstellen.
Hoffentlich wird es was.
Die Zeit rennt sehr schnell, und ich komme nicht so schnell voran. Es ist nicht so einfach. Zuerst muss ich bei mir selbst Platz schaffen. Das heißt: Wegwerfen von Zeitschriften. Drei große Beutel habe ich schon aussortiert.

Auch die Video-VHS-Kassetten werden dran glauben. Außer ein paar wenige, die ich aber noch überspielen will.

Von meiner Arbeitsstelle habe ich noch nichts wieder gehört. Ich brauche noch eine Leistungseinschätzung ...

Heute muss ich noch zum Ultraschall.
Wegen des Rückens. Ich merke jetzt, dass er oft weh tut.

Jetzt geht es wieder aus Aufräumen.
 

Bernd

Foren-Redakteur
Teammitglied
Es gab natürlich Krach.
Meine Frau ist nicht mehr mitgekommen. Ich habe Bücher in Kisten verstaut und CDs und DVDs. Dann habe ich eine Kaffeepause gemacht.
Dann kam meine Schwester und fragte, ob ich wütend sei. Ich antwortete: nein, nur traurig. Ich sagte ihr, dass meine Frau nun nicht mehr in die Wohnung käme. Ich sagte ihr auch, dass ich es nicht schön fände, wie sie meine Frau behandele. Natürlich wurde sie ärgerlich. Sie schimpfte herum und sagte, meine Frau hätte eigentlich mitkommen können und helfen.
Und warum ich den Schrank noch nicht ausgeräumt hätte. Ich sagte, dass ich nach ihrem Auftritt nur noch die Bücher aus dem Schrank holen würde. Das andere wollte ja meine Frau machen. Ich sagte ihr, dass ich eigentlich von ihr eine Entschuldigung erwartet hätte. Sie sagte, entschuldigen würde sie sich auf keinen Fall, sie könne ja hier sagen, was sie wolle.
Dann rannte meine Schwester in die Küche. Ich zog mich an und machte mich fertig, um zu gehen.
Ich sagte, dass sie erst mal allein arbeiten könne und ich am Donnerstag wiederkommen würde. Sie meinte, ich sei ein "Heuler". Sie sagte, ich solle nichts wegschmeißen. Ich sagte darauf in einem inneren Anfall von Ärger, der einzige, der bisher Sachen weggeschmissen hat, sei sie, sie solle mal an die Zahnbürste denken. (Das war jetzt nicht mehr als Entspannung gedacht.) Ich ging.
Leider habe ich damit meinen Bruder versetzt, eigentlich wollten wir zusammen beraten, wie es weitergeht. Ich habe mir von meiner Schwester einfach immer alles gefallen lassen. Ständige Selbstmorddrohungen vor meiner Mutter, Beschimpfungen und anderes.

Wir treffen uns nun am Sonnabend wieder.
Es ist kaum auszuhalten, wie sich meine Schwester meiner Frau gegenüber verhält ...

Diesen Teil bringe ich nur im internen Forum.
 

DocSchneider

Foren-Redakteur
Teammitglied
Lieber Bernd, zufällig schaue ich während meines Urlaubs in die Leselupe und lese vom Tod deiner Mutter. Das tut mir sehr leid. Wenn die Mutter geht, ist das schwer. Du hast alles für sie getan. Für die Zeit des Abschieds wünsche ich dir viel Kraft. Deine Mutter wird auf dich aufpassen - von woanders ... Liebe Grüße von Elisabeth, derzeit in Kalifornien.
 

Bernd

Foren-Redakteur
Teammitglied
Gestern war die Beerdigung meiner Mutter. Es waren über 40 Trauergäste da auf dem Friedhof. Die Rede war sehr erhebend und würdig, und die Musik passte sehr gut. Zum Schluss "S' ist Feierahmd" - das hat sie immer gespielt.
Das Grab war dann voller Blumen.
Anschließend gingen wir zum "Leichenschmaus", den sie sich gewünscht hatte. Ungefähr 35 Verwandte und Freunde waren gekommen. Meine Schwester und ich, wir haben uns ausgesprochen, so dass auch diese Problematik wieder ins Lot gekommen ist.
 

Bernd

Foren-Redakteur
Teammitglied
Ein Reim, den mir meine Mutter öfters erzählt hat:

ich sitze hier und schneide Speck,
und wer mich lieb hat holt mich weg.
 

molly

Mitglied
Welch ein Freude, herzlichen Glückwunsch, lieber Bernd. Bub oder Mädel oder willst Du das für Dich behalten?

Liebe Grüße

molly
 

Bernd

Foren-Redakteur
Teammitglied
In den letzten drei Wochen war ich bei einer Kur in Bad Liebenwerda. Durchschnittlich 6 Anwendungen pro Tag, darunter Bechterewgymnastik, Bewegungsbad, Nordic Walking, Muskelaufbautraining und vieles andere.
In der Freizeit nahm ich an einigen Malkursen teil, ein Beispielbild ist hier:

https://www.flickr.com/photos/116228447@N06/37256096970/in/dateposted-public/

Am Donnerstag geht es wieder heim.

Internetzugang ist hier sehr begrenzt und nur in einer Ecke des Vorsaals.
Deshalb war ich eher selten im Netz, habe Entzugserscheinungen. Bin ich nun Leselupensuchtgefährdet?
 

Haremsdame

Mitglied
Hallo Bernd,

ich wünsche Dir ein gutes wieder Zuhause eingewöhnen. Möge Dir die Kur Deine Gesundheit gestärkt haben! Die Bilder sind übrigens sehr hübsch geworden.
 

Oben Unten