Fortsetzung
Zitate und eigene Gedanken angeregt durch Lesen „kleine Weltgeschichte der Philosophie“ von Hans Joachim Störig
Anaximenes
Er ist ein Zeitgenosse des Anaximandros und hat die
Luft als Urstoff angesehen. Zitat:
«wohl nicht im wörtlichen Sinne, denn er begreift darunter (als belebenden Atem) auch die Seele. Auch er lehrte einen periodischen Wechsel von Weltentstehung und Weltzerstörung.» Zitatende
Anmerkung:
«Weltentstehung/Weltzerstörung» erinnert mich an den indischen Shivakult. Siehe Wikipedia: Zitat:
«Shiva (
Sanskrit शिव
Śiva [
ɕɪʋʌ]; „Glückverheißender“) ist einer der Hauptgötter des
Hinduismus. Im
Shivaismus gilt er den Gläubigen als die wichtigste Manifestation des Höchsten. Als Bestandteil der „hinduistischen Trinität“ (
Trimurti) mit den drei Aspekten des Göttlichen, also mit
Brahma, der als Schöpfer gilt, und
Vishnu, dem Bewahrer, verkörpert Shiva das Prinzip der Zerstörung. Außerhalb dieser Trinität verkörpert er Schöpfung und Neubeginn ebenso wie Erhaltung und Zerstörung.
Die weibliche Kraft Shivas ist
Shakti, die unter anderem als seine Gattin
Parvati erscheint.
Shiva ist unter vielen verschiedenen Namen bekannt; im
Shiva-Purana sind 1008 Namen angeführt, die sich jeweils auf ein Attribut von Shiva beziehen. Häufige
Beinamen – teils auch im
Stotra überliefert – sind
Mahadeva („großer Gott“),
Nataraja („König des Tanzes“),
Bhairava („der Schreckliche“),
Mahesha („höchster Herr“),
Nilakantha („der mit dem blauen Hals“, bezogen unter anderem auf den Mythos vom
Milchozean),
Pashupati („Herr aller Wesen“),
Rudra („der Wilde“),
Shankara („der segensreich Wirkende“),
Vishwanatha („Herr des Alls“) oder Somanatha („Herr des Mondes“). « Zitatende
Thales, Anaximandros und Anaximenes, diese drei Milesier gehen davon aus, dass alles aus
Einem Urstoff zu erklären ist, Ihre Bedeutsamkeit liegt vor allem darin, dass sie erstmalig den Versuch machen, an Fragen unvoreingenommen mit naturwissenschaftlichem Denken heranzugehen. Sie hatten den Mut, die Vielfalt der Erscheinungen auf
EIN Urprinzip zurückzuführen.
Pythagoras und die Pythagoreer
Pythagoras 580 v.Chr -500 n.Chr.
Er war Mathematiker, Astronom und Philosoph. Gemäss antiken Quellen verbrachte er viele Jahr in Ägypten, im Orient.
Im heutigen Cotrone, in Unteritalien, begründete er einen
religiösen Orden und wirkte als Lehrer. (Bekannt ist mir «a plus b Quadrat = c Quadrat). Rechtwinkliges Dreieck – Quadrat-Summe der Dreiecksseiten ergibt Quadrat der Hypotenuse.
Zitat: «Pythagoras betrieb die Mathematik nicht als Selbstzweck oder begrenzte Fachwissenschaft. Er stellte sie,
vor allem die Lehre von den Zahlen, in den Mittelpunkt seiner Philosophie….
….nach alter Überlieferung, war Pythagoras
der erste, der das Wort «Philosophie» in dem uns geläufigen Sinne verwandte.» Es er erschien ihm nämlich anmassend, sich nach der bis dahin üblichen Manier einen «sophos», das heisst Weisen, zu nennen, und so nannte er sich bescheidener einen «philosophos», einen Freund oder Liebenden der Weisheit.» Zitatende
Pythagoreische Lehre: Die Zahlen sind das eigentliche Geheimnis, die Bausteine der Welt. Jede der Grundzahlen 1 bis 10 hat ihre besondere Kraft, Bedeutung, insbesondere die 10.
Auch war Pythagoras der erste, der die Welt einen «Kosmos» nannte. Er suchte nicht nach einem Urstoff, sondern nach
einem Urgesetz – alles ist nach Zahlenverhältnissen geordnet. Vor allem in der Musik.
Zitat: :»Er scheint der erste gewesen zu sein, der den harmonischen Zusammenklang der Töne und die Stufen der Tonleiter auf zahlenmässige Verhältnisse zurückgeführt hat, nicht zwar auf Verhältnisse der Schwingungszahl, aber der Länge der klingenden Saiten.
Die musikalische Harmonie findet Pythagoras im Aufbau des Weltalls wieder. Wie jeder bewegte Körper ein Geräusch verursacht, das von dessen Grösse und Schnelligkeit der Bewegung abhängt, so rufen die Himmelskörper beim Durchlaufen ihrer Bahn eine ununterbrochen erklingende, nur von uns nicht wahrgenommene «Sphärenmusik» hervor. Dieser schöne Gedanke einer (musikalisch verstandenen) Harmonie des Weltalls ist seit Pythagoras nicht nur als dichterisches Bild, sondern auch in der physikalischen und astronomischen Wissenschaft immer wieder aufgetaucht. Der grosse Kepler hat ihm ein Buch gewidmet. In neuester Zeit scheinen verwandte Gedanken erneut Bedeutung zu gewinnen….
…..wer das periodische System der Elemente und seine Ausdeutung durch die moderne Naturwissenschaft kennt, dem muss dieser Gedanke als geniale Vorahnung unserer Erkenntnisse erscheinen.» Zitatende
Die Zahlenlehre von Pythagoras ist tiefreligiös und mystisch, dem indischen Seelenwanderungsglauben verbunden. Sein ethisches Verständnis:
Selbstdisziplin
Genügsamkeit
Enthaltsamkeit
Dies waren auch die Grundsätze seines Ordens; eine abgeschlossene geheimnisswahrende Gemeinschaft, ein Staat im Staat, die auch Frauen aufnahm. Gelehrt wurde:
Philosophie
Literatur
Häusliche Fertigkeiten
sowie
Musik
Gymnastik
Heilkunde
Zitat: »
Die Pythagoreer
Die Reihe strenger Regeln machte den von Pythagoras begründeten religiösen Bund zu einer nach aussen abgeschlossenen und ihre Geheimnisse wahrende Gemeinschaft, zu einem Staat im Staate. Die Mitglieder mussten bei der Aufnahme geloben, enthaltsam und bescheiden zu leben, kein Tier zu töten, das nicht den Menschen angreift, und jeden Abend ihr Gewissen zu prüfen, welche Fehler sie begangen, welche Gebote sie vernachlässigt hätten. Aus waren sie zu unbedingtem Gehorsam und zur Verschwiegenheit verpflichtet….
….Der Versuch, das Gewicht des pythagoreischen Bundes auf dem Felde der Politik einzusetzen, und zwar – nach Pythagoras eigener Einstellung – mit ausgesprochen aristokratischer Tendenz, führte bald zu Angriffen gegen ihn und schliesslich zu seiner gewaltsamen Zersprengung durch Niederbrennung des pythagoreischen Versammlungshauses in Kroton."Zitatende - Es gab Tote.
Die Eleaten:
Xenophanes ca. 580 v.Chr.war ein wandernder Dichter und Sänger. Er wehrte sich und attackierte gegen die vielen «vermenschlichten» Götter. Homer und Hesiod wirft er vor, den Götter Diebstahl, Betrug und Ehebruch etc, etc. angedichtet zu haben. In Wahrheit haben die Menschen niemals Gewisses über die Götter gewusst und es kann nicht eine Vielheit von Götter geben. Zitat:
»Das Höchstte und Beste kann nur eines sein. Dieser eine Gott ist allgegenwärtig und den Sterblichen weder an Gestalt noch an Gedanken vergleichbar. Der höchste Gott ist aber für Xenophanes zugleich identisch mit der Einheit des Weltganzen, so dass man
seine Lehre eine pantheistische nennen kann.» Zitatende
Xenophanes ist:
Griechischer Philosoph
Nüchterner Logiker
bekämpft, ist gegen:
jede Art von Aber- und Wunderglauben
gegen Seelenwanderung
lehrt mit seiner Gleichsetzung des höchsten Wesens mit der Einheit des Weltganzen, die Lehre von einem ewigen, unveränderlichen Sein hinter der Mannigfaltigkeit der Erscheinungen.
Parmenides ca. 540 v.Chr. ist Schüler von Xenophanes. Er kommt zum Schluss:
….in Wahrheit gibt es weder Werden noch Bewegung, sondern nur unveränderliches Sein. Zitat:
«
Da das Seiende alles erfüllt, gibt es auch kein dem Sein gegenüberstehendes Denken. Vielmehr ist Denken und Seiendes eins. Die Sinne, die uns eine Welt ständigen Werdens und Vergehens und steter Bewegung vorführen, täuschen; sie sind die Quelle allen Irrtums.» Zitatende
Zenon von Elea, Schüler von Parmenides, betrachtete es als seine Hauptaufgabe, die Lehre von Parmenides zu verteidigen. Er wurde später als
Begründer der Dialektik angesehen. Zitat:
«Zenon geht aus von dem Vorwurf der Widersprüchlichkeit, der gegen die von Parmenides gelehrte Leugnung der Vielheit und der Veränderung erhoben worden war, und macht sich daran, zu beweisen, dass vielmehr gerade die Annahme einer Vielheit des Seienden und die Annahme der Realität der Bewegung zu unauflöslichen Widersprüchen führen." Zitatende
Seine Argumentation anhand der Zeit –: Zitat:
«Ein fliegender Pfeil, in jedem beliebigen Einzelmoment seines Fluges betrachtet, befindet sich an einer bestimmten Stelle des Raumes, an der er in diesem Moment ruht. Wenn er aber in jedem einzelnen Zeitpunkt seines Fluges ruht, so ruht er auch im ganzen; das heisst, der fliegende Pfeil bewegt sich nicht, es gibt keine Bewegung….
….Doch darf uns der von Zenon aufgewendete Scharfsinn nicht über die Schwäche seiner Beweisführung hinwegtäuschen. Wenn ich die Zeit, in der der Pfeil fliegt, in eine Reihe von Einzelmomenten zerlege, so muss freilich, wenn ich die Einzelmomente annähernd unendlich kurz wähle, der Pfeil in jedem von ihnen als ruhend erscheinen. Die Zeit besteht aber in Wirklichkeit nicht in Einzelmomente ist nicht der Zeit eigen, sondern stammt aus unserem Denken!" Zitatende
So wie ich es verstehe, schreibt der Autor Joachim Störig dazu: Zitat: "Dass es so gewundener Wege bedurfte, um die eleatische Lehre zu stützen, beleuchtet ihre Schwäche. Diese liegt in der Einseitigkeit, mit der sie unter Verleugnung des Werdens am starren Sein haftet – eine Auffassung übrigens, die kaum als dem griechischen Wesen zutiefst entsprechend angesehen werden kann.»Zitatende
…tja, das scheint mir der Gedanke von Zenon doch nicht so absurd zu sein, wie dies nun von Hans Joachim Störig, dem Autor bemerkt wird. Siehe. Quantenphysik, sie geht nun von Zeitquanten aus…
Siehe Zitat Internet:
«Übersicht mit KI
Zeitquanten, auch als
Chrononen bezeichnet, sind hypothetische, kleinste Einheiten der Zeit, ähnlich den Energiequanten in der Quantenphysik. Diese Theorie besagt, dass Zeit nicht kontinuierlich fließt, sondern aus diskreten „Zeitkörnchen“ besteht. Als mögliche Größenordnung wird oft die
Planck-Zeit von ca. Sekunden diskutiert.
Wichtige Fakten zu Zeitquanten:
- Funktion: Sie sollen helfen, Unstimmigkeiten zwischen der Quantenmechanik und der Relativitätstheorie zu beheben, insbesondere in der Quantengravitation.
- Theoretischer Ursprung: Die Idee stammt ursprünglich von Piero Caldirola, wobei das Chronon oft als Zeitintervall von ca. Sekunden für Elektronen definiert wurde.
- Aktueller Stand: Chrononen spielen in der modernen, aktiven Forschung kaum eine Rolle, jedoch ist die Quantisierung der Zeit im Rahmen der Planck-Zeit (ca. Sekunden) ein ernstes theoretisches Konzept, um das kleinste physikalisch sinnvolle Zeitintervall zu beschreiben.
- Abgrenzung: Im Gegensatz zur Vorstellung, dass Zeit stetig fließt, würden Zeitquanten bedeuten, dass physikalische Prozesse "in diskreten Schritten" ablaufen.
Es handelt sich um ein theoretisches Konstrukt, das helfen könnte, die Struktur des Universums beim Urknall oder auf extrem kleinen Skalen zu verstehen.»Zitatende