Liebe Ubertas,
dein Gedicht ist - wie eigentlich immer -ein kleines, vielschichtiges Sprachwunder. Wie ein Weinbaum wächst es beim Lesen in immer neue Richtungen.
Besonders berührt mich, wie deine Zeilenbrüche die Sprache öffnen: Aus dem „hoffnungslos“ löst sich die Hoffnung und beginnt auf den Blättern zu tanzen; aus dem Morgen steigt Licht in den Zweig. Hände, Stamm und Adern verbinden Mensch und Baum zu einem einzigen lebendigen Wesen.
Und dann dieser wunderbare Schluss: Die Adern sprechen tatsächlich Bände – von Verletzlichkeit, Wachstum und jener leisen Hoffnung, die selbst dort noch aufscheint, wo sie verloren scheint.
Mit so wenigen Worten hast du einen ganzen Garten erschaffen. Ein Gedicht, das lange- wie all deine Gedichte in mir nachblättert.
Herzlichst
Chandrika